Hettlingen

Das Grab soll wieder würdig werden

Voller Algen sind die Wasserbecken beim Gemeinschaftsgrab auf dem Friedhof in Hettlingen. Nun weiss die Gemeinde, was sie dagegen unternehmen will.

Auf Stäbe aus Stahl, die aus dem Wasserbecken ragen, sind die Namen der Verstorbenen eingraviert.

Auf Stäbe aus Stahl, die aus dem Wasserbecken ragen, sind die Namen der Verstorbenen eingraviert. Bild: Marc Dahinden

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Erst vor gut einem Jahr hat die Gemeinde Hettlingen das Gemeinschaftsgrab zum ersten Mal saniert. Nun haben sich erneut Algen in den beiden Wasserbecken gebildet und die Gemeinde steht vor demselben Problem. «So ist die Grabstätte nicht würdig für die Betroffenen», sagt Matthias Kehrli, Gemeindeschreiber von Hettlingen. 15 000 Franken sind im Budget 2019 für die Instandsetzung vorgesehen.

Bei einer Umfrage in der Bevölkerung vor dem Bau des Grabes hatten sich viele Wasser als Gestaltungselement gewünscht. Genau das bereitet nun aber Schwierigkeiten. Die beiden niedrigen Wasserbecken aus sandgestrahltem Stahl sind an einen Frischwasserzufluss gekoppelt. «Die Zusammensetzung des Wassers verändert sich immer ein wenig», sagt Kehrli. Dies und auch die ständige Zirkulation führten dazu, dass sich Kalk und Algen ansammelten.

Wir haben auch überlegt, das Grab trocken zu legenMatthias Kehrli,
Gemeindeschreiber von Hettlingen

Nun soll dem endgültig ein Ende gesetzt werden. Der Frischwasserzufluss wird gestoppt. Stattdessen gibt es einen geschlossenen Kreislauf mit einer Wasserzisterne. Dadurch gerate nicht ständig neues Phosphat in die Becken. Da sich die Algen vom Phosphat ernähren, wird ihnen so die Möglichkeit genommen, sich fortzupflanzen. «Wir haben auch überlegt, das Grab trocken zu legen», sagt Kehrli. Doch weil Wasser in der ursprünglichen Idee so zentral gewesen sei, wolle man ungern darauf verzichten.

Weil der Zufluss gekappt wird, kann ausserdem Wasser gespart werden. Der Gemeindeschreiber rechnet künftig mit etwa 4000 Franken tieferen Wasserkosten.

Letzte Ruhestätte

Teilweise werden die Becken auch neu bepflanzt, wie es schon bei der Sanierung 2017 der Fall war. Auf diese Pflanzen hat die Gemeinde eine Garantie von drei Jahren und liegt somit noch im zeitlichen Rahmen. «Wir haben auch darüber nachgedacht, Schilf als einzige Pflanzenart zu wählen», sagt der Gemeindeschreiber. Dieses habe jedoch die Eigenschaft, schnell zu wachsen und würde die Grabstätte mit der Zeit völlig überdecken.

Momentan sind Seerosen, verschiedene Wasserpflanzen und Kleinschilf in Pflanzenbehältern in den Becken vorhanden. Letztere würden dieses Mal zusätzlich mit einer Lehmschicht abgedeckt. So soll verhindert werden, dass das Wasser den neuen Pflanzen die Nährstoffe entzieht.

«Es ist unser Ziel, mit möglichst wenig, viel zu verändern», sagt der Gemeindeschreiber. Trotz der Bauarbeiten soll es ein Ort zum Trauern für die Angehörigen bleiben.

Für die Sanierung ist der Zeitraum von Ende Februar bis Anfang März geplant. So können die neuen Pflanzen gleich zu Beginn des Frühlings spriessen. (Der Landbote)

Erstellt: 13.01.2019, 15:41 Uhr

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