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Vierte Netz-Panne in diesem JahrSo erklärt Swisscom den gestrigen Unterbruch

Nach einer schweizweiten Störung des Mobil- und Festnetzes von Swisscom ist die Ursache nun offenbar gefunden worden.

Tote Leitung: Kunden aus der ganzen Schweiz hatten am Dienstag Störungen im Swisscom-Netz gemeldet.
Tote Leitung: Kunden aus der ganzen Schweiz hatten am Dienstag Störungen im Swisscom-Netz gemeldet.
Quelle: allestörungen (26. Mai 2020, 12.30 Uhr)

Nach drei Stunden des Unterbruchs war die vierte Störung des Swisscom-Netzes in diesem Jahr am Dienstagnachmittag um 14.55 Uhr wieder behoben. Unklar war bis anhin jedoch, was die Störung verursacht hatte.

Im Zusammenhang mit Erneuerungsarbeiten auf einem Mobilfunk-System war es in der Nacht auf den 26. Mai offenbar zu Komplikationen gekommen. Bei der Migration von Kunden auf neue Systeme habe «ein unerwartetes Software-Verhalten von Netzwerkgeräten» zu einer Überlastung bei der Mobiltelefonie geführt, so Swisscom-Mediensprecherin Sabrina Hubacher.

Die Komplexität dieser Störung sei sehr hoch gewesen, erklärt Hubacher die immerhin dreistündige Beeinträchtigung des Mobil- und Festnetzes. «Wir arbeiteten unter Einbezug von internationalen Lieferanten mit höchster Priorität an der Analyse, Lokalisierung und Behebung des Fehlers.» Man bedaure die Störung ausserordentlich.

Swisscom-Spitze muss vor Nationalratskommission antraben

Die gestrige Panne markiert die bereits vierte für Swisscom in diesem Jahr. Nun drohen offenbar Konsequenzen. Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) will die Pannenserie der Swisscom untersuchen. Auch die zuständige Nationalratskommission zitiert nun die Spitze des Telekomanbieters zu einer Anhörung. «Wir erwarten, dass die Swisscom da auch Rede und Antwort steht und auch Transparenz schafft über die Ursachen dieser Pannenserie», sagte Nationalrat Jon Pult (SP/GR), Kommissionsvizepräsident in der Sendung «Heute Morgen» von Radio SRF.

Bereits im Januar dieses Jahres war es zu Unterbrüchen gekommen. Mitte Februar folgten gleich zwei Unterbrüche innert weniger Tage. Dabei waren in den ersten beiden Fällen auch die Notrufnummern nicht mehr erreichbar gewesen. Auch am Dienstag waren gemäss den Informationen der App «Alert Swiss» des Bundesamts für Bevölkerungsschutz zumindest in einigen Kantonen die Notrufnummern 112, 117, 118, 144 nicht mehr über das Handy erreichbar. Swisscom beteuerte jedoch in einer Mitteilung, dass Notrufnummern von der Störung nicht betroffen gewesen seien.

sho/sda

26 Kommentare
    Alejandro Galan

    Das Problem ist nicht nur technisch, das Problem ist auch ein wirtschafts-politisches Problem, das überall sich wiederholt. Es ist merkwürdig, aber sehr logisch, dass wenn Firmen privatisiert werden, die Menge an Probleme, Störungen, Machtkämpfe und alle Erscheinungen einer modernen Wirtschaft in einem deutlichen Licht erscheinen. Wir haben bei Swisscom wieder ein Beispiel. Ich erinnere mich, wenn in UK die British Telecom zwischen 1982-1993 mit katastrophalen Folgen privatisiert wurde («Lessons form the Privatization of British Telecom. Robert F. Durant, Jerome S. Legge Jr. and Antony Moussios) (“The UK’s privatisation experiment: The passage of time permits a SOBER assessment”, David Parker). Ich erinnere mich auch, wenn Margareth Thatcher die ausgezeichneten und pünktlichen Bahnen in UK in den 80igen Jahren privatisierte (1984-1989). Bis heute (gemäss The Mail und The Guardian) haben sich die Situation und die Probleme mit den Britischen Bahnen noch nicht vollständig gelöst, was als Folge hat, dass einige Strecken wieder verstaatlicht werden (aber ohne viel Propaganda). In Italien ist mehr als deutlich mit der Privatisierung der Autobahnen, wobei Brücken nicht mehr unterhaltet werden, dito mit den italienischen Bahnen. Ein anderes Beispiel haben mit den damaligen französischen Spitälern, die privatisiert wurden: Wir haben Resultate dieser Privatisierungen mit der Corona Virus gesehen. Wir können die Folgen sehen, wenn in Bolivien (von 1985 – 2005 von den neoliberalen Regie