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Who is who?Die Senatskandidaten aus Georgia

Das Bild lässt kaum Zweifel offen: Donald Trump sähe Kelly Loeffler gerne weiterhin im Senat. Die Republikanerin will ihr Mandat gegen ihren demokratischen Herausforderer Raphael Warnock verteidigen. Diesen nennt die 50-jährige Geschäftsfrau selten nur bei seinem Namen. Für sie ist der schwarze Pastor aus der Baptistengemeinde des Bürgerrechtlers Martin Luther King Jr. der «radikale, liberale Raphael Warnock». Immer wieder spricht sie diesen Zungenbrecher aus. Wie Trump stilisiert sich Loeffler zur politischen Aussenseiterin. Warnock wirft der Millionärin vor, ihr Amt im Senat genutzt zu haben, um sich weiter zu bereichern – und im Wahlkampf vor allem damit beschäftigt gewesen zu sein, ihn zu «verleumden».
Raphael Warnock ist Politiker, Baptistenpastor und Schriftsteller. Er ist das elfte von zwölf Kindern und hat einen ähnlichen Werdegang wie der US-Bürgerrechtler Martin Luther King. 2005 bot man ihm an, in Atlanta die Leitung jener Kirche zu übernehmen, deren Ruhm Martin Luther King begründet hatte. Vor knapp einem Jahr beschloss er, für einen Senatorenposten zu kandidieren. Seiner Kontrahentin Loeffler (und ihrem Mann) wirft der 51-Jährige vor, in grossem Stil Aktienpakete verkauft zu haben, nachdem Epidemiologen Ende Januar 2020 den Senat bereits über die Gefahren der Corona-Pandemie informiert hatten. Für Warnock ein Beispiel für einen Egoismus, der unter Präsident Donald Trump auf die Spitze getrieben worden sei.
Der 33-jährige Jon Ossoff beschreibt sich selbst als «jungen, jüdischen Journalisten, Sohn eines Einwanderers», dessen Mentor der Bürgerrechtler John Lewis gewesen sei. Er ist der Hoffnungsträger der Demokraten. Ossoffs zunehmende Popularität  bringt einige politische Beobachter bereits dazu, euphorische Vergleiche zu ziehen: Ossoff gelte als eine Art junger Bernie Sanders, repräsentiere die Zukunft und werde vor allem von jungen Wählern begeistert unterstützt, sagte ein Politikprofessor aus den USA zur «New York Times». Mit 8,3 Millionen US-Dollar sammelte der junge Dokumentarfilmer zudem Wahlkampfspenden in einer Höhe wie kaum ein Abgeordneter zuvor.
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red/nag