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Interview mit Starphilosoph«Es gibt keinen unschuldigen Sex»

Was Pornos mit Pärchensex zu tun haben: Slavoj Zizek erklärt, warum wir den anderen beim Sex immer zum Objekt machen müssen. Und warum dies nicht der Liebe widerspricht.

Für ihn ist Sex eine «Katastrophe»: Der slowenische Philosoph Slavoj Zizek.
Für ihn ist Sex eine «Katastrophe»: Der slowenische Philosoph Slavoj Zizek.
Foto: Getty Images

Mit seinen Interpretationen von Film und Alltagsphänomen wurde der slowenische Philosoph Slavoj Zizek
weltberühmt. Einigen gilt der 71-Jährige daher als «Elvis der Kulturtheorie». Aber auch heute ist Zizek noch ein Mann der lustvollen Provokationen. Nun hat er mit «Sex und das verfehlte Absolute» ein umfassendes Buch zum menschlichen Grossthema geschrieben, das zugleich die Summe seiner bisherigen Arbeit ist.

Für Sie ist Sex der «Kontakt mit dem Absoluten». Romantiker werden Sie für diesen Satz aus Ihrem neuen Buch genauso lieben wie Esoteriker!

Damit keine Missverständnisse entstehen: Ich hänge nicht einem New-Age-Denken an, also dass man im Moment des Orgasmus eine höhere Dimension erreicht. Oder einem christlichen Hedonismus, dass wir in unserer Zeit, wenn wir den Kontakt zu Gott verloren haben, unser Leben nur noch mit vulgärem Sex, so intensiv und oft, wie es nur geht, bedeutungsvoll machen können. Das grausame Wort steht schon im Titel meines Buches: Es geht um den Sex «und das verfehlte Absolute». Denn im Grunde genommen ist Sex eine Katastrophe.

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