Eishockey

Der EHCW macht es Ajoie zu leicht

Der EHC Winterthur hat in der Ajoie keine Chance auf Punkte. Nach 15 Minuten liegt er 0:4 zurück, am Ende steht es 1:7. Ajoie hat den Winterthurern einmal mehr die Limiten aufgezeigt.

Thibaut Monnet (rechts) erzielte das einzige Tor des EHCW in der Ajoie.

Thibaut Monnet (rechts) erzielte das einzige Tor des EHCW in der Ajoie. Bild: Madeleine Schoder

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Ein trüber Nachmittag wars in der Ajoie ohnehin: Vom nasskalten Wetter her, auch von der Atmosphäre in der schon teilabgerissenen Patinoire Voyeboeuf. Hinzu kam ein schwacher Auftritt des EHCW, der gegen den Tabellenführer von Anfang an nicht den Hauch einer Chance hatte und schon nach dem ersten Drittel 0:4 im Rückstand war. Und von früher her wusste man: Das lässt sich nicht mehr korrigieren, nicht in Pruntrut.

Zwei Torhüterwechsel

Die Winterthurer verschuldeten die frühe Entscheidung weitgehend selbst. Beim 0:1 in der 5. Minute liess Goalie Justin Gianola einen harmlosen Schuss Mathias Joggis von der Bande passieren. Vor dem 2:0 Ueli Hubers (9.) brachte die Hintermannschaft des EHCW die Scheibe zweimal nicht aus der eigenen Zone. Und vor dem 3:0 Thibault Frossards hatte Gianola eine Strafe wegen Zeitverzögerung verursacht. Das 4:0 fiel nur 75 Sekunden später.

Danach, also nach 13:52 Minuten, war Gianolas Arbeitstag beendet – vorerst. Trainer Michel Zeiter ersetzte ihn durch Stammgoalie Tim Guggisberg. Gianola hatte zum dritten Mal begonnen. Gegen die GCK Lions hatte Gianola einen guten Match abgeliefert, beim 0:8 gegen Thurgau war er nach 7:43 Minuten und zwei Gegentoren ausgewechselt worden. Gegen Ajoie musste er ab dem zweiten Drittel ins Tor zurück, weil sich Guggisberg verletzt hatte. Nach dem schwachem Beginn steigerte sich Gianola immerhin.

1:11 Schüsse im ersten Drittel

Zwei Torhüterwechsel passieren selten. Aber es viel passte auch sonst nicht zusammen. Beispielsweise gab es zuviele Möglichkeiten zu schnellen Gegenstössen für Ajoie. 11:1 für das Heimteam lautete das Schussverhältnis in diesen desaströsen ersten 20 Minuten. Eine Chance erspielte sich der EHCW erst, als es schon 4:0 stand: Silvan Hess traf in der 20. Minute nur das Gestänge.

Wer nach 20 Minuten 0:4 hinten liegt, der kann nur noch etwas tun: Versuchen solider zu werden, darauf hoffen, dass der Gegner nachlässt, und Chancen nutzen, die sich dann ergeben. Das machte der EHCW grundsätzlich. Thibaut Monnet gelang es sogar, auf 1:4 zu verkürzen. Aber die Winterthurer sahen vor allem deshalb besser aus als vorher, weil Ajoie weniger konsequent spielte und Intensität aus dem Spiel nahm. Am Ende des zweiten Drittels herrschte dann wieder Normalzustand: Der EHCW liess ein Powerplay erfolglos verstreichen, ein Fehlpass leitete in der 39. Minute das 1:5 ein. Zaccheo Dotti, der von der Strafbank kam, bereitete für Bastien Pouilly vor. Sofort war bei Ajoie das Feuer wieder da und die Winterthurer zitterten. Ein weiteres Tor Ajoies wurde noch vor Drittelsende aberkannt, Frossard schoss das 6:1 dann doch noch vor der Sirene. Es war der zweite Doppelschlag in diesem Spiel, den der EHCW kassierte.

