Bahnausbau

Ein acht Kilometer langer Tunnel soll ­Winterthur mit dem Unterland verbinden

Der Brüttener Tunnel soll eines Tages die ­Fahrtzeit zwischen den Städten Winterthur und Zürich ­verkürzen und das dichte S-Bahn-Netz entlasten. Nun wird das Milliardenprojekt um einiges konkreter.

 Quelle ©swisstopo (JMf 00004), Grafik ak

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Zwei der grössten Schweizer Städte sollen noch näher zusammenrücken: Der Brüttener Tunnel verspricht eine Verkürzung der Fahrtzeit von Winterthur nach Zürich um sechs Minuten. Einstich auf der Winterthurer Seite wäre ausserhalb von Töss, in den Brüttener Berg hinein. Hin­aus käme man auf Höhe Bassersdorf/Dietlikon.

Nun haben die SBB die Planung des Tunnels öffentlich ausgeschrieben, und neue Details werden bekannt.

Bauten auch auf Stadtgebiet

Unter anderem wird erstmals die konkrete Länge des Tunnels genannt. Laut der Ausschreibung sollen «zwei acht Kilometer lange Einspurröhren mit Anschlüssen in Winterthur und Dietlikon» entworfen werden. Zudem wird klar: Der Tunnelbau betrifft das Bahnnetz bis weit ins Winterthurer Stadtgebiet hinein. So braucht es Anpassungen und Ergänzungen der Bahnanlagen auf der gesamten Strecke zwischen Tössmühle und dem Hauptbahnhof. Neben Bauprojekten beim Bahnhof Töss ist auch von «Unter- und Überwerfungsbauwerken» die Rede, also von kleineren Brücken und Tunnels.

Andernorts sind die Eingriffe aber dramatischer: Die Bahnhöfe Dietlikon, Bassersdorf und Wallisellen müssen umgebaut werden, um die Anbindung an den Tunnel zu gewährleisten.

Möglich wurde die Ausschreibung, nachdem die SBB bereits Anfang Jahr Probebohrungen durchgeführt hatten. Nun liegt offenbar erstmals eine konkrete Objektstudie vor.

Der Zeitplan sieht folgendermassen aus: Architektur-, Ingenieur- und Konstruktionsbüros führen ihre Testplanungen in Absprache mit den Behörden von 2017 bis 2020 aus. Frühestens 2019 beraten National- und Ständerat über den tatsächlichen Ausführungskredit des Brüttener Tunnels. Eventuell wird auch das Stimmvolk noch seine Zustimmung geben müssen. Dann könnte es für den Brüttener Tunnel schnell gehen – zumindest im Rahmen von eisenbahnbaulichen Zeitverhältnissen. Bereits 2030 könnten die beiden Einspurröhren realisiert sein.

Nadelöhr Effretikon

Der Brüttener Tunnel ist ein Kind der 1980er-Jahre, damals lag das Projekt schon einmal fast ausführungsreif auf dem Tisch. Immer wieder musste der Tunnel allerdings hinter anderen Grossprojekten wie dem Zimmerberg-Basistunnel zurückstehen, und die Realisierung wurde verschoben.

Dass der Brüttener Tunnel nun Tatsache werden könnte, ist vor allem der immer grösseren Belastung des Zürcher Bahnnetzes geschuldet. Denn der Tunnel soll nicht nur eine neue Streckenführung öffnen, sondern gleichzeitig auch das Nadelöhr Effretikon entlasten. Der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) gab bekannt, dass er 2030 eine doppelt so hohe Zugkapazität anbieten will wie 2007. Das Schreckensszenario des ZVV: Kommt der Brüttener Tunnel nicht, fehlen 2030 zwischen Winterthur und Zürich Tausende Pendlersitzplätze.

(Zürcher Regionalzeitungen)

Erstellt: 27.12.2016, 08:31 Uhr

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