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Auffahrt in KleinandelfingenDrei mögliche Wege statt eines Gottesdiensts

Verschiedene Stationen, die zum Nachdenken anregen. Dazwischen Zeit, diese Gedanken schweifen zu lassen. Das ist die Idee hinter dem Weg, den Pfarrerin Milva Weikert im Kleinandelfinger «Grille»-Park über Auffahrt anlegt.

Im «Grille»-Park in Kleinandelfingen wird der Stationen-Weg angelegt.
Im «Grille»-Park in Kleinandelfingen wird der Stationen-Weg angelegt.
Foto: Milva Weikert

Wofür bin ich dankbar? Wo stehe ich, und was ist mir wichtig? Solche Fragen werfen die Gebete und Texte beim Stationen-Weg im «Grille»-Park in Kleinandelfingen auf. Organisiert wird er über Auffahrt von der reformierten Kirche Andelfingen. Pfarrerin Milva Weikert erklärt: «Thematisiert wird natürlich etwa die Bedeutung der Auffahrt. Man kann den Weg aber auch gut gehen, wenn man nicht besonders gläubig ist», sagt Milva Weikert. Die Pfarrerin für die Dörfer Kleinandelfingen, Oerlingen und Alten wird den Weg am frühen Donnerstagmorgen ausschildern, sodass er von Auffahrt bis Sonntagabend begehbar ist.

Eigentlich hätte an Auffahrt in diesem Park zwischen Riethaldenweg und Gass ein Feldgottesdienst stattgefunden. Aber auch Gottesdienste fallen unter das Versammlungsverbot. «Gerade jetzt, in der Zeit mehrerer kirchlicher Feiertage, mussten wir uns deshalb etwas einfallen lassen», so Weikert.

Drei Wege

Der Stationen-Weg ist eine Alternative für den Feldgottesdienst und eine willkommene Abwechslung. Von der Gemeinde erhielt Weikert deshalb nicht nur eine Genehmigung: «Die Freude war gross darüber, dass in Kleinandelfingen endlich wieder eine Art Anlass stattfindet.»

Vom Park aus ist der Blick frei auf den Kirchturm in Andelfingen.
Vom Park aus ist der Blick frei auf den Kirchturm in Andelfingen.
Foto: Milva Weikert

Drei unterschiedlich lange Varianten bietet der Weg. Startpunkt für alle ist der Brunnen, dort liegen Karten aus, auf denen die weiteren Stationen markiert sind. Die möglichen Wege sind unterschiedlich lang und unterschiedlich gut begehbar, damit ein möglichst breites Publikum angesprochen werde. Jede Station liegt in der Nähe eines Sitzbänkli – und der Park ist gross genug, dass die Abstandsvorschriften eingehalten werden können. Speziell für die Kinder werde ein Kreativposten aufgebaut, an dem sie mit Naturmaterialien basteln können.

Drei verschiedene Routen bietet der Stationen-Weg, alle starten beim Brunnen im Park.
Drei verschiedene Routen bietet der Stationen-Weg, alle starten beim Brunnen im Park.
Foto: Milva Weikert

Kreativität gefordert

Die aktuelle Krisensituation sei anspruchsvoll in vielen Belangen. Und sie fordere Kreativität. Im Fall der reformierten Kirche Andelfingen äussert sich diese in Form von einigen Videos und «Worten zum Sonntag», die auf die Website gestellt und auf Wunsch per Mail versandt wurden. «Wir hatten diverse positive Rückmeldungen. Auch von Menschen, die sonst kaum die Kirche besuchen.» Das Team werde prüfen, ob auch nach der Krise weiterhin Schriftliches online gestellt wird.

Ebenfalls gut angekommen sei eine Aktion mit Jugendlichen. «Wir riefen sie dazu auf, Karten zu basteln, die wir dann an Bewohner und Bewohnerinnen des Wohn- und Pflegezentrums Rosengarten in Kleinandelfingen sandten.» Es wurden gar zu viele Karten produziert, Weikert konnte einige an Einwohner und Einwohnerinnen von Kleinandelfingen versenden.