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Genossenschaft steigt ausDoch keine günstigere Lösung für die neue Sporthalle Elgg

Die Gemeinde Elgg will die 10-Millionen-Sporthalle nun doch selbst bauen. Die eigens dafür gegründete Genossenschaft zieht sich zurück.

Die Elgger wünschen sich eine neue, grössere Sporthalle. Doch das wird die Gemeinde einiges kosten.
Die Elgger wünschen sich eine neue, grössere Sporthalle. Doch das wird die Gemeinde einiges kosten.
Foto: Heinz Diener

Die Primarschule hat genügend Platz in der alten Turnhalle, und der Gemeinderat will eigentlich nicht so viel Steuergeld ausgeben. Trotzdem entschieden die Elggerinnen und Elgger im Frühling 2019, dass der Gemeinderat die Planung einer neuen, grösseren Sporthalle weiterverfolgen solle. Der Boden, auf dem gebaut werden soll, gehört der Politischen Gemeinde, die Schule wäre Hauptmieterin.

Befürworter aus den Kreisen der Sportvereine gründeten eigens für das Projekt eine Genossenschaft und schlugen dem Gemeinderat vor, Planung und Bau zu übernehmen. «Diese Chance haben wir ihnen gegeben», sagt Gemeindepräsident Christoph Ziegler. Unter anderem weil man sich erhoffte, dadurch die Kosten für die Gemeinde abfedern zu können. Die neue Halle soll rund 10 Millionen Franken kosten und weitere 1,25 Millionen pro Jahr im Unterhalt.

20 Millionen investieren

Zeitgleich muss die Primarschulgemeinde ausbauen, weil sie zu wenig Schulraum hat. Dieses Projekt beläuft sich ebenfalls auf rund 10 Millionen Franken. Auf Elgg kommen also hohe Investitionen zu. Im Herbst 2019 schätzte Finanzvorsteher Andreas Kron, dass der Elgger Steuerfuss von heutigen 117 Prozent bis auf 126 Prozent ansteigen könnte. Mit einer Genossenschaftslösung hoffte man auf eine Einsparung von 2 Steuerprozenten.

Nun habe sich aber gezeigt, dass es keine befriedigende Lösung mit der Genossenschaft gebe, sagt Ziegler. Man habe an einer gemeinsamen Versammlung mit Vertretern der Genossenschaft und der Primarschulpflege entschieden, dass die Politische Gemeinde die Bauherrschaft der Sporthalle übernehmen und ihr eigenes Projekt weiterverfolgen wird.

«Es wäre sehr schwierig geworden, den Einfluss der Gemeinde zu wahren und die demokratischen Rechte der Elgger sicherzustellen», sagt Ziegler. Selbst mit komplizierten Verträgen wäre lediglich ein Miteigentum an der Halle möglich gewesen. Die Genossenschafter hätten ebenfalls einsehen müssen, dass sich die Nachteile nicht durch allenfalls kleine finanzielle Vorteile aufwiegen liessen.

«Wollen Abstimmung gewinnen»

Einsparungen hatte sich die Genossenschaft zum einen durch das Auslassen einer öffentlichen Submission und zum anderen durch privates Kapital erhofft. Insgesamt fanden sich 75 Interessierte, die Absichtserklärungen unterschrieben haben. Es stellte sich aber heraus, dass die Submission trotzdem hätte durchgeführt werden müssen: Wer für die öffentliche Hand baue, müsse auch öffentlich ausschreiben, sagt Ziegler.

In einer Mitteilung dankt der Vorstand der Genossenschaft für die Unterstützung und Solidarität. Er schreibt: «Wir sind zuversichtlich, dass mit vereinten Kräften die Abstimmung für einen Rahmenkredit von 10 Millionen Franken gewonnen werden kann.»

«Die 10 Millionen bezahlen wir sowieso aus dem eigenen Portemonnaie.»

Christoph Ziegler, Gemeindepräsident

Das Hallenprojekt der Gemeinde, das von den SRC-Architekten und dem Büro Vonah-Imfeld ausgearbeitet wird, soll Anfang 2021 zur Abstimmung vorgelegt werden. Elgg gehe es finanziell gut im Moment, sagt Ziegler im Hinblick auf die dadurch drohende Steuererhöhung. «Aber die 10 Millionen plus Unterhalt müssen wir ja so oder so aus dem eigenen Portemonnaie bezahlen, egal wie hoch der Steuerfuss am Ende ist.»