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Geld ungenutzt auf dem KontoVier von fünf Unternehmen fassen Coronakredite nicht an

Die Schweizer Banken haben 120’000 vom Bund garantierte Coronakredite gesprochen. Doch nur ein Fünftel davon wurde bisher beansprucht.

Der Grossteil der Corona-Kredite wurde nicht genutzt. Restaurantgäste werden registriert, wie hier in Luzern.
Der Grossteil der Corona-Kredite wurde nicht genutzt. Restaurantgäste werden registriert, wie hier in Luzern.
Foto: Urs Flüeler/Keystone

Aus Angst vor den Auswirkungen der Corona-Massnahmen haben Ende März zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen die vom Bund garantierten Kredite beantragt. Mittlerweile zeigt sich, dass nur eines von fünf KMU in den letzten sechs Wochen diese Kredite beansprucht hat, wie SRF berichtet.

Bei der UBS habe eine «überwiegende Mehrheit» die Kredite zwar beantragt, jedoch nicht angerührt. Bei der Zürcher Kantonalbank seien es 80 Prozent der Unternehmen, die die Kredite noch nicht beansprucht hätten – dies, obschon das Geld auf den Konten verfügbar wäre.

Mehr als 23'000 Gesuche seien bei der UBS eingegangen, bei der ZKB seien es 7000 Gesuche. In der ganzen Schweiz haben die Banken dem Bericht zufolge 120’000 Covid-19-Kredite gesprochen.

«Nicht nur Niedergeschlagenheit»

Der abtretende Valiant-Präsident Jürg Bucher erklärt sich das Phänomen so, dass die Coronakredite von vielen Unternehmen als eine Liquiditätsreserve «für den Fall, dass...» beantragt worden seien. Natürlich sei der Einbruch der Wirtschaftsleistung während des Corona-Lockdown substanziell, sagte Bucher in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AWP.

Auf der anderen Seite stellt Bucher trotz aller Unsicherheiten doch auch einen gewissen Optimismus fest. «So spüre ich im Gespräch mit KMU nicht nur Niedergeschlagenheit und Probleme. Gerade im Gewerbe gibt es weiterhin viele Unternehmen, die gut bis sehr gut ausgelastet sind.»

Bucher, der sein Amt seit 2013 inne hatte und bis 2012 Chef der Schweizer Post war, hat an der Valiant-Generalversammlung vom Mittwoch das Verwaltungsratspräsidium an seinen Nachfolger Markus Gygax übergeben.

18 Kommentare
    Franz

    Niederlassungen und Tochtergesellschaften ausländischer Firmen und Schweizer Sitzgesellschaften bekommen gemäss den Genies, die den Bundesrat beraten, keinen Covid-19 Kredit und werden deshalb vorsichtshalber liquidiert oder in den Konkurs geschickt, da keine Einnahmemöglichkeiten mehr möglich sind und es deshalb nicht mehr möglich ist Rechnungen zu bezahlen. Wenn sich die Situation bessert, kann man immer noch eine neue Firma gründen.