Brütten

6000 Kilometer bis zur Versteigerung

Matthias Kleefoot will im März von Brütten nach Banjul fahren und in Gambia seinen VW-Bus versteigern lassen — als Spende.

Matthias Kleefoot mit seinem VW-Bus, der, in Gambia versteigert, einem Hilfswerk Geld einbringen soll.

Matthias Kleefoot mit seinem VW-Bus, der, in Gambia versteigert, einem Hilfswerk Geld einbringen soll. Bild: zvg

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Das grösste Geburtstagsgeschenk macht sich Matthias Kleefoot am Tag nach seinem 34. Geburtstag gleich selber. Denn am 3. März 2018 startet er seine Reise von Brütten nach Banjul, der Hauptstadt Gambias, das kleinste Land Afrikas. Die Startnummer 0814 auf den Türen des weissen VW-Buses. Alles andere als 0815.

Zusammen mit 49 weiteren Fahrzeugen ist er Teil der Rallye von Dresden über Dakar nach Banjul, die von der deutschen Hilforganisation Dresden-Banjul-Organisation ins Leben gerufen wurde. «Die Fahrzeuge werden nach der Ankunft an Geschäftsleute versteigert, das Geld kommt dem Hilfswerk zugute», sagt Kleefoot. Diese finanziert Proejekte wie Schulen und Lehrbetriebe über die Rallye, die im März zum 25. Mal stattfindet.

Schon ans Nordkap gefahren

Auf die Rallye aufmerksam geworden ist Kleefoot über die Tante seiner Freundin. Sie hatte vor gut einem Jahr ebenfalls teilgenommen. «Ich wusste sofort, dass ich das auch machen will.» Kleefoot gibt auf seiner eigens für die Reise erstellten Website an, dass er in seinen Ferien gerne lange mit dem Auto reist. «Ich schätze dabei vor allem die Freiheit, ich kann selber entscheiden, welchen Weg ich nehme.» Im Sommer 2016 fuhr er zum Beispiel zum Nordkap und wieder zurück, rund 7500 Kilometer. «Der Weg nach Gambia ist mit 6000 Kilometer zwar kürzer, dafür fahre ich 800 Kilometer durch den Sand der Sahara», sagt Kleefoot. Rund drei Wochen soll die Reise dauern.

Die Strecke will er mit einem Volkswagen T4 Diesel bewältigen. Das 20-jährige Auto hat bereits 312 000 Kilometer auf dem Buckel. Zuvor gehörte es einem Zürcher, der es für seine Surfferien nutzte, für 1750 Franken hat er es ihm abgekauft.

Auf der Suche nach Sponsoren

Je nachdem könne er in Gambia gar einen höheren Verkaufspreis erzielen. «Da das Auto in Gambia versteigert wird, habe ich mich gefragt, was dort wohl stark nachgefragt wird.» Die Antwort: Diesel und viel Stauraum. Das hat zudem den Vorteil, dass Kleefoot nun auch im Bus übernachten kann, statt in der Sahara zelten zu müssen. Um die Ausgaben für den Kauf des Fahrzeuges noch ein wenig zu reduzieren, ist Kleefoot auf Sponsorensuche. Am Bus will er dafür die Logos von Firmen anbringen, die seine Reise und somit die Hilfsprojekte in Gambia unterstützen. Die Ausgaben für die Reise trägt er selber.

Kleefoot ist zwar ein begeisterter Autofahrer, aber ein technischer Laie. Deshalb ist er froh, dass er anfangs Dezember nach langer Suche einen Beifahrer auftreiben konnte, der zudem noch Automechaniker ist. Unter den verschiedenen Teilnehmern herrsche zudem eine grosse Solidarität, man helfe sich gegenseitig. Als «sehr gut kalkulierbares Abenteuer» bezeichnet Kleefoot die Reise. Ein Gewinner der Rallye wird nicht erkoren. Für Kleefoot steht klar der karitative Aspekt im Vordergrund. Die Sieger sollen die Menschen in Gambia sein, die von den Spendengeldern profitieren.

Erstellt: 18.12.2017, 17:31 Uhr

Die Reise-Route von Brütten nach Gambia.

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