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Gesundheitsökonom zum Abgang am KSW«Die Ärzte sind wohl einfach abgesprungen»

Drei Chefchirurgen des Kantonsspitals Winterthur ziehen weiter an die Privatklinik Lindberg. Gesundheitsökonom Stefan Felder bezeichnet deren Begründung dafür als «doppelbödig».

«Vermutlich haben die Ärzte an der Privatklinik Lindberg deutlich höhere Löhne», sagt Gesundheitsökonom Stefan Felder.
«Vermutlich haben die Ärzte an der Privatklinik Lindberg deutlich höhere Löhne», sagt Gesundheitsökonom Stefan Felder.
Foto: zvg

Was können Privatspitäler Ärzten bieten, was ein öffentliches Spital wie das KSW nicht kann?

Die drei Chefärzte werden am Lindberg sicher stark entlastet. Vermutlich haben sie dort auch deutlich höhere Löhne. Das ist unter anderem möglich, weil die Privaten wesentlich schlankere Prozesse haben. Sie haben die neuesten Systeme und können viele Aufgaben über die Gruppen günstiger erledigen. Sie kaufen etwa für alle zugehörigen Spitäler gemeinsam ein oder organisieren Weiterbildungen. Kurz: Sie sind viel effizienter.

Sehen Sie einen Trend, dass immer mehr Chefärzte von öffentlichen Spitälern zu privaten wechseln?

Nein. Das KSW steht vor allem in Konkurrenz zum Zürcher Unispital und dem Triemli. Die privaten Spitäler sind aber stark darin, sich in bestimmten Bereichen zu spezialisieren. Deshalb kann es vorkommen, dass sie Spezialisten attraktive Angebote machen. Ein solcher Wechsel einer Ärztegruppe ist sehr lukrativ, weil sie sowohl Patienten als auch zuweisende Ärzte mitnimmt.

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