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Feuerteufel wird auch wegen Kinderpornografie angeklagt

Ein Mann, der mutmasslich für eine Brandserie in der Rosenstadt verantwortlich ist, soll für mehrere Jahre ins Gefängnis. Ihm wird nicht nur Brandstiftung vorgeworfen, sondern auch der Besitz von Kinder­pornografie.

Im Dezember 2015 steckte der «Feuerteufel» in Rapperswil-Jona Abfallkübel, einen Güterschuppen, Haushaltsgeräte und einen Besen in Brand. Dem mutmasslichen Täter wird aber noch viel mehr vorgeworfen.
Im Dezember 2015 steckte der «Feuerteufel» in Rapperswil-Jona Abfallkübel, einen Güterschuppen, Haushaltsgeräte und einen Besen in Brand. Dem mutmasslichen Täter wird aber noch viel mehr vorgeworfen.
Archiv / Kantonspolizei St. Gallen

Der Mann, der für Dutzende ­Brände in Rapperswil-Jona zwischen September und Dezember 2015 verantwortlich gemacht wird, soll für viereinhalb Jahre ins Gefäng­nis. Die Staatsanwaltschaft St. Gallen hat Anklage erhoben, wie Radio Züri­see berichtet.

Allerdings wird dem 28-Jäh­rigen nicht nur Brandstiftung vorgeworfen: Auf seinem Mobiltelefon wurden mehr als 130 Bilder mit kinderpornografischem Inhalt gefunden. Eines dieser Bilder soll er an eine unbekannte Per­son weitergeschickt haben, wes­halb er nicht nur wegen ­Besitzes, sondern auch wegen des Inverkehr­bringens von Kinderpornografie angeklagt ist.

Das belastende Material ­wurde im Zuge einer Hausdurchsuchung entdeckt, wor­auf der Mann aus der Region im Dezember 2015 nach aufwendiger Fahndung verhaftet wurde. Bis er zumindest teilweise geständig war, vergingen jedoch einige Monate, wie die Kantonspolizei St. Gallen später mitteilte. So sass er wäh­rend eines halben Jahres in Unter­suchungs­haft. Ein Motiv für die Brandstiftungen sei nicht ersichtlich. Der Verdächtige habe angegeben, er habe die Brände «wahllos» gelegt.

Zusätzliche Delikte

Laut Anklageschrift hat der Brand­stifter einen Sachschaden von über 92 000 Franken angerichtet. Der teuerste Brand war derjenige im Oktober 2015 beim Unterstand der Tiefgaragen­einfahrt zur Stadtverwaltung Rapperswil-Jona. Das Feuer ver­ursachte einen Schaden von über 65 000 Franken.

Bei einigen Brandstiftungen handelt es sich allerdings nur um Sachbeschädigungen, weil die Feuer relativ klein waren oder von selbst wieder erloschen. Die Strafe von mehreren Jahren kumuliert sich neben den Brandstiftungen und der Kinderpornografie noch aus mehreren anderen Delikten.

Einer der Anklagepunkte dreht sich um unerlaubten Waffenbesitz. So wurde beim Angeklagten ein Luftgewehr gefunden, das er vor Jahren von einem Arbeitgeber erhalten hatte, für das jedoch die erforderliche Doku­mentation fehlte.

Ein weiterer Anklagepunkt ­bezieht sich auf ein Drogendelikt. Die Ermittler fanden 27 Cannabispflanzen in der Wohnung des Angeklagten. Er konsumiert seit mehr als zehn Jahren regelmässig Cannabis.

Der Beschuldigte befindet sich seit über einem Jahr im vorzei­tigen Strafvollzug. Diese Zeit ­sowie die Untersuchungshaft würden ihm bei einer allfälligen Verurteilung angerechnet werden. Die Staatsanwaltschaft fordert, dass die Freiheitsstrafe zuguns­ten einer stationären Behand­lung aufgeschoben wird. Ein Verhandlungstermin steht noch nicht fest.

Der 28-Jährige wird jedoch nicht nur strafrechtlich belangt. Es sind zudem mehrere Zivil­forderungen gegen ihn hängig.

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