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Klarer ZSC-SiegEin Wochenende mit sechs Punkten und nur einem Gegentor

Die ZSC Lions sind in Biel erneut sehr opportunistisch und gewinnen dank sehr guter Chancenauswertung 5:1. Ludovic Waeber feiert beinahe seinen zweiten Shutout in Serie.

Viel Abwehrarbeit, ein Gegentor: ZSC-Verteidiger Patrick Geering versperrt Biels Jason Fuchs den Passweg zu David Ullström.
Viel Abwehrarbeit, ein Gegentor: ZSC-Verteidiger Patrick Geering versperrt Biels Jason Fuchs den Passweg zu David Ullström.
Foto: Estelle Vagne (freshfocus)

Was passiert, wenn mit Biel und den ZSC Lions zwei Teams aufeinander treffen, bei denen das permanente Aktivieren der Verteidiger in den Angriff quasi in der DNA steckt? Zum Beispiel, dass zunächst Patrick Geering zu einer guten Chance im Slot kommt und im Gegenzug dann Biels Yannick Rathgeb zuvorderst angreift. Vor allem geht es aber hin und her und hin und her und hin und her. Die beiden Teams sorgten in der Startphase für ein horrendes Tempo ohne Verschnaufpause – aber auch ohne Tore. Der beim ZSC bislang durchwegs überzeugende, eigentlich als Ersatzgoalie vorgesehene Ludovic Waeber durfte erneut spielen und meisterte ein paar chaotische Szenen vor seinem Tor. Die Zürcher hingegen waren bei ihren Angriffe zunächst zu wenig konsequent und brachten den Puck kaum mal aufs Tor.

Drei ZSC-Strafen hintereinander verschoben das Momentum klar auf die Bieler Seite, es war aber der Zürcher Axel Simic, der kurz vor der ersten Pause die Lions in ihrem ersten Powerplay 1:0 in Führung schoss. Die ZSC Lions waren im Boxplay zuvor wie bislang fast immer in dieser Saison: Aggressiv, angriffig und vor allem effizient, sie überstanden auch 43 Sekunden doppelte Unterzahl schadlos.

Simic spulte zum wiederholten Mal in dieser Saison sein spezielles Programm runter: Bei 5-gegen-5-Hockey nur 13. Stürmer, dafür allerdings Stammkraft im ansonsten mit «grossen» Namen besetzten 2. Powerplay der Lions. Dieses wird von Headcoach Rikard Grönborg zudem, was die Eiszeit angeht, exakt gleichberechtigt eingesetzt wird wie die noch etwas prominenter besetzte erste Formation mit Sven Andrighetto, Garrett Roe, Fredrik Pettersson, Maxim Noreau und Chris Baltisberger.

Am Ende ein viel zu hoher Sieg

Der EHC Biel fühlte sich zurecht schlecht bedient mit diesem Rückstand, griff auch im Mitteldrittel ungehemmt an, schoss da 18 Mal auf Waeber und lag nach 40 Minuten dennoch 0:2 zurück: Chris Baltisberger erzielte einen typischen Chris-Baltisberger-Teffer, er stocherte nach einem Abpraller den Puck ins Tor.

Im Schlussdrittel verteidigte der ZSC den Vorsprung zunächst mehr schlecht denn recht, liess gegen immer verzweifelter angreifende Bieler viele gute Chancen zu. Mal parierte Waeber grossartig, mal hatte er das Glück des Tüchtigen, am Ende feierte er nach dem 3:0 gegen Bern fast seinen zweiten Shutout – es wurde erst 104 Sekunden vor Ende durch Fabio Hofer verhindert. Zuvor traf Justin Sigrist beim ersten ZSC-Angriff und mit dem ersten Schuss zum 3:0, Dominik Diem und Marcus Krüger erhöhten gar auf 5:0, fast jede Torchance war ein Treffer – das war brutal für Biel. Doch das Resultat widerspiegelte aus Zürcher Sicht eben auch die bislang fast durchwegs opportunistischen Auftritte der Lions.