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Psychologe über Corona-Depression«Natürlich ist es schwierig auszuhalten, nichts mehr planen zu können»

Die Entscheidung des Bundesrats werde vielen helfen, sich mit der neuen Situation zu arrangieren – trotz Corona-Müdigkeit. Warum, erklärt der Psychologe Andreas Maercker von der Universität Zürich.

Eine Gesichtsmaske mit dem Schweizer Kreuz hängt an einer Plexiglaswand im Bundeshaus.
Eine Gesichtsmaske mit dem Schweizer Kreuz hängt an einer Plexiglaswand im Bundeshaus.
Foto: Alessandro della Valle/Keystone

Im Sommer hatten wir das Gefühl, auf einem guten Weg zu sein. Nun gibt es eine Art Freizeit-Lockdown, der grössere Partys unter Freunden und in der Familie wieder verbietet sowie eine Sperrstunde für Restaurants und Beizen einführt. Reagieren wir jetzt gelassener, weil wir alles schon kennen und es eine Soft-Variante ist?

Es ist derzeit eine völlig andere Situation. Bei der ersten Welle im Frühling sorgten vor allem die schrecklichen Bilder von Leichentransporten aus Bergamo in Italien bei uns für einen Schock. Zudem war alles neu und ungewiss für uns. Viele Menschen erinnerte dies geradezu an die Zeiten von Pest und Cholera, sodass sie Angst um ihr eigenes Leben oder das ihrer Angehörigen hatten. Inzwischen haben wir mehr medizinisches und auch epidemiologisches Wissen. Die grosse Enttäuschung ist nun jedoch, dass der damalige mehrmonatige Lockdown und die darauffolgenden Schutzmassnahmen nicht ausreichten, um die Infektionszahlen dauerhaft tief zu halten.

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