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Wie sich das Schreiben entwickelt hat

Der Zürcher Unterländer Museumsverein feiert sein 80-Jahr-Jubiläum mit einer Ausstellung im Heimatmuseum Oberweningen, bei der die Besucher ihr schreiberisches Können testen können.

Dass Schreiben mit der Feder gar nicht so einfach ist, beweist ein Selbstversuch.
Dass Schreiben mit der Feder gar nicht so einfach ist, beweist ein Selbstversuch.
Madeleine Schoder

Der Selbstversuch brachte es an den Tag. Schreiben mit der Feder ist nicht einfach. Zu schnell ist zu viel Tinte auf dem Papier. Ein schwarzer Klecks ist das Resultat.Das Schreibpult mit Papier und verschiedenem antiken Schreibzeug, mit welchem sich die Besucher selber versuchen können, ist Teil der aktuellen Ausstellung «Rund ums Schreiben» im Heimatmuseum Oberweningen.

Handgeschriebene Rede zur Eröffnung der Wehntalbahn

Gezeigt werden Objekte, die in der regulären Sammlung keinen Platz hatten und eingelagert waren. Der kleine Setzkasten, der älteren Besuchern noch aus der Schule vertraut war und an dem die ersten Schreibversuche stattfanden, liess Erinnerungen aufkommen. Aber auch Trouvaillen, wie die handgeschriebene Eröffnungsrede der Wehntalbahn von 1891 oder eine «Verschrybung» (Pachtvertrag) aus dem Jahr 1656, werden gezeigt. Der Verfasser dieses Schreibens hatte seine Feder besser im Griff, und er begann sein Dokument mit einem schwungvoll und schön gestalteten Buchstaben. «Wir erheben keinen Anspruch auf wissenschaftliche Vollkommenheit, aber auf fundierte Recherchen», erzählt Jörg Schaub, Vorstandsmitglied des Museumsvereins und Organisator der Sammlung.

Der Burgherr ist auf die Kuh gekommen

Die an den Ausstellungsrundgang anschliessende Jahresversammlung des Zürcher Unterländer Museumsvereins begann mit einem Kurzvortrag von Ueli Stauffacher. Rund 60 Anwesende lauschten seiner Lebensgeschichte, die ihn über Umwege vom Wehntal auf die Kyburg führte. Diese Burg bewohnt und betreut der Museumspädagoge nun seit rund zwanzig Jahren als «Burgherr». Es scheint kein Zufall zu sein, dass Stauffacher ausgerechnet auf der Kyburg zuhause ist. Leitet sich der Name doch vom altdeutschen «Chuicheburch» ab, was soviel wie Kuhburg heisst. Dies kam dem bekennenden Fan und Sammler von Holzkühen sehr entgegen. Auf unterhaltsame Weise erzählte der Burgherr von den Herausforderungen seines Museumsalltags, mit wenig Geld Ausstellungen zu realisieren. «Auf Kosten achten zu müssen, fördert aber auch die Kreativität», so erklärt er die IKEA-Gestelle und -Lampen in seiner Ausstellung.

Das Museum ist ab April wieder geöffnet. Jeden ersten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr. Führungen nach Vereinbarung. Weitere Infos unter www.zumv.ch.

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