Eishockey

Der EHCW hält den Anschluss

Der EHC Winterthur schlägt Biasca 6:3, bleibt damit in Reichweite des Playoff-Strichs und distanziert die Tessiner im Kampf gegen den letzten Platz. Tim Wieser und Riley Brace treffen je zweimal.

Zwei Tore, drei Assists: EHCW-Topskorer Riley Brace hatte massgeblichen Anteil am Sieg des EHCW.

Zwei Tore, drei Assists: EHCW-Topskorer Riley Brace hatte massgeblichen Anteil am Sieg des EHCW. Bild: Madeleine Schoder

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Mit drei Toren Unterschied gewann der EHCW – doch so klar war die Sache beileibe nicht. Denn bis in die letzte Minute hin-ein stands nur 4:3. Biascas Coach Alex Reinhard hatte seinen Torhüter Viktor Östlund schon über zwei Minuten vor Schluss zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis genommen. Und diese Gelegenheit nutzten Tim Wieser und Riley Brace noch zu je einem Treffer ins verlassene Gehäuse. Der Sieg war für die Winterthurer eminent wichtig. Denn am Playoff-Strich verloren die Konkurrenten GCK Lions, Sierre und EVZ Academy allesamt. Der EHCW liegt jetzt nur noch fünf Punkte hinter dem Siebten GCK Lions und drei hinter Sierre. Vor allem aber beträgt der Vorsprung auf den Tabellenletzten, der in die Ligaqualifikation muss, nun wieder beruhigende acht Punkte. Und der Letzte ist Biasca.

«Ich glaube, wir haben verdientermassen gewonnen, denn wir haben für den Sieg viel gearbeitet.»EHCW-Trainer Michel Zeiter

«Ich glaube, wir haben verdientermassen gewonnen», sagte EHCW-Trainer Michel Zeiter. Es sei für die Zuschauer sicher kein guter Eishockey-Match gewesen, «dafür stand zuviel auf dem Spiel». Sein Team habe den Tritt erst vom zweiten Drittel an richtig gefunden. «Aber wir haben für den Sieg viel gearbeitet.»

Im ersten Abschnitt war noch deutlich sichtbar, dass da eine Mannschaft am Werk war, die unbedingt gewinnen musste und diesen Druck auch spürte. Vorsicht war für manchen wichtiger als Konsequenz und in der gegnerischen Zone fehlte der Zug aufs Tor. Am gefährlichsten war Michael Roos mit einem Pfostenschuss aus der Distanz. Es verwunderte irgendwie nicht, dass Biasca in der 16. Minute durch einen Shorthander Anthony Neuenschwanders in Führung ging und im selben Boxplay fast noch ein zweites Unterzahltor hinterherschickte.

Brace, Wieser, Torquato

Es tat dem EHCW sichtlich gut, dass er nur acht Sekunden vor Ablauf des ersten Abschnitts durch Lucas Bachofner in Führung ging. Glück wars aber höchstens angesichts des Zeitpunkts, denn Brace hatte den Treffer mit viel Einsatz vorbereitet. Der Kanadier wurde danach zur grossen Figur im Team des EHCW. Am Ende standen zwei Tore und drei Assists von ihm auf dem Matchblatt.

Die anderen beiden Matchwinner waren Zack Torquato und Wieser. Torquato hatte seinen Stock ebenfalls bei fünf Toren im Spiel, und Wieser war im Schlussdrittel der Schütze des 4:2 und des 5:3. Dieses Trio hatte Zeiter vom Mitteldrittel an wieder vereinigt. «Ich wollte dem Team dadurch einen Impuls geben», erklärte der Trainer. Dieses Unterfangen ist zweifellos gelungen. Allerdings erforderte es viel Kraft, denn bis zum Schluss waren nur noch drei Sturmlinien (aber vier Verteidigerpaare) regelmässig im Einsatz.

Zittern zum Schluss

Nach Wiesers 4:2 war der EHCW an sich auf gutem Weg, den Vorsprung sicher über die Zeit zu bringen. Doch in der 54. Minute verhängten die Schiedsrichter gegen Torquato eine umstrittene Strafe, eine von nur zweien gegen die Winterthurer, die in dieser Hinsicht diesmal äusserst diszipliniert auftraten. Doch Max Gerlach nutzte Torquatos Ausschluss zum Anschlusstor, das die Winterthurer nochmals zittern liess. Ihr Hauptmanko in der Schlussphase: Sie brachten die Scheibe fast nicht mehr aus der eigenen Zone heraus. Und im Amerikaner Gerlach hatten die Tessiner diesmal einen Mann dabei, der beim 4:3-Erfolg des EHCW in Biasca noch gefehlt hatte.

Mit Gerlach sind die Ticino Rockets deutlich stärker. Die Wende konnte aber auch er nicht herbei führen. Zum Glück für den EHCW. Der könnte am Samstag mit einem weiteren Heimsieg gegen die EVZ Academy seine Lage weiter verbessern.

Erstellt: 19.11.2019, 23:03 Uhr

Swiss League

EHCW - Biasca 6:3 (1:1, 2:1, 3:1)

Zielbau-Arena. – 600 Zuschauer. – SR Müller/Gäumann; Haag/Betschart. – Tore: 16. Neuenschwander (Ausschluss Matewa!) 0:1. 20. (19:52) Bachofner (Brace, Torquato) 1:1. 26. Brace (Torquato, Bachofner) 2:1. 27. Cavalleri (Camichel) 2:2. 32. Alihodzic (Roos) 3:2. 47. Wieser (Brace) 4:2. 55. Gerlach (Pagnamenta/Ausschluss Torquato) 4:3. 60. (59:04) Wieser (Torquato, Brace/ins leere Tor) 5:3. 60. (59:32) Brace (Torquato/ins leere Tor) 6:3. – Strafen: 2-mal 2 gegen den EHCW, 4-mal 2 gegen Biasca. – EHCW: Guggisberg; Bachofner, Küng; Roos, Pozzorini; Guerra, Kobach; Blaser, Schmutz; Sluka, Torquato, Brace; Zahner, Mason, Wieser; Monnet, Hess, Bozon; Bleiker, Alihodzic, Lazarevs. – Biasca: Östlund; Bartko, Ronchetti; Pagnamenta, Pezzullo; Tosques, Moor; Matewa, Anex; Mazzolini, Gerlach, Bionda; Martikainen, Fritsche, Vedova; Eggenberger, Lutz, Portmann; Camichel, Anthony Neuenschwander, Cavalleri. – Bemerkungen: EHCW ohne Homberger (verletzt), Diem (krank) sowie Allevi, Hänggi, Sigg, Raggi und Forrer (überzählig). Biasca ohne Kortin, Trudel und Glarner (verletzt). 9. Pfostenschuss Roos. 24. Pfostenschuss Zahner. Biasca von 57:523 bis 59:04 und von 59:13 bis 59:32 ohne Torhüter.

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