Flughafen

Erste Hilfskräfte innert Sekunden vor Ort

Das Szenario ist erfunden, aber nicht unrealistisch: ein Bombenanschlag auf einen Bus. Am Dienstag übten die Rettungskräfte am Flughafen gemeinsam für den Notfall.

Die Explosion war gewaltig, den Rümlangern bot sich am Dienstagmittag ein Spektakel.
Video: CA-Media

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Ein lauter Knall und der Bus steht sofort vollständig in Flammen. Eine schwarze Rauchwolke steigt in die Höhe. Wüsste man nicht, dass es sich um eine Übung handelt, würde einem der Schreck tief in die Knochen fahren.

Der Flughafen führte am Dienstag eine gross angelegte Notfallübung durch, wie sie alle zwei Jahre stattfindet. Dabei beteiligen sich verschiedene Organisationen wie etwa Schutz &Rettung Zürich, die Kantonspolizei, die Krisenorganisationen des Flughafens und der Swiss sowie die Rettungsdienste der Spitäler Bülach und Winterthur. Im Einsatz standen rund 700 Berufsleute und andere Personen, die Passagiere und Angehörige spielten. Damit der Flugbetrieb nicht gestört wurde, war die Übung ganz in den westlichen Teil des Areals gelegt worden.

Telefonische Bombendrohung

Was aber war passiert? Fest stand für die Beteiligten zu Beginn lediglich, dass die Personen im Bus soeben einem Flugzeug aus Kairo entstiegen waren. Dass es sich nicht um einen Unfall, sondern um eine kriminelle Ursache handelte, sei aber schnell klar gewesen, erklärte Peter Wullschleger, Kommandant der Stadtzürcher Feuerwehr. Insbesondere, weil zuvor eine telefonische Bombendrohung eingegangen war.

Nach der Explosion dauerte es kaum eine Minute, bis die Rettungswagen vorfuhren, die am Flughafen selber stationiert sind. «Im Ernstfall würde die Feuerwehr nun sofort Wasser spritzen», erklärte Wullschleger. Doch um den fiktiven Passagieren eine Erkältung zu ersparen, liess man den Bus vollständig ausbrennen. Und natürlich sassen die Menschen auch nicht im Bus, sondern nahmen ihre Rolle als Verletzte erst ein, als ihnen keine Gefahr mehr drohte.

Während die Sanitäter bereits die Verletzten zu betreuen begannen, bildete sich quer durch das Areal ein langer Konvoi aus weiteren Rettungsfahrzeugen. Die Einsatzleitung lag bei der Kantonspolizei Zürich.

Erste Hilfe versus Sicherheit

Erschwerend war der fingierte kriminelle Hintergrund: Einerseits sollten Verletzte möglichst schnell ins Spital gebracht werden. Anderseits mussten weitere Anschläge vermieden werden. Weil nicht klar war, ob der Schuldige unter den Buspassagieren selber war, mussten alle überprüft werden, inklusive der Schwerverletzten. Deshalb bauten die Fachleute von Schutz & Rettung vor Ort ein provisorisches Erste-Hilfe-Zentrum auf. Für Leichtverletzte stand zudem eine geheizte Grossambulanz zur Verfügung.

Wer den Bus zum Explodieren gebracht hatte, erfuhren die Beteiligten erst nach der Übung: Es war eine kürzlich entlassene Flughafenmitarbeiterin, die sich an ihrer ehemaligen Arbeitgeberin rächen wollte. Sie steckte in persönlichen Schwierigkeiten. «Ein nicht sehr wahrscheinliches, aber denkbares Szenario», sagte Peter Wullschleger.

Die Übung habe reibungslos geklappt, gab Mediensprecherin Sonja Zöchling eine erste Einschätzung ab. Eine detaillierte Auswertung zuhanden des Bundesamts für Zivilluftfahrt soll weiteres Verbesserungspotenzial aufzeigen. (Zürcher Regionalzeitungen)

Erstellt: 15.11.2017, 09:13 Uhr

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Erste Hilfskräfte innert Sekunden vor Ort

Erste Hilfskräfte innert Sekunden vor Ort Das Szenario ist erfunden, aber nicht unrealistisch: ein Bombenanschlag auf einen Bus. Gestern übten die Rettungskräfte am Flughafen gemeinsam für den Notfall.

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