Bassersdorf

Dorfbach als Knacknuss für Neubau

Mitten in Bassersdorf soll ein markantes Bauvorhaben realisiert werden. Erneut liegen Pläne auf. Nun seien alle Anforderungen erfüllt, heisst es – neu auch bezüglich Bachverbauung.

Der kanalisierte Altbach fliesst quer durchs Bassersdorfer Unterdorf. Wird hier dereinst gebaut, bekommt der Bach breite, begrünte Böschungen und am rechten Ufer entlang neu einen Fussweg.  Foto: Sibylle Meier

Der kanalisierte Altbach fliesst quer durchs Bassersdorfer Unterdorf. Wird hier dereinst gebaut, bekommt der Bach breite, begrünte Böschungen und am rechten Ufer entlang neu einen Fussweg. Foto: Sibylle Meier

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Seit rund zehn Jahren wartet man in Bassersdorf darauf, dass sich an der Ecke Klotener-/Opfikonerstrasse etwas tut. Jetzt kommt tatsächlich wieder Bewegung in die Sache. Zwar zeigt sich der neue Schwung (noch) nicht in Form baulicher Aktivitäten, aber in planerischer Art und Weise.

Aktuell liegen erneut Baugesuche für jene Parzellen öffentlich auf. Und der zuständige Gemeinderat Christian Pfaller (SVP) zeigt sich zuversichtlich, dass auch bald gebaut wird vor Ort. «Es ist ein sehr gelungenes Projekt», findet er. Dieses war zuletzt noch abgeändert worden – aber nur «marginal», führt der Bas­sers­dorfer Bauvorsteher aus. Die Grundlage für die neue Zuversicht hat die Gemeinde selbst ­gelegt. Das hatte der Kanton nach erstmaliger Planauflage quasi als Hausaufgabe von den lokalen Behörden eingefordert.

Doch der Reihe nach: Es geht um ein stattliches Bauvorhaben von einem privaten Grundbesitzer. Schon im Spätsommer 2017 lag ein Baugesuch des alteingesessenen Urs Brunner auf. Eine Visualisierung zeigte damals zum ersten Mal für alle leicht ersichtlich, was an besagter Stelle mitten im Dorf entstehen soll: zwei grosse Flachdachhäuser mit fünf, re­spek­tive sechs Geschossen und je einer eigenen Tiefgarage. An der Ecke, wo sich heute der Parkplatz einer Denner-Filiale befindet, sollte ein Pärklein entstehen. Und zwischen den beiden Häusern hindurch ist ein öffentlicher Fussweg entlang des kanalisierten Altbachs abgebildet.

Eine rechtskräftige Baubewilligung steht aber auch bald eineinhalb Jahre nach der ersten Baueingabe noch immer aus. Die Verzögerung im Bewilligungsverfahren hat mit ebendiesem Bachlauf zu tun. Er trennt die Grundstücke und stellt erhöhte Anforderungen an die Planer. Nicht zuletzt, weil auch die Rechtsgrundlage bezüglich Bauens in Gewässernähe sich während der Planung verändert hat.

Mehr Wohnungen geplant

Dass die Knacknuss zur Umsetzung dieses Bauvorhabens letztlich im Bach liegt, war schon lange vor der ersten Planauflage 2017 bekannt. Die Hausaufgabe des Kantons an die Gemeinde sah nun aber vor, den Bereich des Gewässerraums exakt festzulegen sowie für Hochwassersicherheit und eine ökologische Aufwertung des Wasserlaufs zu sorgen. Markanteste Änderung: der Bach soll künftig nicht mehr in einem Betonkanal fliessen, sondern auf beiden Seiten eine breitere, begrünte Böschung erhalten.

Der Abstand zu den Gebäuden ist hingegen nicht grösser geworden. «Grundsätzlich ist alles erfüllt», sagt der Bauvorsteher nun. Die Gemeinde habe ihren Job gemacht. Und im Gegenzug habe auch der Bauherr einige kleinere Anpassungen vorgenommen, was jetzt zur neuerlichen Auflage der Pläne geführt hat. Die Gebäude sind aber noch immer fünf und sechsgeschossig geplant und sollen praktisch gleich platziert sein wie zuvor. Unter anderem habe sich die Einteilung der Innenräume etwas verändert. So sind neuerdings 44 statt wie zuletzt 38 Wohnungen geplant.

«Wir haben grosses Interesse, dass diese Baulücke gefüllt wird», sagt Gemeinderat Pfaller. Lange Jahre war aber nichts passiert, obwohl die Basserdorfer an einer Gemeindeversammlung vor rund zehn Jahren beschlossen hatten die strenge Regelbauweise der Kernzone zugunsten eines Neubaus an jener Ecke zu lockern. So bewilligte man dem Bauherrn einen Gestaltungsplan, der nicht verjährt und viel grössere und höhere Baukörper zulässt als normal.

Natürlich müsse man nun erst einmal die Rekursfrist abwarten, weiss der Bauvorsteher. Dennoch betont er: «So nah an der Realisierung eines Bauprojektes stand man dem Ort noch nie». (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 08.01.2019, 20:54 Uhr

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