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Kommentar zum Great Barrier ReefEs ist zu spät für die Korallen

Das Great Barrier Reef in Australien wird immer stärker gebleicht – und stirbt unaufhaltsam ab.
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Sogar dieses riesige, stabile Ökosystem ist wehrlos, wenn der Klimawandel zuschlägt.

25 Kommentare
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    Klaus Scheidt

    mmer wieder kommt es in den tropischen Meeren zu schlimmen Korallenbleichen, die den Medien dramatische Bilder liefern. Wenn sich das Meerwasser über die normalen Temperaturen hinaus erhitzt, stoßen Korallen ihre symbiontischen Algen ab. Diese auch „Zooxanthellen“ genannten Algen leben in den Zellen der Korallenpolypen und stellen der Koralle 90% des benötigten Energiebedarfs in Form von Glukose, Glycerol, Aminosäuren und Sauerstoff zur Verfügung. Die Koralle bleicht nach dem Abstoßen der Algen aus und leidet in der Folge unter dem stark eingeschränkten Energieangebot. Ein Teil der gebleichten Korallen stirbt, ein anderer Teil erholt sich wieder. Es wird befürchtet, dass es im Zuge der Klimaerwärmung zu immer häufigeren Korallenbleichen kommen könnte und die Korallenriffe hierdurch an einen Kipppunkt geraten, bei dessen Überschreiten der Großteil der Korallenriffe weltweit unwiederbringlich verloren gehen würde. Eine sehr bedenkliche Entwicklung, falls sie sich bewahrheiten sollte.

    Aber wie plausibel ist ein solches Szenario? Korallen gibt es seit geologisch langen Zeiten und waren während Teilen des Erdmittelalters (250-65 Milllionen Jahre vor heute) weit verbreitet, als die Meere sehr viel wärmer waren als heute. Wie konnten die Korallen diese hohen Temperaturen überhaupt verkraften, wenn sie angeblich so anfällig gegen hohe Temperaturen sind? Des Rätsels Lösung ist der Zooxanthellen-Wechsel.