Winterthur

Ausgeschaffter Gefährder aus Winterthur pocht auf seine Unschuld

Ein Russe, der von Winterthur aus den Terror finanziert haben soll, wehrt sich gegen die Vorwürfe.

Die mittlerweile geschlossene An'Nur-Moschee war in Winterthur jahrelang in den Schlagzeilen. Bild: Doris Fanconi

Die mittlerweile geschlossene An'Nur-Moschee war in Winterthur jahrelang in den Schlagzeilen. Bild: Doris Fanconi

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13 Jahre lang lebte ein russischer Staatsbürger in der Schweiz, im letzten Oktober wurde er ausgeschafft. Zuvor wurde er in seiner Wohnung in einem Winterthurer Quartier festgenommen. Der Vorwurf: Der Mann ist ein Gefährder, stark radikalisiert, und hat Terroristen im Ausland finanziell unterstützt.

Über den Fall berichtete der «Landbote» bereits im Mai (siehe die letzten beiden Abschnitte). Nun äussert sich der ausgeschaffte Mann erstmals zu den Vorwürfen. In der NZZ beteuert er seine Unschuld, spricht von «unglücklichen Zufällen und folgenschweren Missverständnissen». Er habe zwar Geldüberweisungen vorgenommen, jedoch nichts über den Zweck gewusst. Mit Fundamentalismus habe er nichts am Hut.

Von IS-Reisenden «nichts gewusst»

Das sahen die Behörden anders. Sie beobachteten den Mann seit dem Zeitpunkt, als er in der mittlerweile geschlossenen Winterthurer An'Nur-Moschee zu verkehren begann. Über ein Dutzend Besucher der Moschee sollen zum IS nach Syrien gereist sein.

Die Ermittler beschatteten den Russen, es kam zu mehreren Einvernahmen. Die NZZ zitiert aus einem Verhör des Bundesamt für Polizei. Dieses konfrontierte ihn mit dem Vorwurf, ein radikalisierter Islamist zu sein. Der Mann entgegnete: «Ich bin kein radikaler Islamist. Ich habe immer die An'Nur-Moschee besucht. Aber ich habe nicht gewusst, dass von dort Leute nach Syrien gereist sind.»

Das Bundesamt für Polizei glaubt ihm nicht, und sieht den Russen als Gefahr für die innere Sicherheit der Schweiz. Zusammen mit einem ehemaligen Vorbeter der An'Nur-Moschee soll er Anfang 2017 314 US-Dollar an eine Frau im Libanon transferiert haben. Die damals 28-jährige syrische Empfängerin des Geldes soll geplant haben, im Libanon ein Selbstmordattentat zu begehen. Auch der ehemalige Vorbeter wurde von den Behörden gefasst. Er sitzt seit 2017 in U-Haft und soll als IS-Mitglied unter anderem einen Anschlag geplant haben.

Erstellt: 07.08.2019, 10:39 Uhr

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