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Historisches Bild aus WinterthurDie «Zahntante» ist da

Wenn in den 1980ern die «Zahntante» zu Besuch kam, hiess es: Zahnbürsteli samt Pappbecher fassen und die Ohren spitzen.

Anweisung fürs Zähneputzen im Schulhaus Wiesenstrasse, 1988. Eines von über 60’000 Bildern, die im Online-Bildarchiv der Winterthurer Bibliotheken frei betrachtet werden können.
Anweisung fürs Zähneputzen im Schulhaus Wiesenstrasse, 1988. Eines von über 60’000 Bildern, die im Online-Bildarchiv der Winterthurer Bibliotheken frei betrachtet werden können.
Foto: http://bildarchiv.winterthur.ch

Schon in der Antike rätselten Heilkundige über die Ursache der grassierenden Zahnfäule. Bis ins 19. Jahrhundert vermuteten sie Zahnwürmer dahinter. Im Jahr 1943 vermeldete der Kanton Zürich, dass 90 Prozent der Bevölkerung an Karies litten. Die Hauptschuld sahen die Ärzte neu im steigenden Zuckerkonsum und in mangelnder Zahnhygiene. Die Politik intervenierte und führte die Schulzahnpflege ein. Seit den 1950er-
Jahren besuchen speziell ausgebildete zahnmedizinische Prophylaxeassistentinnen – im
Volksmund kurz «Zahntanten» genannt – die Schulen. Wenn in den 1980er-Jahren die «Zahntante» zu Besuch kam, hiess es: Zahnbürsteli samt Pappbecher fassen und die Ohren spitzen. Die Fachfrau zückte ihre monumentale Bürste, mit der sie an einem noch monumentaleren Gebiss die korrekte Zahnpflege demonstrierte.

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