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StadtverbesserinDie Playlist des Lockdown

Die Stadtverbesserin macht sich Gedanken über den Soundtrack der Corona-Krise.

Die Stadtverbesserin will vor allem eines. Verbessern. Das liegt in ihrer Natur. Doch die Möglichkeiten in Corona-Zeiten sind eingeschränkt. Als zu Beginn des Lockdown auf den gängigen Social-Media-Kanälen nach Musik und Gesang auf Balkonen und Terrassen gerufen wurde, machte die Stadtverbesserin natürlich mit. Denn mit Musik lässt sich so einiges verbessern, dachte sie sich, und zückte die Gitarre.

Sie musste sich allerdings Gedanken über ein geeignetes Repertoire machen. Wie soll man musikalisch auf die Krise eingehen? Was sind Stücke, die vielen Leuten bekannt sind?

Sie ging es luftig-locker an mit «Azzurro» von Adriano Celentano. Der blaue Himmel wird da besungen, die Liebe und der Zug, der in Gedanken fortfährt. Irgendwie noch romantisch, dieser Lockdown. Es ist wie im Traum. Man bleibt zwar zu Hause, doch die Sonne scheint. Es folgten weitere Stücke in Dur wie «Un’estate italiana» oder «La isla bonita».

Irgendwann wurde die Liedauswahl aber melancholisch. Ja schon fast düster. «Über den Wolken» schwebt man nach so vielen Tagen zu Hause denn doch nicht mehr. Und «Heicho!» ruft niemand, weil alle schon daheim sind. Also würde man doch am liebsten alles schwarz anmalen, wie es einst Mick Jagger von den Rolling Stones in «Paint It Black» vorgeschlagen hat.

Die Stadtverbesserin würde ihrem Titel aber nicht gerecht werden, wenn sie die Stimmung nicht wieder würde verbessern wollen. Also kramt sie für das Lockdown-Ende noch etwas tiefer in der Notenkiste und findet so einiges, womit weitere Tage zu überbrücken sind. Das geht. Doch am letzten Lockdown-Tag kann sie es sich dann vielleicht doch nicht verkneifen und singt wohl ein Stück von den Beach Boys: «I guess I just wasn’t made for these times.»