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Landluft KolumneEin Ball, sie zu knechten

Minigolf ist wirklich schwierig. Aber es gibt Möglichkeiten.

Die Landluft windet die Kühe durch die Luft.
Die Landluft windet die Kühe durch die Luft.
Illustration: Ruedi Widmer

Ich verlier ja immer beim Minigolf. Da kann ich mich konzentrieren wie ich will, der Fünfjährige an der Nachbarsbahn versenkt seinen Ball treffsicherer als ich. Die Wippe? Geht bei mir nicht runter. Der Looping? Der Ball rollt nach der Hälfte lustlos zurück. Der Hindernislalom? Schafft mein Ball! ..in die falsche Richtung. Wo Profispielerin Maja Wicki 25 Schläge für 18 Bahnen braucht, steht auf meinem Zettel jeweils eine Zahl weit jenseits der 50.

«Knie beugen, Rücken durchstrecken und schubsen», klingt simpel – und ist es dann doch nicht. Was bleibt, ist, die Niederlage mit Würde zu tragen – eher ungern – oder geschicktes Ablenken der Gegenspielerinnen. Praktisch wärs ja, wenn mir die Nase abfallen würde, wie der Tüfels Chilen in Kollbrunn. Das erschreckt alle rundherum sicher derart, dass niemand mehr den Ball im Blick hat.

Gut, die Nase des Tuffgesteins braucht vermutlich einige Jahrzehnte, bis sie wieder nachgewachsen ist. Dafür ist das Facelifting ein eindrückliches Naturschauspiel. Das könnte ich leider nicht bieten und ich könnte den Trick auch nur einmal brauchen, das reicht nicht für 18 Bahnen.

Eine weitere Möglichkeit wäre, ein kleines bisschen Gülle zu verschütten. Nicht ganz so viel wie es einem Landwirt bei Neftenbach passiert ist. Aber so ein halber Kübel sollte reichen, um die Balance der Gegner empfindlich zu gefährden. Falls sie die Geruchsemmissionen als Begründung für einen vorzeitigen Spielabbruch vorschieben möchten, lasse ich das natürlich nicht gelten. Ich riech ja nichts.

Ja okay, vielleicht bleibt am Ende wie immer nur eins: Knie beugen, Portemonnaie rauskramen, Glace bezahlen.