Wülflingen

30 neue Wohnungen hoch über Wülflingen

Mit schönster Aussicht, aber sehr umstritten: Gegen das Wohnbauprojekt beim Restaurant Sporrer hatten zig Anwohner rekurriert, aber vergeblich.

Der Baugrund beim Sporrer bietet einen Panoramablick von Wülflingen Richtung Stadt.

Der Baugrund beim Sporrer bietet einen Panoramablick von Wülflingen Richtung Stadt. Bild: Nathalie Guinand

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Die Sache gibt im Quartier am Wülflinger Taggenberg schon länger zu reden. Doch inzwischen haben die Anwohner der Reihenhaussiedlung die etwas traurige Gewissheit: Sie werden sich mit spürbar mehr Autoverkehr abfinden müssen.

Die Anfahrt zum Restaurant Sporrer erfolgt neu über die Taggenbergstrasse, statt von der anderen Seite her (siehe Karte unten). Das Sporrer-Wirtepaar baut um ihr Restaurant herum drei viergeschossige Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 30 Wohnungen. Die Panoramalage mit Blick hinüber zum Brühlberg ist so schön wie abgelegen. Die nächste Busstation ist einen Kilometer weit entfernt: Zum Sporrer fährt man mit dem Auto. In der kleinen Siedlung sind daher 49 Parkplätze in einer Tiefgarage geplant.

Bestellt haben den Baurechtsentscheid vor gut einem Jahr 29 Parteien. Letztlich ist ein Rekurs gegen die Baubewilligung eingegangen, den 16 Parteien unterstützt haben – eine stattliche Zahl, angesichts der rund 40 Parteien im Quartier. Doch das Baurekursgericht lehnte sämtliche Einwände ab. Schon im nächsten Frühling könnten deshalb die Bagger auffahren.

«Ich verstehe den Entscheid bis heute nicht.»Eveline Utzinger, Anwohnerin und Rekurrentin

Was ändert sich? Das schmale Zufahrt-Strässchen (heute Fahrverbot) wird zweispurig und bekommt ein Trottoir. «Ich verstehe den Entscheid bis heute nicht», sagt Anwohnerin und Rekurrentin Eveline Utzinger. Sie rechnet mit massiv mehr Lärm und Verkehr auf der Taggenbergstrasse. Denn neben den neuen Nachbarn nehmen neu auch die Restaurantgäste und die Zulieferer diesen Weg.

Abbieger unverhältnismässig

Warum wollen die städtischen Baubehörden die Zufahrt wechseln? Primär aus Gründen der Verkehrssicherheit. Bisher kamen die Gäste über die Riedhofstrasse, eine kommunale Strasse, auf der Tempo 80 gilt. Wer von der Stadt her kommt, zweigt links zum Restaurant ab und quert damit die Gegenspur.

Mit den neuen Anwohnern stiege folglich auch das Unfallrisiko. Und die Riedhofstrasse zu verbreitern und um einen Linksabbieger zu ergänzen, erachtete man bei der Stadt als unverhältnismässig. Ohnehin seien Liegenschaften grundsätzlich rückwärtig zu erschliessen, das heisst: wenn immer möglich von der kleineren Strasse her, statt von der Hauptstrasse.

«Mit den Sporrer-Wirten hatten wir nie ein Problem.»Eveline Utzinger

Dennoch musste das Bauamt einen Umweg über die kantonalen Behörden gehen. Das Amt für Raumplanung hatte offenbar eine hinreichende Begründung für die neue Erschliessung verlangt. Letztlich bewilligte die kantonale Baudirektion die Pläne jedoch.

Die Rekurrenten fühlen sich trotzdem abgekanzelt. «Auf den Vorschlag, auf der Riedhofstrasse auf einem Teilstück auf Tempo 50 zu reduzieren, beschied man uns bei der Stadt, ‹dass das eben nicht so einfach sei›», sagt Utzinger.

«Wir wollen, dass es für alle stimmt.» Emanuel Bosshart, Wirt Sporrer

Behörden, Rekursrichter, Bauherren und Rekurrenten gingen das Gebiet für einen Augenschein nochmals gemeinsam ab. Inzwischen scheinen die Wogen etwas geglättet. «Mit den Sporrer-Wirten hatten wir sowieso nie ein Problem», sagt Utzinger. Diese hätten sich stets sehr verständnisvoll gezeigt und offen für Vorschläge, wie für den Bau eines Schutzzauns um den Spielplatz an der Kreuzung, wo die neue Zufahrt zum Restaurant weggeht. «Wir wollen, dass es für alle stimmt», sagt Sporrer-Wirt Emanuel Bosshart.

Die drei Wohnhäuser kommen auf einer dreigeschossigen Wohnzone zu liegen, umgeben von Erholungsgebiet. Geplant sind 2- bis 5-Zimmer-Wohnungen im mittleren Preissegment. Die stattliche alte Scheune wird abgerissen.

So sollen die drei Wohnhäuser aussehen. Foto: PD

Erstellt: 28.07.2019, 13:59 Uhr

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