Zum Hauptinhalt springen

Samstagsgespräch mit Kriegsreporterin «Die Frauen sind noch fanatischer als ihre Männer»

Sie berichtete 22 Jahre lang über Tod und Terror und riskierte dafür auch ihr Leben. Doch jetzt ist Schluss. Kriegsreporterin Petra Ramsauer über Frauen als Opfer und Täterinnen in bewaffneten Konflikten – und über die Angst als gestrenge Lehrmeisterin.

«Ich habe mich 22 Jahre in jedes Dreckloch gesetzt», sagt Petra Ramsauer – ehemals Kriegsreporterin, bald Traumatherapeutin.
«Ich habe mich 22 Jahre in jedes Dreckloch gesetzt», sagt Petra Ramsauer – ehemals Kriegsreporterin, bald Traumatherapeutin.
Foto: Andreas Jakwerth

Wann hatten Sie letztmals Angst? Richtig Angst?

Das war in Syrien, Oktober 2019, ich recherchierte eine Story über Islamistenbräute aus der Schweiz und Österreich. Ich war mit einem neuen Fahrer unterwegs, den ich erst seit kurzem kannte. Das war ein Fehler.

Weshalb?

Der Mann wollte plötzlich viel mehr Geld als vereinbart, er sagte: «Wenn du nicht zahlst, werfe ich dich aus dem Wagen.» Wir waren mitten in der Wüste, an der nordöstlichen Grenze zum Irak, in einem Gebiet, in dem sich immer noch versprengte Kämpfer des Islamischen Staates bewegten. Es war schon Nacht. Ein Albtraum, hier in die Hände von Jihadisten zu geraten.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.