Eishockey

Der EHCW scheitert erneut an der EVZ Academy

Weil der EHC Winterthur mit 2:3 zum dritten Mal in dieser Saison gegen die EVZ Academy verliert, entrücken die Playoff-Plätze. Denn die Konkurrenz holte Bonuspunkte.

Hier war der EHCW nahe am 3:3. Doch die Zuger konnten den Ausgleich mit vereinten Kräften verhindern.

Hier war der EHCW nahe am 3:3. Doch die Zuger konnten den Ausgleich mit vereinten Kräften verhindern. Bild: Heinz Diener

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3:6, 2:3, 2:3 – Das sind die Resultate des EHCW in dieser Saison gegen die EVZ Academy. Die Innerschweizer sind in dieser Saison jung und unerfahren. 98, 99, 00, 01 und beim Ersatzgoalie gar 02 steht in der Kolonne der Jahrgänge auf ihrem Matchblatt. Älter ist keiner und sie kommen ohne Ausländer aus. Aber sie sind talentiert und einer Mannschaft wie dem EHCW läuferisch und technisch gewiss überlegen. Aber es gibt auch andere Eigenschaften, die man so einem Farmteam entgegenwerfen könnte: Mut, Biss, Entschlossenheit – Attribute die dem EHCW zwar nicht völlig abgingen, die er aber nur sporadisch zeigte.

Wieder im Rückstand

Rückstand ist ein Thema, das bei den Winterthurern in letzter Zeit zu oft diskutiert werden muss. Am Samstag stands nach gut fünf Minuten bereits 0:2. Es ist das sechste Mal hintereinander, dass der EHCW das 0:1 kassierte. Diesmal traf Devin Stehli mit einem Schuss, den Tim Guggisberg hätte halten können. Beim 0:2 hätte der von Yanick Stampfli abgegebene Puck geblockt werden müssen, denn Guggisberg war die Sicht verdeckt. Aber einmal mehr wirkten die Winterthurer in diese Startphase zu wenig konsequent, zu vorsichtig, zu respektvoll. «Man kann nicht sagen, wir seien nicht bereit gewesen», nahm Trainer Michel Zeiter sein Team. Aber irgendwie wirkten seine Spieler blockiert.

Diese Blockade wurde erst nach dem 0:2 und dem damit verbundenen Time-out Zeiters gelöst, zumindest vorübergehend. Es zeigte, sich, dass die jungen Zuger durchaus in Schwierigkeiten gebracht werden können, wenn man sie attackiert und unter Druck setzt. Aber das gelang nur bis zum Anfang des zweiten Drittels. In der 24. Minute erhöhte Andreas Döpfner auf 3:0, was den Winterthurern wieder ziemlich zusetzte. Dem EHCW gelang danach lange gar nichts mehr, es fehlte an Präzision, technischen Fertigkeiten und gedanklicher Schnelligkeit. Selbst die Kanadier Zack Torquto und Riley Brace, die gegen die Farmteams oft den Unterschied zugunsten des EHCW ausgemacht hatten, fanden sich nicht wirklich.

Zu spät erwacht

Und dann kam Monnet. Mit einem Volley im Stile Roger Federers verkürzte er in der 36. Minute auf 1:3. Drei Minuten später gelang Kevin Bozon im Powerplay der Anschluss zum 2:3. Damit war der EHCW wieder drin in einem Spiel, aus dem er fast zwei Drittel lang komplett draussen war. Doch das Anrennen im Schlussdrittel war vergeblich. Chancen waren zwar da. Etwa von Michael Roos, Mike Küng oder eben Monnet, der das Spiel alleine hätte wenden können, wenn er nur mehr aus seinen Möglichkeiten gemacht hätte.

Die Academy hatte Mit Gianluca Zaetta einen soliden Torhüter. Auch er spielt steht im Kader des U-20-Nationalteams, wie Luca Hollenstein, der dem EHCW bei den ersten beiden Siegen der Academy das Leben schwer gemacht hatte, diesmal aber im Fanionteam in Langnau gebraucht wurde. Doch zaubern musste Zaetta nicht. Denn die Winterthurer trafen das Tor oft gar nicht, oder es kam nicht zum Abschluss, weil sie zu kompliziert spielten.

Lichtblick Brunner

«Wir haben es versucht, aber wir haben einfach keinen Weg gefunden, das Spiel zu kehren», sagte Zeiter. Auch für ihn waren die ersten paar Minuten es Spiels entscheidend, in denen sein Team 0:2 in Rückstand geriet. Das Problem sei: «Wir können nach einem Missgeschick wie dem 0:1 nicht einfach cool weiterspielen.» Ein Lichtblick immerhin war das Debüt von Adrian Brunner. Der 32-Jährige Center hatte zwischen Bozon und Monnet einige gute Aktionen. Es könnte sein, dass der EHCW mit diesem Trio eine zweite torgefährliche Formation hat. Chance wurden jedenfalls herausgespielt. Nur müssten sie dann auch mal verwertet werden.

Weil das nicht der Fall war, wurde es für den EHCW ein bitterer Samstag: Während er selber einen Match verlor, den er unbedingt hätte gewinnen müssen, hat die Konkurrenz Bonuspunkte gesammelt, die kaum budgetiert waren. Die GCK Lions schlugen Olten 5:4, Sierre gewann gegen La Chaux-de-Fonds 3:1. Der EHCW liegt also wieder acht Punkte hinter den Küsnachtern und sechs hinter den Wallisern. Er muss also in den Spielen vor der nächsten Länderspielpause aufdrehen. In Olten am Freitag, zuhause gegen Langenthal am Sonntag und dann gegen die GCK Lions und Sierre.

Erstellt: 23.11.2019, 21:37 Uhr

Swiss League

EHCW – EVZ Academy 2:3 (0:2, 2:1,0:0)

Zielbau-Arena. – 770 Zuschauer. – SR Erard/Weber; Dufner/Pitton. – Tore: 3. Stehli (Döpfner, Welter) 0:1. 5. Stampfli (Wyss, Schwenninger/Ausschluss Sluka) 0:2. 24. Döpfner (Stehli, Welter) 0:3. 36. Monnet (Bozon) 1:3. 39. Bozon (Brace, Küng/Ausschluss Capaul) 2:3. – Strafen: 5-mal 2 gegen den EHCW, 6-mal 2 gegen die Academy. – EHCW: Guggisberg; Bachofner, Küng; Roos, Pozzorini; Guerra, Kobach; Blaser, Schmutz; Sluka, Torquato, Brace; Monnet, Adrian Brunner, Bozon; Zahner, Mason Wieder; Bleiker, Alihodzic, Hess. – Academy: Zaetta; Wüthrich, Capaul; Stampfli, Yannick Brunner; Vogel, Schüpbach; Auriemma, Graf; Stoffel, Schwenninger, Volejnicek; De Nosco, Schleiss, Oehen; Bach Nielsen, Wyss, Eugster; Welter, Stehli, Döpfner. – Bemerkungen: EHCW ohne Homberger und Lazarevs (verletzt) sowie Diem, Hänggi, Raggi, Sigg, Forrer und Allevi (überzählig). EVZ Academy u.a. ohne Hollenstein (Fanionteam), Bougro, Kristensen, Lust (verletzt. 5. Time-out EHCW. EHCW von 58:32 bis 59:43 und von 59:51 bis 60:00 ohne Goalie.

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