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Saisonstart in der 1. LigaFCW-Frauen wollen etwas bewegen

Die Winterthurerinnen kommen motiviert aus der langen Wettkampfpause. Der Aufstieg in die Nationalliga B ist das langfristige Ziel der Truppe von Trainerin Adrienne Krysl. Es ist nicht ausgeschlossen, dass es diese Saison schon klappt.

Zum Saisonstart trifft das Frauenteam des FCW auswärts auf Wil.
Zum Saisonstart trifft das Frauenteam des FCW auswärts auf Wil.
Foto: Deuring Photography

Ziel sei die Nationalliga B – das haben die Frauen des FCW schon formuliert, ehe sie vor vier Jahren in der 3. Liga begannen. Ein Zeitrahmen wurde dafür vernünftigerweise nicht festgelegt. Bis jetzt aber wurde der Weg dahin ziemlich erfolgreich beschritten: Als die FCW-Frauen vor neun Monaten ihr bisher letztes Wettbewerbsspiel bestritten hatten, standen sie bereits mitten in ihrer zweiten 1.-Liga-Saison und lagen auf Rang 4. Diesen zu verbessern, war nicht möglich, weil die Saison kurz vor dem Rückrundenstart abgebrochen wurde.

«Es ist möglich, dass wir aufsteigen. Permanent davon zu reden, wäre aber falsch.»

Adrienne Krysl, Cheftrainerin FCW-Frauen

Die wichtigste Frage, die Cheftrainerin Adrienne Krysl danach beschäftigte, war: Wie wirkt sich eine derart einschneidende Pause auf ihre Spielerinnen aus? Die Antwort: «Ich war positiv überrascht», erklärt sie. «Die Spielerinnen kamen fit und motiviert aus der Pause zurück. Keine hat aufgegeben. Man spürt: Sie wollen etwas bewegen.» Das gilt auch für Krysl selber. Sie absolviert ab Herbst in Magglingen die zweijährige Ausbildung zur Berufstrainerin. Dieses Diplom haben bisher nur wenige Frauen aus dem Fussball erwerben können.

Ziele auf vielen Ebenen

Beim FCW arbeitet die Trainerin mit ihren Spielerinnen an den Themen weiter, die sie sich schon zu Beginn des Jahres auf den Zettel geschrieben hatte. Krysl möchte ihre Spielerinnen auf verschiedenenen Ebenenen weiterzubringen. Dazu gehören selbstverständlich Technik und Taktik. Die Trainerin will, dass ihr Team ein Spiel dominieren kann und dass es im Spielsystem immer Varianten hat. Technisch wurde an der Passqualität und an der offenen Ball-An- und -Mitnahme gefeilt. Ebenso wichtig wie die rein fussballerischen Qualitäten ist ihr jedoch, dass sich die Spielerinnen in den Köpfen weiterentwickeln. Positive Selbstgespräche seien ein Thema, konkret beispielsweise das Erarbeiten von Wenn-Dann-Strategien oder das persönliche Verhalten im Team. «Es ist mir wichtig, dass sich jede Spielerin überlegt, was sie dazu beitragen kann, dass wir vorwärts kommen.»

Vorwärts kommen will zweifellos, wer derart differenziert arbeitet. Der Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse ist aber nicht das Saisonziel, jedenfalls nicht zwingend. Krysl sieht das so: «Wir wollen ein High-Performing Team sein, daran arbeiten wir. Deshalb ist es möglich, dass wir aufsteigen. Permanent davon zu reden wäre aber falsch.» Wichtiger sei ihr, dass das Team nach vier Jahren stabil bleibe. «Aber wir müssen Geduld haben. Wenn wir unsere Teilziele erreichen, kommt der Aufstieg bald.» Der Ehrgeiz ist jedenfalls da, das zeigt die Trainingspräsenz. Selbst in der Ferienzeit waren jeweils 16 bis 18 Spielerinnen da.

FCW-Trainerin Adrienne Krysl absolviert ab Herbst in Magglingen die Ausbildung zur Berufstrainerin.
FCW-Trainerin Adrienne Krysl absolviert ab Herbst in Magglingen die Ausbildung zur Berufstrainerin.
Foto: Deuring Photography

Das Kader ist verbreitert und vor allem in der Verteidigung verstärkt worden. Neu dazu kamen zwei Spielerinnen aus der U21 des FC Zürich: Innenverteidigerin Sophia Hürlimann, eine liechtensteinische Nationalspielerin, und Offensivspielerin Seraina Kaufmann. Vom FC Thun (NLB) stösst Aussenverteidigerin Patricia Fritschi zum FCW. Im Moment fehlt Cecile Ramseier (Babypause). Zudem muss Layana Kunasingam wegen Komplikationen nach einem Kreuzbandriss aufhören, sie bleibt aber im Staff und übernimmt die Medienbetreuung.

Was die FCW-Frauen beim Saisonstart am Samstag auswärts gegen Wil leisten können, ist schwer einzuschätzen. Denn ein Fortschritt ist für Krysl «nur das, was man im Wettkampf abrufen kann.» Testspiele gabs nur eines. Letzte Woche resultierte ein 9:3-Sieg gegen den FC Hochhrein (Verbandsliga Südbaden) in Hohentengen. Die Trainerin war angetan davon, was ihre Spielerinnen schon umsetzen konnten. Für einen gelungenen Saisonstart darf man also optimistisch sein.