Zuhause verkaufen sich die Winterthurer auch gegen gute Mannschaften der Swiss League mittlerweile so, dass sie eine Chance auf den Sieg haben. Das hat man letzte Woche gegen La Chaux-de-Fonds (3:5) und Visp (2:3) gesehen. Auswärts aber sind sie noch nicht weiter als vor der Nationalmannschaftspause. Das 1:7 gegen Ajoie ist vergleichbar mit Resultaten wie dem 2:9 in Visp, dem 2:8 in Kloten oder dem 0:8 gegen Thurgau. Da lassen sie sich von Gegentoren, die den Gegner euphorisieren, noch zu sehr beeindrucken, da leisten sie zu wenig Gegenwehr und dann läuft es eben so wie in Pruntrut. Vom 1:0 bis zum 4:0 dauerte es nur 10:18 Minuten.

Ängstlich in Zweikämpfen

«Die Verteidiger müssen wieder gradliniger und entschlossener in die Zweikämpfe», fordert Trainer Zeiter. «Da sind wir zu soft. Manche haben gegen ein Team wie Ajoie, das mit der besten Sturmlinie der Liga antritt, einfach zuviel Angst.» Vielleicht aber sei die Sache auch so: «Gegen La Chaux-de-Fonds und Visp haben wir teilweise über unseren Verältnissen gespielt. Ajoie hat uns jetzt wieder die Limiten aufgezeigt.»

Daran muss der EHCW arbeiten. Aber vorerst sind Heimsiege gegen Mannschaften gefragt, die noch hinter ihm liegen: Gegen Biasca am Dienstag und die EVZ Academy am Samstag. Denn die Lage am Playoff-Strich ist so: Von den Teams auf den Rängen 7 bis 12 haben nur die GCK Lions (5:1 in Zug) gewonnen. Die Küsnachter liegen jetzt acht Punkte vor dem EHCW. Wenn dieser Rückstand nächste Woche nicht kleiner wird, dann wirds schwierig, das Playoff zu erreichen.

Erstellt: 17.11.2019, 20:24 Uhr

Swiss League

Ajoie – EHCW 7:1 (4:0, 2:1, 1:0)

Voyeboeuf. – 1640 Zuschauer. – SR Eichmann/Fausel; Duarte/Huguet. – Tore: 5. Joggi 1:0. 9. Huber (Muller, Casserini) 2:0. 14. Frossard (Hazen, Devos/Ausschluss Allevi) 3:0. 16. Hazen (Ryser, Devos/Ausschlüsse Huber; Brace) 4:0. 29. Monnet 4:1. 39. (38:08) Pouilly (Hazen, Dotti) 5:1. 40. (39:36) Frossard (Muller) 6:1. 56. Devos (Ryser, Pouilly) 7:1. – Strafen: 4-mal 2 gegen Ajoie, 5-mal 2 gegen den EHCW. – Ajoie: Wolf; Casserini, Hauert; Birbaum, Prysi; Ryser, Pouilly; Arnold, Zaccheo Dotti; Hazen, Devos, Reto Schmutz; Staiger, Privet, Joggi; Huber, Frossard, Muller; Macquat, Mäder, Thibaudeau. – EHCW: Gianola (14. Guggisberg, 21. Gianola); Guerra, Küng; Roos, Kobach; Hänggi, Pozzorini; Bachofner, Silvio Schmutz; Zahner, Mason, Wieser; Sluka, Torquato, Brace; Monnet, Alihodzic, Bozon; Bleiker, Hess, Allevi. – Bemerkungen: Ajoie ohne Pilet; EHCW ohne Homberger (verletzt), Blaser (gesperrt), Diem (krank), Sigg, Lazarevs, Raggi und Forrer (überzählig). 20. Pfostenschuss Hess.

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