Bassersdorf

Drei Jungunternehmer vereinfachen die digitale Stellensuche

Stellensuchende und Arbeitgeber lernen sich immer öfters über digitale Portale kennen. Drei Jungunternehmer entwickelten eine Applikation, um die Trefferquote zu erhöhen.

Gut gestartet: Im letzten Monat wurde die App bereits 60'000 Mal heruntergeladen.

Gut gestartet: Im letzten Monat wurde die App bereits 60'000 Mal heruntergeladen. Bild: ScreenShot/Yooture

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Nicht nur in der Liebe ist es schwierig, den richtigen Partner oder die richtige Partnerin kennen zu lernen. Wer sich beruflich verändern möchte, hat ebenfalls oft grosse Mühe, einen passenden Arbeitsplatz zu finden. Dies betrifft sowohl Stellensuchende wie auch Arbeitgeber, die eine Stelle besetzen möchten.

Diese Problematik bekam Claudio Lehmann, ein Mitarbeitender bei der Grossbank UBS, zu spüren, als er eine neue Herausforderung suchte und in den mühsamen, umständlichen Bewerbungsprozess einstieg. Dabei stellte er sich die Frage: «Warum gibt es keine Applikation für Stellen- und Mitarbeitersuchende wie bei Parship, der Online-Partnervermittlung?» Bei einem Mittagessen erzählte er einem Kollegen, Martin Scherrer, von seiner Idee, eine Jobvermittlungs-App zu entwickeln. Am anderen Tag kündigten die beiden ihre Stelle bei der Bank.

60'000 Mal heruntergeladen

Es fehlte der Dritte im Bunde, um die technische Entwicklung für eine neue App zu realisieren. Sie fanden ihn nach zwei Monaten in Dominik Bartholdi. Der 43-jährige Applikationsentwickler bei der UBS war von der Idee begeistert und kündete seine Stelle ebenfalls. Bartholdi ist im Thurgau aufgewachsen und lebt seit neun Jahren in Bassersdorf, zusammen mit seiner Partnerin und einer bald einjährigen Tochter. Er lernte nach der Schulzeit Innendekorateur und sollte einmal das elterliche Geschäft übernehmen. Aber er entschloss sich für eine Zweitausbildung in Informatik und arbeitete während 13 Jahren im IT-Bereich für die UBS.

Auch bald auf Computer

Die drei Jungunternehmer entwickelten zusammen innerhalb von nur eineinhalb Jahren die Smartphone-Applikation Yoo­ture. Strahlend gibt Bartholdi bekannt: «Letzten Monat verzeichneten wir bereits 60'000 Downloads, die Testphase ist abgeschlossen, und der Erfolg hat unsere Erwartungen übertroffen.» Im Firmensitz in Zürich sind neben den drei Gründungsmitgliedern zusätzlich drei weitere Personen beschäftigt.

Yooture erlaubt Stellensuchenden und Arbeitgebern, ein­ander zu finden und miteinander über einen direkten Kommunikationskanal in Kontakt zu treten. «Dies erspart viel Zeit und erhöht die Trefferquote bei der Stellen- und der Kandidaten­suche», sagt VR-Mitglied Walter Stürzinger. Die Applikation erlaubt Stellensuchenden auch, sich mit anderen Bewerbern zu vergleichen, die eigenen Stärken und Schwächen festzustellen und ihre Bewerberprofile anzupassen.

Auf die Datensicherheit legen die drei Start-up-Unternehmer grossen Wert. Die Personaldaten der Stellensuchenden sind erst bei der Kontaktnahme mit einer Firma nur von dieser einsehbar. Jetzt geht es darum, die Yooture-App weiter zu entwickeln. Vorläufig ist sie nur mit Handys abrufbar, das soll sich ändern. Zukünftig ist die App auch für Computerbenützer zugänglich. Ge­plant ist auch eine feinere Gebietseinschränkung. Für Stellensuchende ist die Verwendung von Yooture gratis, Firmeneintragungen sind kostenpflichtig. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 09.05.2016, 12:02 Uhr

Dominik Bartholdi, Mitgründer Yooture. (Bild: zvg)

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