Rapperswil-Jona

Circus Knie: Die Elefanten-Dynastie zieht sich aus der Manege zurück

Franco Knie jun. gibt sein Amt als technischer Direktor des Circus Knie ab und wird neu seinen Vater bei Projekten in Knies Kinderzoo unterstützen.

Im Kinderzoo wird Franco Knie jun. seine Erfahrung mit Elefanten wieder einbringen können.

Im Kinderzoo wird Franco Knie jun. seine Erfahrung mit Elefanten wieder einbringen können. Bild: Archiv/André Springer

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Franco Knie jun. hat genug vom Tourneeleben im Zirkuswagen: Der 42-Jährige gibt sein Amt als technischer Direktor beim Circus Knie per sofort ab. Laut einer Mitteilung will er seinen Vater, Zoodirektor Franco Knie sen., bei Projekten des Kinderzoos in Rapperswil unterstützen. «Franco Knie jun. hat sich entschieden, zusammen mit seiner Familie – seiner Frau Linna-Sun Knie und seinem Sohn Chris Rui Knie – ganzjährig in Rapperswil zu bleiben», heisst es in der Mitteilung weiter. Warum Franco Knie jun. seine Position beim Zirkus aufgibt, wird seitens der Knie-Familie nicht weiter ausgeführt, ebenso wenig wer seine Position im Unternehmen zukünftig übernimmt.

Neue Rolle gesucht

Der Abschied aus der Manege kommt überraschend – und doch hatte er sich irgendwie abgezeichnet. Seit die Elefanten Ende Saison 2015 aus der Manege verschwanden, suchten Franco Knie jun. und seine Familie in der Manege eine neue tragende Rolle. Allerdings blieb der nachhaltige Erfolg trotz einer Manegenpause 2016 aus: Die dressierten Ziegen im Jahr 2017 blieben ebenso einmalig wie der Versuch, mit einer «Drohnen-Dressur» ein neues Highlight unter dem Chapiteau zu etablieren.

Mit Papageien in der Manege: Franco jun, Linna-Sun und Chris Rui Knie 2019. Archivfoto: Patrick Gutenberg

Im vergangenen Jahr – dem 100-Jahr-Jubiläum des Unternehmens – probierte die Familie dann aus, ob sie mit Papageien neuen Schwung in die Manege bringen könnte. Die bunten Tiere sorgten zwar für glänzende Kinderaugen, konnten aber nicht über den Verlust der Elefanten in der Manege hinwegtäuschen.

Wie sehr Franco Knie jun. der Rückzug der Elefanten aus der Manege beschäftigte, zeigte sich auch in einer SRF-Doku zum 100-Jahr-Jubiläum des Zirkus im vergangenen Jahr. «Es war eigentlich klar, dass wir einmal mit Elefanten im Zirkus aufhören.» Das sei ihm zwar durchaus bewusst gewesen, sagte Knie in der Doku – er habe es aber einfach verdrängt, dass die Tiere nicht mehr in der Manege auftreten würden. «Und wie fühlt man sich, wenn es dann so weit ist? Scheisse», folgerte er rückblickend auf den einschneidenden Entscheid. Diesen begründete die Familie Knie 2015 mit der Elefantenzucht, auf die man im Kinderzoo setzen wollte.

Zweiter Rückzug

Ebenfalls aus der Manege zurückgezogen hatte sich im vergangenen Jahr Fredy Knie jun, ein Vertreter des «Pferde-Zweiges» der Knie-Dynastie. Der 72-Jährige wollte den Zirkus in die Hände der siebten und achten Knie-Generation übergeben. In der Manege wird diese von Géraldine Knie, Maycol Errani sowie ihren Kindern Ivan Frédéric und Chanel Marie Knie vertreten.

Der frühere «Elefanten-Zweig» der Familie ist mit dem Rückzug von Franco Knie jun. operativ im Zirkusunternehmen nur noch mit Doris Knie vertreten, welche in der Administration tätig ist.

Ausbau im Kinderzoo

So soll der Neubau im Kinderzoo aussehen. Visualisierung/PD

Dass sich der Kinderzoo mit Franco Knie jun. verstärkt, hat vor allem mit einem Projekt im Kinderzoo zu tun. Derzeit baut die Familie den sogenannten Zauberhut, welcher die bisherige Seelöwenanlage ersetzt. Im Neubau sollen ab diesem Herbst Hunde und Pferde das Publikum unterhalten. Der 26 Meter hohe Turm kann aber auch für Events genutzt werden und bietet zwischen 500 und 600 Personen Platz. Die strategische Wichtigkeit dieses Neubaus vom reinen Zoo zum Erlebnisort bei Tag und Nacht wird auch mit dem jüngsten «Transfer» unterstrichen: «Mit seiner langjährigen Erfahrung rund um unsere Elefanten sowie seinen wertvollen, technischen Kenntnissen wird Franco Knie jun. eine wichtige Stütze und eine grosse Bereicherung für Knies Kinderzoo sein.»





Erstellt: 03.02.2020, 16:53 Uhr

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