Bassersdorf

Baumsterben im Quartier –Sonne und Pilz waren zu viel

Sonnenbrand und Pilzbefall haben in einem Neubauquartier bei Basserdorf fast den halben Baum- bestand dahingerafft. Weil die abgestorbenen Stämme zur Gefahr wurden, musste die Gemeinde einschreiten.

20 von rund 50 Bäumen in diesem Quartier der Gemeinde Bassersdorf sind in den letzten Tagen vom Strassendienst gefällt worden. Die Stämme der Hainbuchen waren morsch und drohten umzufallen.

20 von rund 50 Bäumen in diesem Quartier der Gemeinde Bassersdorf sind in den letzten Tagen vom Strassendienst gefällt worden. Die Stämme der Hainbuchen waren morsch und drohten umzufallen. Bild: Sibylle Meier

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Im Waldacher ist es nicht mehr weit her mit sattem Grün am Strassenrand. Sinnigerweise musste der Baumbestand entlang dieser Quartierstrasse im Weiler Baltenswil jüngst ziemlich offensiv ausgelichtet werden. «Wir mussten rund 20 Bäume fällen», bestätigt der zuständige Gemeinderat Christian Pfaller (SVP). Das Anrücken mit der Motorsäge tue ihm ja auch weh, aber es sei wirklich notwendig gewesen.

«Wir mussten handeln», sagt er und weist auf den schlechten Zustand der dortigen Hainbuchen hin. Auf der Website der Gemeinde Basserdorf ist denn auch ein Hinweis aufgeschaltet, der auf die notfallmässige Baumfällaktion hinweist. Kurz und knapp ist da die Rede von «morsch» und «umsturzgefährdet», weshalb schnell gehandelt werden müsse.

Zu Schaden gekommen sei aber noch niemand, beschwichtigt der Gemeinderat. Aber es habe Anrufe von Anwohnern aus dem Quartier gegeben bezüglich der schlechtaussehenden Bäume.

Der Waldacher stellt dabei nur die eine Hälfte des betroffenen Neubauquartiers dar, wo in der letzten Woche Teile der noch relativ junge Alleebepflanzung gerodet werden musste. Auch in der anderen Hälfte des ringförmig angelegten Quartiers sind an manchen Stellen nur noch Strünke statt schön bekrönte Stämme zu sehen.

Die Hitze allein wars nicht

Der Rodungsentscheid fiel nach einer vorgängigen Beurteilung der Lage durch einen Baumspezialisten vom Strassenwesen sowie dem einheimischen Revierförster August «Güst» Erni vom Gebiet Hardwald und Umgebung.

Dieser spricht auf Anfrage eindeutig von Sonnenbrand. «Ja, das gibt es auch bei Bäumen – vor allem bei jungen, nachdem sie frisch gepflanzt werden», bestätigt Erni und relativiert zugleich. Der heisse und aussergewöhnlich trockene Sommer 2018 allein habe nämlich die Allee nicht zerstört, diese habe ausserdem schon länger schlecht ausgesehen. Gemäss Pfaller habe sich im Nachhinein nun herausgestellt, dass die Bäume auch von einem Pilz befallen waren. Die wegen des Sonnenbrandes spröde gewordene Rinde habe den Pilzbefall begünstigt.

«Wir stellen auch an Waldrändern, wo Strassen verlaufen, immer wieder Salzschäden an den Bäumen fest.»August Erni

Gepflanzt wurden diese Hainbuchen vor rund 15 Jahren als das Quartier am Bahndamm in Baltenswil neu erschlossen und bebaut wurde. Insgesamt waren dort seither etwas mehr als 50 Bäumchen mehr oder weniger hoch in den Himmel gewachsen.

Revierförster Erni sieht noch einen anderen Grund für den schlechten Baumwuchs: Der Gebrauch von Strassensalz im Winter. «Wir stellen auch an Waldrändern, wo Strassen verlaufen, immer wieder Salzschäden an den Bäumen fest.» Gemeinderat Pfaller verspricht, dass schon im kommenden Herbst anstelle der Strünke bereits wieder zehn junge Bäume gesetzt werden. Die restlichen Ersatzpflanzungen sollen dann im nächsten Frühling erfolgen. «Wir haben immer Geld für solche Fälle im Budget», erklärt er.

Nicht jeder Baum eignet sich

Normalerweise seien es eher ältere Bäume, die ersetzt werden müssten und vor allem nicht gleich so viele aufs Mal wie jetzt in Baltenswil. Der Bauvorsteher der Gemeinde spricht von rund fünf oder maximal zehn Ersatzbepflanzungen pro Jahr. Wie viel die Rodung und das Setzen eines neuen Baumes letztlich genau kostet, konnte er auf die Schnelle nicht genau beziffern.

Dass man bisher vielleicht auf die falsche Baumart gesetzt hat, wollte Pfaller nicht weiter kommentieren. «Es ist gerade im Umfeld des Strassenverkehrs schwierig für jeden Standort die richtigen Bäume zu finden», meint er. Zumal es sehr viele Kriterien zu beachten gelte, wie Wurzelgrösse, Wasserbedarf, Kronendurchmesser und Höhe. Hinzu kommt noch, dass gewisse Bäume nebst dem Laub auch sonst viel Material verlieren im Verlauf eines Jahres. So seien Linden etwa ungünstig, weil sie die Abflüsse in den Strasse mit ihren abgeworfenen Blüten jeweils zu verstopfen drohten.

Im ausgelichteten Quartier sollen nun auf einer Seite Beulenhagenbuchen gesetzt werden, während auf der anderen Seite noch nach einer geeigneten Art gesucht werde, erklärt der Gemeinderat. Ein zusätzliches Kriterium: die neuen Stämme müssten nebst allen übrigen Kriterien nicht zuletzt auch einheimischer Art sein.

Erstellt: 30.08.2018, 17:34 Uhr

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