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Leichenfunde in Kanada und in der SchweizDie Skelette von Realta

103 anonyme Gräber kamen auf dem Gelände der ehemaligen Anstalt Realta in Graubünden ans Tageslicht.
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Zur «Besserung der Anstaltsgenossen»

Harter Alltag: Insassen der Anstalt Realta verrichten Zwangsarbeit auf dem Feld.

Der Kantonsarchäologe widerspricht

Bei den Ausgrabungen stellten die Archäologen extrem viele Knochenbrüche fest, die auf Gewaltanwendung hinweisen.

«Es liegen Welten zwischen den Kindergräbern in Kanada und dem Friedhof der Anstalt Realta.»

Thomas Reitmaier, Kantonsarchäologe in Graubünden

«Extrem hohe Raten» an Knochenbrüchen

Als Geschäftsführer der Radgenossenschaft vertritt Willi Wottreng die Interessen von Jenischen und Sinti.

«Für mich bleibt es dabei: Die Funde in Cazis sind ein Zeugnis struktureller Gewalt gegen Randständige.»

Willi Wottreng, Publizist und Geschäftsführer der Radgenossenschaft
31 Kommentare
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    Doris Waldvogel

    In den 80er-Jahren habe ich mein erstes Praktikum in der psychiatrischen Klinik Beverin gemacht, die sich in der Nähe der Anstalt Realta befindet. Es war interessant, alle waren nett, es hat mir gut gefallen. Eines Tages nahm mich der Psychologe zu einem Gebäude mit, das am Rand des Klinikareals stand. Er schloss die Türe auf, und ich sah in einen Saal, der unmöbliert war. Darin befanden sich zwanzig bis dreissig Männer, manche standen, manche sassen auf dem Boden, alle waren merkwürdig. Manche von ihnen waren verwachsen, andere sonst sonderbar, auch wenn ich aus der Erinnerung nicht mehr sagen könnte, in welcher Weise. Sie kamen von drei Seiten langsam auf uns zu, und obwohl sie uns nicht bedrohten, kam ich mir als junge Psychologie-Studentin ein bisschen wie in einem Horrorfilm vor.

    Die Männer sahen normal ernährt und normal gepflegt aus, sie wurden selbstverständlich betreut. Es muss auch eine Frauenabteilung gegeben haben, die habe ich nicht gesehen. Damals war es noch üblich, dass chronische Patienten, bei denen keine Besserung zu erwarten war, nicht in Heimen, sondern in psychiatrischen Kliniken lebten. Sie wurden wenn immer möglich in Ateliers beschäftigt und konnten zB an der Musiktherapie teilnehmen. Bei den Männern in diesem Saal war das offenbar nicht möglich.

    Heutzutage sieht man so etwas vermutlich kaum mehr, und das dürfte unter anderem an der pränatalen Diagnostik und den darauf folgenden Entscheidungen liegen.