Zum Hauptinhalt springen

Bundesrat Philipp EtterEin Mann, ein Frauenbild?

Marie und Philipp Etter-Hegglin in den 1930er-Jahren vor ihrem Haus an der Berner Kirchenfeldstrasse.

Der junge Etter und die Familie

Zwei Töchter der Etters: Monika Etter (links) wurde Grossrätin des Kantons Bern. Agnes Etter (rechts) arbeitete als Stewardess bei der Swissair.

Wandel nach 1945

Vom Nein zum Ja

2 Kommentare
    R. Ulmann

    Eine spannender Aspekt dieser schillernden Identifikationsfigur, den Zaugg elegant bewandert. Habe mit Genuss gelesen.

    Was mich hingegen umtreibt, sind die letzten Zeilen des Artikels. Darf man dieses Sterbebett-Zitat in den Kontext Frauen hineinspekulieren?

    Als Schüler seines Sohnes Pater Kassian, der m.E. viele Züge seines charismatischen Vaters trug, ging mir erst später ein Licht auf. Kassian war verschlossen, was seine private Historie anging, und erst recht, worauf seine moralischen Fundamente basierten.

    Aber er liess kaum eine Gelegenheit aus, Gutes über Juden, namentlich PhysikerInnen, im Rahmen seines Unterrichts zu erzählen. Und er wurde nicht müde, vom Schaden, den der Nazismus u.a. für die Physik und demzufolge für die Welt angerichtet hatte, zu erzählen. Er förderte das freie Denken vieler, und tolerierte mein jüdisch-marxistisches Tun und Filmclubdasein mehr als.

    Was, wenn Kassian um seines Vaters todbringender Weichenstellungen willen (Mittragen der Grenzschliessung für Juden, und sein Hintertreiben eines Appells des IKRK zu der Lage in den KZs) ins Kloster gegangen wäre? Und sich seines Lebens um Wiedergutmachung bemüht hätte?

    Ich erfuhr von BR Etters heiklen Taten erst nach meiner Matur. Wenn andere LeserInnen diese auch nicht kennen würden. Dürfte man dann diesen Aspekt im Artikel ausklammern, und das Reueeingeständnis auf die Frauenförderung trimmen?