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Londoner Spitalärzte erzählen«Es kommen immer mehr Patienten in den 30ern und 40ern»

Die Spitäler der britischen Hauptstadt sind am Anschlag. In den Gängen weinen die Pflegerinnen, Ärzte sind ausgelaugt. Und sie können längst nicht mehr jeden retten.

Rettungswagen im Dauereinsatz: Jeder dreissigste Londoner ist mittlerweile mit Covid-19 infiziert, die Krankenhäuser sind an ihren Belastungsgrenzen.
Rettungswagen im Dauereinsatz: Jeder dreissigste Londoner ist mittlerweile mit Covid-19 infiziert, die Krankenhäuser sind an ihren Belastungsgrenzen.
Foto: Neil Hall (EPA, Keystone)


Ein verregneter Nachmittag vor dem Charing Cross Hospital im Westen der Stadt. An der Notaufnahme in der St. Dunstan's Road stehen fünf Krankenwagen, bei einem blinkt das Blaulicht. Als der erste in der Reihe losfährt, biegt sofort der nächste in die Auffahrt ein. Stau vor dem Spital, so ist das hier in den letzten Tagen.

Gleich hinter der Notaufnahme, in einem Betonblock aus den Siebzigern, arbeitet Zaid Awad. Es ist in diesen Tagen nicht ganz leicht, ihn zu erreichen. Am Telefon sagt er erstaunlich ruhig: «Wir kämpfen um Mitarbeiter, wir kämpfen um unsere Ausrüstung und wir kämpfen um Sauerstoff.» Normalerweise arbeitet er in der Tumorchirurgie und kümmert sich um Krebspatienten. Aber seit das Coronavirus in der Stadt ist, macht er immer mehr Luftröhrenschnitte bei Covid-19-Infizierten. Zaid Awad schneidet den Patienten die Luftröhre auf, um die Beatmung zu vereinfachen. Sie können so weiterleben. Und weiterkämpfen, um nicht zu sterben. Er sagt: «Die Situation in den Spitälern ist ernst. Ziemlich ernst.»

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