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Neue SmartwatchesDie Uhren von Huawei und Porsche im Test

Die chinesische Watch GT 2 Pro sieht teurer aus, als sie ist. Doch sie hat einen noch günstigeren Konkurrenten aus demselben Haus.

Aussen Porsche, innen Huawei: die Porsche Design Huawei Watch GT 2.
Aussen Porsche, innen Huawei: die Porsche Design Huawei Watch GT 2.
Fotos: Rafael Zeier

Die schönsten Smartwatches sind leider auch die teuersten. Man denke nur an die Stahl-Apple-Watch, die Luxus-Garmins, die neue Tissot oder die TAG Heuer Connected.

Doch keine Regel ohne Ausnahme: Die letztes Jahr lancierte Huawei Watch GT 2 Classic kostet gerade mal 190 Franken und braucht sich in Sachen Optik nicht vor den mehrfach teureren Uhren zu verstecken.

Ihre an eine klassische Taucheruhr angelehntes Design ist gleichermassen sportlich wie elegant. Immer wieder ertappte ich mich letztes Jahr (als man noch bedenkenlos an Pressekonferenzen gehen konnte) dabei, wie ich die Uhr an fremden Handgelenken verwechselte und für wesentlich teurere Modelle hielt.

Verzicht auf Apps

So spektakulär das Äussere der Uhr ist, so pragmatisch ist ihr Inneres. Wie bei den Smartphones verzichtet Huawei auch bei den Uhren auf Google-Software. Anders als bei den Smartphones versucht der vom US-Embargo ausgebremste Konzern aber nicht auf Teufel komm raus einen eigenen App Store auf die Beine zu stellen und Android nachzubauen. Die Huawei-Uhren setzen auf eine eigene Software und verzichten komplett auf Apps. Alles ist schon vorinstalliert. Und nein, bezahlen kann man damit leider auch nicht.

In Sachen Fitnessfunktionen braucht sich die Uhr nicht vor der Konkurrenz zu verstecken. Sie misst den Puls und kann zahlreiche Sportarten tracken. Und das sowohl verbunden mit Android-Handys als auch mit iPhones. Ansonsten zeigt sie Benachrichtigungen und kann den Schlaf vermessen. Also genau die Basic-Funktionen, die sich die meisten von einer Smartwatch wünschen.

Positiv fällt auch heute noch auf, wie elegant und stimmig die Zifferblätter wirken und wie schön die Menüs sind. Das überrascht insofern, als Huawei in Sachen Software eher als Verschlimmbesserer von Android denn als Meister der Eleganz bekannt ist.

Das neue Modell fällt durch verbesserte Sensoren auf. So kann die Uhr nun auch den Sauerstoff im Blut messen.

Und dann ist da schliesslich noch der Akku, der laut Huawei bis zu zwei Wochen durchhalten soll. Mit aktiviertem Immer-an-Bildschirm halbiert sich die Zeit, sodass man die Uhr aber immer noch sehr respektabel nur alle paar Tage mal auf den Lade-Puck legen muss.

Darum war die Huawei Watch GT 2 Classic letztes Jahr auch mein Budget-Tipp.

Nun bekommt die Uhr mit der Huawei Watch GT 2 Pro (ab 300 Franken) zwar keinen Nachfolger, aber einen noch funktionenreicheren grösseren Bruder.

Die Huawei Watch GT 2 Pro, die Porsche-Variante und die günstigere GT 2 Classic (von links).
Die Huawei Watch GT 2 Pro, die Porsche-Variante und die günstigere GT 2 Classic (von links).
Foto: Rafael Zeier
Elegant und schlicht: Die GT 2 Pro von Huawei.
Elegant und schlicht: Die GT 2 Pro von Huawei.
Rafael Zeier
Standardmässig ist bei den Huawei-Uhren der Immer-an-Bildschirm deaktiviert. Wenn man ihn dennoch aktiviert, muss man die Uhr immer erst antippen, wenn man das richtige Zifferblatt sehen will. Immerhin sind die Immer-an-Zifferblätter elegant, gerade wie hier bei der Porsche-Uhr.
Standardmässig ist bei den Huawei-Uhren der Immer-an-Bildschirm deaktiviert. Wenn man ihn dennoch aktiviert, muss man die Uhr immer erst antippen, wenn man das richtige Zifferblatt sehen will. Immerhin sind die Immer-an-Zifferblätter elegant, gerade wie hier bei der Porsche-Uhr.
Rafael Zeier
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Das neue Modell fällt vor allem durch verbesserte Details und Sensoren auf. So kann die Uhr nun auch den Sauerstoff im Blut messen. Das hat sich zwar schon bei der neuen Apple Watch als wenig nützlich im Alltag herausgestellt. Aber dereinst könnte das mit schlauerer Software doch noch nützlich werden.

Ansonsten wurde ein wichtiger Aspekt des Designs verbessert: Die Rückseite ist nun aus Keramik und Glas und nicht mehr aus Plastik. Zudem lässt sich die Uhr nun wirklich drahtlos laden. Das Vorgängermodell nutzte dazu zwei Kupfer-Pins.

Optisch wirkt die GT 2 Pro mit ihrem Titan-Gehäuse und Saphirglas-Zifferblatt moderner als die von mir immer wieder empfohlene Retro-Variante aus dem Vorjahr. Was einem besser gefällt ist Geschmackssache. Leider fehlt nach wie vor eine kleinere Grösse für schlankere Handgelenke.

Beim Akku verspricht Huawei wiederum zwei Wochen. Wenn man aber den Immer-an-Bildschirm aktiviert, halbiert sich die Zeit. Auch das neue Modell muss also alle paar Tage aufs Ladedock.

Ein ärgerliches Detail: Wenn man den Immer-an-Bildschirm aktiviert, muss man fortan die Uhr antippen, wenn man das eigentliche Zifferblatt sehen möchte. Das haben andere Hersteller bedeutend besser gelöst. Aber die haben dafür nicht so viel Akku-Ausdauer. Ein weiteres Ärgernis ist der lausige Vibramotor in der neuen Huawei-Uhr. Der surrt jeweils laut, wenn man eine Benachrichtigung bekommt oder wenn man zu lange am Arbeitstisch gesessen hat und man wieder aufstehen sollte. Auch hier hat Huawei merklich gespart.

Fazit: Die Huawei Watch GT 2 Pro bietet für ihren vergleichsweise tiefen Preis fast alles, was deutlich teurere Smartwatches bieten. Dass man auf Apps und Bezahlen mit der Uhr verzichten muss, werden im Alltag selbst zu diesem Preis viele in Kauf nehmen. Dennoch dürfte gerade die Zielgruppe mit der noch günstigeren GT 2 genauso zufrieden sein. Somit bleibt die GT 2 Classic mein Budget-Tipp.

3 Kommentare
    Daniel Manser

    Die Dinger sehen zwar aus wie Uhren. Aber echte Uhren sind das nicht.