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EHCW gegen VispDie heikle Aufgabe gegen einen gestrauchelten Favoriten

Im Heimspiel gegen Visp möchte der EHCW am Samstag die gegen die GCK Lions gezeigte gute Leistung bestätigen. Im Tor steht wieder Daniel Guntern.

Der EHCW und Stürmer Fabian Haldimann (links) haben ihren Vertrag bis zum Ende der nächsten Saison verlängert.
Der EHCW und Stürmer Fabian Haldimann (links) haben ihren Vertrag bis zum Ende der nächsten Saison verlängert.
Foto: Heinz Diener

12 Spiele, 13 Punkte, Platz 10: Das ist für Mitte November eine sehr ordentliche Zwischenbilanz für den EHCW. Man durfte aufgrund der Leistungen in der Vorbereitung zwar darauf hoffen, dass die Winterthurer im Kampf um Rang 10, der die Teilnahme am Pre-Playoff bedeutet, mithalten können. Erwarten durfte man es aber nicht. Aber überhaupt nicht hat man damit rechnen können, dass der Gegner vom Samstag in der Zielbau-Arena weiter hinten klassiert ist. Denn der EHC Visp hat sich vor allem in der Offensive eindeutig verstärkt und er wird zu den Top-Teams der Liga gezählt neben Kloten, Ajoie, Olten und Langenthal. Doch die Walliser liegen mit erst drei Siegen nur auf Rang 11, auch nach Verlustpunkten.

Ein bisschen hat das auch mit dem EHCW zu tun. Denn der gewann vor exakt fünf Wochen in der Lonza-Arena 4:3, obwohl er sich viel zu viele Strafen einhandelte. Womöglich noch schlimmer als die Niederlage war für Visp, dass Mark van Guilder in der Schlussphase von einem Puck getroffen wurde und einen Kieferbruch erlitt. Der Kanadier fällt mindestens bis Ende November aus und ist bisher nicht ersetzt worden, sieht man vom Zwischenspiel mit Glenn Gawdin ab, der nach dem Cupmatch gegen Fribourg schon wieder weg war.

Aegerter ersetzt Alatalo

Weg war alsbald auch Matti Alatalo, der Finne, der das Team drei Jahre betreut hatte. Und der vor der vierten Saison sagte, er habe hier noch nie eine so gute Mannschaft gehabt. Herauskitzeln konnte er dieses Potenzial aber nicht. Drei Tage nach dem 3:4 gegen den EHCW verlor Visp gegen Olten 2:4 und Alatalo wurde entlassen. Es übernahm Sportchef Bruno Aegerter. Für den 65-Jährigen ist es ein Comeback. Er trainierte Visp schon von 2000 bis 2005, danach war er unter anderem bei Langnau und Martigny tätig.

Eine Reaktion konnten die Walliser bislang aber nicht zeigen. Nach dem Olten-Match wurden sie für zehn Tage in Quarantäne geschickt. Im November folgten das Aus im Cup gegen Fribourg (1:4) sowie Niederlagen in der Meisterschaft gegen Sierre (0:3), Langenthal (2:4) und Thurgau (3:5). Ein weiterer Trainerwechsel jedoch sei «derzeit sicher kein Thema», sagte Visps CEO Sébastien Pico am Freitag gegenüber dem «Walliser Boten». Aber: «Aegerter und das Team haben einen Auftrag, den es zu erfüllen gilt.» Und der lautet für den Club mit einem Budget von rund fünf Millionen Franken zweifellos, einen Spitzenplatz zu erreichen. Auch Aegerter zählt seine Mannschaft zu den besten vier Teams der Swiss League.

Immerhin zeigte Visp im letzten Match gegen Thurgau seine beste Leistung. Die Frage ist also weniger, ob der gestrauchelte Favorit den Tritt wieder findet, sondern wann.

Guntern bleibt bis nächste Woche

Der EHCW will natürlich verhindern, dass Visp ausgerechnet in der Zielbau-Arena den Umschwung schafft. Voraussetzung ist eine starke Torhüterleistung. Weil Stammgoalie Marco Mathis erst nächste Woche wieder aufs Eis zurückkehren kann, stand am Dienstag beim 2:1-Sieg gegen die GCK Lions Daniel Guntern Tor. Der Zürcher, letzte Saison bei den ZSC Lions unter Vertrag, ist auf Jobsuche und kann Spielpraxis gebrauchen. Er wird heute gegen Visp erneut im Winterthurer Tor. Bei Mathis ist zu erwarten, dass er im Lauf der nächsten Woche wieder aufs Eis kann. Bis er wieder einsatzfähig ist, soll Guntern ihn vertreten.

Mit Haldimann verlängert

Ausserdem vermeldete der EHCW am Freitag die Verlängerung des Vertrages mit Stürmer Fabian Haldimann um ein Jahr bis zum Ende der nächsten Saison. Der 20-jährige Berner ist am Dienstag nebst Jari Allevi einer von zwei Winterthurer Torschützen im Penaltyschiessen gegen die GCK Lions gewesen.