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Bürohr – Wirtschaftsnews der WocheCS-Chef will nicht mehr duzen – und verbreitet Falschmeldung

Das «Bürohr» der SonntagsZeitung ist eine Institution. Gerüchte, Possen, Erfolgsmeldungen: Hier lesen Sie, was abseits der grossen Schlagzeilen in der Wirtschaft passiert.

 Die CS ist keine Kaffeebar: Thomas Gottstein macht beim Duzis-Machen einen Rückzieher.
Die CS ist keine Kaffeebar: Thomas Gottstein macht beim Duzis-Machen einen Rückzieher.
Foto: Ennio Leanza (Keystone)

Credit-Suisse-Chef will doch nicht mehr Duzen

Thomas Gottstein, Chef der Credit Suisse, macht beim Duzis-Machen in den Schweizer Filialen einen Rückzieher. In einem Interview mit der «Schweiz am Wochenende» sagte er gestern: «Kunden siezen wir konsequent. Und das wird auch so bleiben.» Auch in der Zürcher Pionierfiliale an der Europaallee würden die Kunden nicht geduzt. «Ob am Telefon oder im Kundengespräch, das Sie bleibt. Wir sind bei der CS und nicht in einer Kaffeebar.» Vor zwei Wochen hatten die Tamedia-Zeitungen über die neue Duzis-Kultur berichtet. «Diese Meldung war falsch», behauptet Gottstein nun. Dabei hatte die Credit Suisse vor zwei Wochen noch folgendes Zitat freigegeben: «Wenn ein Kunde in die Filiale kommt, stellt sich der Mitarbeiter mit dem Vornamen vor. Falls sich der Kunde mit dem Nachnamen vorstellt, dann wechselt der CS-Mitarbeiter aufs förmliche Sie. Falls nicht, bleibt es beim Du.» Es ist also Gottstein, der eine Falschmeldung in die Welt setzt.

Die Erste an der Spitze

Als neue Citibank-Chefin führt Jane Fraser als erste Frau  eine der grossen US-Banken.
Als neue Citibank-Chefin führt Jane Fraser als erste Frau eine der grossen US-Banken.
Foto: PD

Der Wechsel ist bemerkenswert: Jane Fraser wird neue Citibank-Chefin. Sie ist damit die erste Frau an der Spitze einer der grossen US-Banken. Für den Chef des direkten Konkurrenten Goldman Sachs, David M. Solomon, war das Grund genug, ihr auf dem Businessportal Linkedin zum Karriereschritt zu gratulieren. Eigentlich müssten sich auch die Schweizer Bankenchefs über die historische Wahl freuen. Doch weder Noch-UBS-Chef Sergio Ermotti noch seine Konzernleitungskollegin Sabine Keller-Busse, die sich immer wieder für mehr Frauen an der Spitze einsetzt, war die Wahl einen Glückwunsch auf Linkedin oder Twitter wert. Auch bei der Credit Suisse blieben die virtuellen Toasts auf Frasers Aufstieg an die Spitze aus.

UBS-Präsident demonstriert Macht

UBS-Präsident Axel Weber.
UBS-Präsident Axel Weber.
Foto: PD

UBS-Präsident Axel Weber zählt bei der jährlichen Bankenkonferenz des deutschen «Handelsblatts» zu den Stammgästen. Da sich in Frankfurt derzeit alles um den Wirecard-Skandal dreht, wurde er zu seiner Meinung dazu befragt. Seine Antwort fiel überraschend aus. Denn er stellte die Schweiz als Vorbild dar: Der Verwaltungsrat habe hier eine viel stärkere Stellung als ein Aufsichtsrat in Deutschland. So berichte die interne Revision an den Verwaltungsrat und nicht ans Management. «Als Verwaltungsratschef müssen Sie Informationen über eigene Kanäle bekommen, die unabhängig vom operativen Management sind», sagte Weber. Das kann man als klaren Machtanspruch Webers gegenüber dem neuen Konzernchef Ralph Hamers interpretieren.

Dittlis Unabhängikeit

«Ungeschminkte, unabhängige Meinung ist ein rares Gut in der Finanzwelt», schreibt das Online-Wirtschaftsportal «The Market». Doch nun weckt ein Auftritt von Chefredaktor und Geschäftsführer Mark Dittli Zweifel an der Unabhängigkeit. Er führte am Bankiertag ein Interview mit Herbert Scheidt, dem Präsidenten der Bankiervereinigung – und zwar in deren Auftrag. Auf dem Video ist während des ganzen Gesprächs, das auf der Website der Bankiervereinigung aufgeschaltet wurde, deren Logo zu sehen. Offenbar war es weder Scheidt noch Dittli so richtig wohl bei der Sache: Das Honorar für das Interview zahlte die Bankiervereinigung nicht an Dittli, sondern an eine gemeinnützige Organisation.

Hintermann ist zurück in der Realität

Endlich wieder persönliche Treffen mit Kunden – das dachte sich KPMG-Partner Christian Hintermann, als er Mitte August frohen Mutes in den Zug Richtung Genf stieg, um einen Bankchef zu treffen. Doch der Zug kam wegen Problemen an der Stromleitung eine Stunde zu spät an. Und auf dem Rückweg versuchte ein Dieb, die Tasche des KPMG-Experten zu plündern. «Da dachte ich mir: Wie schön war doch die digitale Welt», erzählt Hintermann.

Greber lädt zum Kampf

Für Gregor Greber, den Chef der Beteiligungsgesellschaft Veraison Capital, ist das Leben ein Kampf. Gerade kämpft er beim Tiefkühlgipfeli-Hersteller Aryzta um die Macht. Auch in seiner Freizeit kann er nicht davon lassen. Für den 30. September lädt er im Zürcher Steakhaus Napa Grill, das ihm gehört, zum «Napa Clash». Es werde «ein spannender Kampf», heisst es in der Einladung. Zwei Mannschaften, «The Napa Board» und das «Napa Team», bringen neun hochwertige Napa-Weine mit. Eine Jury degustiert die Weine. Das Siegerteam erhält den Inhalt der Weinkeller der Verlierer. «Also nur wenn das Napa-Grill-Team gewinnt, natürlich», schreibt Greber.

Redaktion

10 Kommentare
    BaZli

    So so, es gibt nun anscheinend eine moralische Pflicht, dass die Führungsleute von UBS und CS umgehend auf Twitter und LinkedIn gratulieren, wenn es eine Frau bei einer Bank ganz nach oben schafft.