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Interview mit Stanford-Professor«Es kann sein, dass sich die Stadien nie mehr füllen»

Hans Ulrich Gumbrecht hat eine 153-seitige Hymne aufs Stadionerlebnis verfasst. Doch der Stanford-Professor befürchtet, es könnte nach Covid-19 nicht mehr dasselbe sein.

Hans Ulrich Gumbrecht, der Sportfan: «Da bin ich einfach Teil dieser Masse, kein Professoren-Individuum.»
Hans Ulrich Gumbrecht, der Sportfan: «Da bin ich einfach Teil dieser Masse, kein Professoren-Individuum.»
Foto: Raffael Waldner/13 Photo

Sie besingen in Ihrem neuen Buch «Crowds Das Stadion als Ritual von Intensität» das orgastische Gefühl beim Stadionbesuch. Derzeit wird in leeren Stadien Fussball gespielt. Wie empfinden Sie das?

Wenn ich zu Hause in Kalifornien bin, hänge ich nicht so intensiv im europäischen Sport. Es schmerzte mich als Dortmund-Fan nicht einmal so sehr, dass die Bayern zum achten Mal in Serie Meister geworden sind. Ich habe mir also erst ein Geisterspiel am Fernsehen angeschaut, eben jenes zwischen den Bayern und Dortmund, nach dem das Titelrennen ja entschieden war. Mit der eingespielten Geräuschkulisse und den Kameras, die sehr stark mit Close-ups operieren, war das nicht einmal so verschieden von normalen Spielen. Aber zu wissen, dass da niemand ist, wird schon zu einem seltsamen Gefühl. Das Spiel selbst ist fast dasselbe, das Ereignis nicht. Es nimmt sicher etwas weg vom Reiz.

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