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Die nächste Medaille ist das Ziel

Die 36-jährige Nicola Spirig nimmt am 7. Juni am Mixed-Team-Event in Nottingham die Olympia­qualifikation für Tokio inAngriff. Die zweijährige Qualifikationsphase endet im Mai 2020.

Nicola Spirig findet immer noch einen Grund, dreimal am Tag ans Limit zu gehen.
Nicola Spirig findet immer noch einen Grund, dreimal am Tag ans Limit zu gehen.
Keystone

In Tokio ist für Spirig der Start im Einzel und im neu geschaffenen Mixed-Team-Wettbewerb das Ziel. «Wenn wir uns über das Team qualifizieren, sind die Einzel-Startplätze auch geholt.» Für die Olympiasiegerin 2012 und Olympiazweite 2016 ist dabei klar: «Ich will wieder eine Olympiamedaille.»

Wegen gesundheitlicher Probleme mit fünfmonatiger Sehnenentzündung am hinteren Oberschenkel sowie eines hartnäckigen Erkältungshustens verzögerte sich der Saisoneinstieg der zweifachen Mutter. «Ich bin noch nicht so fit, wie ich es normalerweise zu diesem Zeitpunkt im Jahr bin.»

Die Zürcher Unterländerin hatte im letzten Herbst bei ihrem Wiedereinstieg nach der zweiten Babypause mit einem 2. Rangam erstklassig besetzten Super-League-Triathlon in Jersey bewiesen, dass sie bereits wieder der Weltspitze zuzuordnen ist.

Der Etappenplan bis Olympia 2020 in Tokio sieht für Spirig auch wegen des Familienzuwachses etwas weniger Trainingscamps in St. Moritz vor. Doch die erfahrene Athletin kann im Raum Zürich auch auf hochkarätige Trainingspartner aus dem Nationalkader beziehungsweise der Trainingsgruppe von Brett Sutton zählen, so unter anderen auf die aufstrebenden Derron-Schwestern (Nina, Michelle und Julie), die Gebrüder Florin und Andrea Salvisberg oder Barbara Riveros Diaz. Die Olympiafünfte aus Chile wohnt gar nur 50 Meter von Spirigs Haus in Bachenbülach entfernt.

Homeoffice im Höhenzimmer

Zudem hat Spirig im Eigenheim in Bachenbülach mithilfe des Bundesamts für Sports (Baspo) und des handwerklichen Know-hows von Ehemann Reto Hugein Höhenzimmer für Trainingseingerichtet. In diesem kannsie simulierte Einheiten aufRolle oder Laufband bewältigen – auf einer Skala von 1800 bismaximal 3000 m über Meer.«Ich muss aber den Sauer-stoffanteil kontrollieren. Harte Intervalleinheiten machen bei einer Einstellung auf 3000 Meter Höhe keinen Sinn», betonte ­Spirig.

Als diesjährige Saison-höhepunkte sind für Spirigdie europäischen Kontinentalmeisterschaften über die olympische Distanz im Rahmen der Multisport-EM in Glasgowam zweiten August-Wochenende sowie der Weltcup eine Woche später in Lausanne vorgesehen.

Einzelstarts in der WM-Serie wird es aus logistischen Gründen nur noch punktuell geben. Mit den Besonderheiten der Streckenführung in Glasgow bestens vertraut ist der neue Schweizer Nationaltrainer Gordon Crawford, der aus der unmittelbaren Umgebung stammt.

«Trainiere immer nochwahnsinnig gerne»

Für Tokio geht Spirigs Trainer Brett Sutton davon aus, dasssich in Tokio ein halbes Dutzend Athletinnen nach dem Schwimmen im Radfahren absetzen unddie Medaillen unter sich aus-machen werden. Auch wenn der Radkurs von Tokio noch nicht veröffentlicht ist, ist für Spirig klar, dass sie mit der Spitzeaus dem Wasser kommen will. Dazu befindet sie sich in einererneuten Änderung ihres Schwimmstils, weil in Tokioweniger hohe Wellen als 2016in Rio erwartet werden.

Spirig betonte an einer Medienkonferenz in Zürich: «Ich trainiere immer noch wahn-sinnig gern. Diese Grundmoti-vation ist immer noch da.Ich brauche aber schon einen Grund, um dreimal am Tag ans Limit zu gehen. Ein 8-km-Schwimmtraining ist für mich kein Genuss. Ich weiss aber,weshalb ich dies mache.»

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