Aadorf

300 iPads für Sekundarschüler

Die Sekundarschule rüstet alle Schüler mit einem iPad aus. Die Tablets wurden bereits in einem Pilotprojekt getestet. Die Schule ist vom Erfolg überzeugt, kritische Stimmen gibt es kaum.

Die Aadorfer Sekundarschüler mussten die Tablets in den letzten Monaten während eines Pilotversuches noch teilen. Für das neue Schuljahr erhält jeder sein ganz Persönliches.

Die Aadorfer Sekundarschüler mussten die Tablets in den letzten Monaten während eines Pilotversuches noch teilen. Für das neue Schuljahr erhält jeder sein ganz Persönliches. Bild: Kurt Lichtensteiger

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Am ersten Tag des neuen Schuljahres erhalten alle 300 Sekundarschüler in Aadorf ein persönliches iPad. Dieses kann von den Jugendlichen nach Hause genommen werden, Ende der dritten Klasse geben sie es wieder ab. «Die technologische Entwicklung macht auch vor dem Schulbetrieb nicht halt», sagt Schulverwalter Markus Büsser.

Bereits getestet

In den letzten sechs Monaten sind 20 Geräte von Schülern und Lehrern im Rahmen eines Pilotprojekts auf ihre verschiedenen Funktionen getestet worden. «Das Tablet eignet sich etwa sehr gut zur Recherche, aber auch verschiedene Lern-Apps für Geometrie und Zeichnen können sinnvoll eingesetzt werden.» Apple setzt stark auf Lernapps, über 170’000 sind in ihrem Store erhältlich. Die Schule verwendet seit 2008 Appleprodukte, Angebote von anderen Herstellern wurden nicht geprüft.

Die Schule entschied sich für die mobilen Tablets und gegen neue Computer: «Die alten Macs sind amortisiert und anstelle eine 1:1-Ersatzes, entschieden wir uns für iPads.» Die Kosten von 180’000 Franken liegen laut der Schule in der «gleichen Grössenordnung».

Kritische Stimmen gab es laut Büsser bisher kaum. An der Versammlung der Schulgemeinde im Dezember kamen keine Fragen auf. Die 290‘000 Franken Budget für die komplette Erneuerung der Informatikmittel wurden klar angenommen. Büsser sieht gar Sparpotenzial: «Wir werden die Daten in einer sogenannten Cloud - einem Internetserver - abspeichern, so sparen wir Geld für ansonsten fällige Erweiterungen unserer lokalen Server.» Auch deshalb besitzt die Schule nun eine schnellere Internetverbindung.

Lehrer werden geschult

Fürchtet sich Büsser nicht vor einer Copy-Paste-Generation, die den ganzen Tag auf den Bildschirm starrt und verdummt? «Die Tablets werden nicht im Dauereinsatz sein und die Schüler nicht ständig auf den Bildschirm starren.» Die Gefahren der neuen Technologie sind ihm aber durchaus bewusst. Um das Lehrerpersonal optimal vorzubereiten wurden bereits Schulungen mit den Geräten durchgeführt, weitere folgen in den Sommerferien. Durchgeführt werden diese vom Lieferanten Dataquest, der auch für den späteren Support der Geräte verantwortlich ist. Ausserdem können sich interessierte Lehrer an der Pädagogischen Hochschule Thurgau an elf Kurstagen zu sogenannten iScouts ausbilden lassen. Laut Büsser hat der Grossteil der Lehrer positiv auf die Umstellung reagiert.

Der Lehrplan 21 setzt mehrere Ziele im Medienbereich. Das «grundlegende Verständnis» und die «verantwortungsvolle Nutzung» stehen im Fokus. Ausserdem sollen in allen Fächern digitale Medien eingesetzt werden.

Schule hat keine Bedenken

«Die Digitalisierung ist eine Entwicklung, vor der wir uns nicht verschliessen können», sagt Büsser. Laut einer Studie der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften von 2014 besitzen 97 Prozent aller Jugendlichen ein Smartphone. Die Schule hat deshalb auch keine Bedenken, dass ein persönliches Tablet die Freiziet der Jugendlichen gross beeinflussen wird, eine spezielle Schulung für die Eltern ist aus diesem Grund nicht vorgesehen.

(Der Landbote)

Erstellt: 13.07.2016, 08:19 Uhr

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