Freienstein-Teufen

1050 Unterschriften gegen eine 5G-Antenne

Mittels Petition fordern die Bewohner von Freienstein den Baustopp für eine Mobilfunkanlage.

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Die Bevölkerung aus Freienstein kämpft schon seit einem Monat gegen den geplanten Bau einer Mobilfunkantenne mit 5G-Standard. Mitte Woche überreichten die Bewohner dem Gemeindepräsidenten Oliver Müller eine Petition mit 1050 Unterschriften. «Sicher über 900 Unterschriften stammen aus nächster Umgebung. Und das, obwohl das Dorf nur 760 Haushalte zählt», erklärt der Antragsteller Hans Seiterle.

Unerwartet viel Rückhalt

Am 12. April wurde die Bevölkerung im Mitteilungsblatt über das Bauvorhaben am Shedweg auf dem Areal der ehemaligen Spinnerei Blumer Söhne & Cie AG informiert. Sofort regte sich Widerstand, und Seiterle begann, Flugblätter zu verteilen, und etwas später auch damit, Unterschriften zu sammeln. Damals hätte er nicht gedacht, dass sein Anliegen eine solche Zustimmung finden würde. «Als wir mit drei, vier Leuten zu sammeln begannen, rechneten wir mit 200 Unterschriften.»

Doch das Thema polarisiert. Bei der Übergabe betonte Seiterle noch einmal die Sorgen der Bürger. «Wir möchten Schutz vor der Antenne und Schutz für das Areal. Wir hoffen, dass die kantonale Denkmalpflege zur Einsicht kommt, dass eine 35 Meter hohe Antenne im BSC-Areal, welches in der Liste der Kulturgüter des Kantons Zürich aufgenommen wurde, nicht bewilligungsfähig ist.» Die Bewohner wollen das Dorfbild aufrechterhalten und fordern daher mit der Petition einen Baustopp.

Ungewisse Zukunft

Der Gemeindepräsident zeigte sich ebenfalls beeindruckt von der Betroffenheit der Bürger: «Allein die Tatsache, dass beinahe der gesamte Gemeinderat heute anwesend ist, zeigt, dass wir die Sorgen der Bevölkerung sehr ernst nehmen.» Müller blieb aber eher zurückhaltend. Das Baugesuch liege momentan bei der kantonalen Denkmalpflege zur Abklärung. Falls es von dieser gutgeheissen werde, garantiere er für ein ordentliches und gesetzeskonformes Verfahren und dafür, dass der Entscheid aufseiten der Gemeinde im Rahmen der Bauvorschriften ausfallen werde.

Die definitive Entscheidung über den Bau einer solchen Anlage würde aber schlussendlich ein Gericht fällen. «Ich kann jetzt nicht versprechen, dass die Antenne nicht gebaut wird.» Weiter sagte er, dass über die grundsätzliche Einführung des 5G-Mobilfunkstandards auf Bundesebene entschieden werden müsse. Er versprach aber, der Gemeinderat werde ein Schreiben an Kanton und Bund verfassen, in dem er über die Sorge der Bürger und über die Nachfrage nach einer fundierten Abklärung informiert.

Die Denkmalpflege hat mittlerweile von der Swisscom nähere Angaben und eine Visualisierung der geplanten Anlage verlangt. Auch will sie sich gemäss Seiterle einen Überblick vor Ort verschaffen. Daher dürfte sich der Entscheid noch etwas hinziehen. «Es wird sicherlich Juli, bis wir Genaueres wissen. Bis dahin müssen wir warten», sagt Seiterle. (Der Landbote)

Erstellt: 24.05.2019, 18:02 Uhr

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