Weiach

Diskussion über Tempo 30 im Osten

An ihrer Gemeindeversammlung stimmen die Weiacher darüber ab, ob sie im Osten eine Tempo-30-Zone einführen wollen. Das Anliegen ist umstritten.

In einer vom Gemeinderat in Auftrag gegebenen Studie wird festgestellt, dass manche Stellen im Osten von Weiach unübersichtlich sind. Geprüft wurde zum Beispiel die Oberdorfstrasse, auf der sich das Auto befindet, und die Trottenstrasse, in welche es abbiegt.

In einer vom Gemeinderat in Auftrag gegebenen Studie wird festgestellt, dass manche Stellen im Osten von Weiach unübersichtlich sind. Geprüft wurde zum Beispiel die Oberdorfstrasse, auf der sich das Auto befindet, und die Trottenstrasse, in welche es abbiegt. Bild: Sibylle Meier

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Der «Osten» von Weiach könnte in Zukunft zu einer Tempo-30-Zone werden. Über einen entsprechenden Antrag des Gemeinderates wird die Gemeindeversammlung am 23. Juni befinden. Die Behörde hat noch nicht entschieden, ob sie die Zone empfehlen wird. Aufgrund einer Petition, die rund 40 Weiacher eingereicht hatten, gab der Gemeinderat eine externe Studie in Auftrag. Diese wurde am Donnerstagabend an einer Informationsveranstaltung der Bevölkerung vorgestellt.

167 Fahrzeuge pro Tag

Andreas Kaufmann von der AKP Verkehrsingenieur AG stellte ­zunächst fest, dass bei einer um 20 Kilometer pro Stunde tieferen Geschwindigkeit der Bremsweg deutlich verkürzt wird. Auch werde aufgrund des geringeren Tempos das Sichtfeld des Autofahrers grösser. Es würden dementsprechend weniger Unfälle geschehen in einer 30er-Zone.

In die Zone würden zum Beispiel die Oberdorf-, die Trotten- und die Leestrasse fallen. An diesen drei Strassen führten die Ingenieure im November Messungen durch. An der Oberdorfstrasse haben sie durchschnittlich 167 Fahrzeuge pro Tag gezählt. An der Trottenstrasse waren es 93 Fahrzeuge und an der Leestrasse 105. Das Verkehrsaufkommen lasse sich als gering bezeichnen.

Feststellen lasse sich ausserdem, dass viele Strassen kein Trottoir haben. Laut Kaufmann herrschen teils unübersichtliche Verhältnisse wegen Einmündungen und Gebäuden – die Ingenieure empfehlen eine 30er-Zone. Die gemessenen Geschwindigkeiten seien aber tief. Die Kosten werden auf rund 40 000 Franken geschätzt.

Die Frage nach dem Sinn

Dass nicht alle Weiacher der Meinung der Petitionäre sind, wurde in der Diskussion klar. Ein Votant fragte, ob es denn überhaupt eine solche Zone brauche. «Ist denn jemals ein Unfall geschehen?», wollte er wissen. Seine Frage wurde verneint. Jemand anderes sah den Sinn der Sache nicht und stellte die Frage in den Raum, ob man das Geld nicht für etwas an­de­­res einsetzen könnte. Es fand sich auch eine Votantin, die für eine Verkehrsberuhigung sprach: «Manche Fahrzeuge sind so rasant unterwegs, dass einem fast das Herz stehen bleibt, wenn man mit Kind und Hund unterwegs ist.»

Eine andere Votantin wollte wis­sen, ob denn auch eine Tempo-30-Zone in Weiachs Westen geprüft werde. Gemeindepräsident Stefan Arnold antwortete, dass nach der Ost-Initiative nun auch im Westen Stimmen laut wer­den, die eine Prüfung fordern. Einen Auftrag habe man von jener Seite noch nicht erhalten. Man werde aber nicht vorsorglich das ganze Dorf erheben lassen.

Ob die Tempo-30-Zone so umstritten ist wie in Weiachs Nachbargemeinde Glattfelden, wo sich Befürworter und Gegner mehrmals hitzige Diskussion lieferten, wird sich an der Gemeindeversammlung zeigen. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 22.04.2016, 21:52 Uhr

Kanton will Kiesabbau durch Landkauf sichern

Die Weiacher Kies AG wird nach dem neuen Gestaltungsplan in einem Gebiet Kies abbauen können, das bisher zur Grundwasserschutzzone gehörte. Der Gestaltungsplan wird in den nächsten Tagen rechtskräftig, sofern keine Einwände eingehen. Weil die Nutzung des 11 Hektaren grossen Gebietes aber nicht zonenkonform ist, braucht es eine Spezialbewilligung des Kantons. Diese hat der Kanton mit der Auflage erteilt, dass 15 Prozent des Abbaugebiets als naturnahe Fläche zu gestalten sind. Es soll ein Magerstandort entstehen, das gefährdeten Tier- und Pflanzenarten einen Lebens­raum bietet. Eine Vereinbarung aus dem Jahr 2003 zwischen dem Kanton und der Wei­acher Kies AG hält einerseits fest, dass diese naturnahen Flächen ausserhalb des Kiesabbau-Perimeters liegen dürfen. Andererseits ist darin geregelt, dass der Kanton dem Kiesunternehmen solche Flächen sichert. Im konkreten Fall muss der Kanton also 15 Prozent von 11 Hektaren ­sichern, es handelt sich um genau 1,64 Hektaren. Der Kanton ist in der Gemeinde auf die Suche nach Land gegangen, das er kaufen könnte für diesen Zweck, und ist bei der Primarschule Weiach fündig geworden. Die Schulpflege hat eingewilligt, eine Parzelle von 0,77 Hektaren zu einem Preis von 60?000 Franken zu verkaufen. Das Land selber will der Kanton aber nicht in eine naturnahe Fläche verwandeln, es ist nämlich wertvolles Ackerland. Es soll später mit Land eines Bauern getauscht werden, das als naturnahe Fläche gestaltet werden soll – dies könnte zum Beispiel ein schwer zu bewirtschaftendes Terrain an einer Hanglage sein. Der Kanton besitzt weitere Parzellen in der Nähe, welche zum Auffüllen der geforderten 15 Prozent reichen. Die Gemeindeversammlung wird am 23. Juni darüber befinden, ob die Parzelle verkauft werden soll. Dass der Verkauf umstritten ist, zeigten einige ­Voten an der Infoveranstaltung vom Donnerstagabend. So wurde zum Beispiel eingewendet, dass auch Bauern Interesse an einem Direktkauf eines solch wertvollen Stück Landes hätten. Einen anderen Aspekt brachte ein Mitglied der Regionalkonferenz Nördlich Lägern ein: «Ich würde euch dringend vom Verkauf abraten», mahnte er die Schulbehörde. Denn die Fläche befinde sich genau an dem Ort, wo dereinst eine Oberflächenanlage für ein Atommülllager zu stehen kommen könnte – der Verhandlungspartner des Bundes bei einem Nicht-Verkauf wäre dann die Primarschul­gemeinde und nicht der Kanton, ergänzte der Votant.ilö

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