Persönlich

Der Spielmacher im Park Hotel

Philipp Albrecht ist eher jung vor einem Jahr Direktor des Park Hotels geworden, gereizt hätte ihn auch die Leitung des Casino-theaters Winterthur. Der frühere Nati-B-Handballer aus Urdorf sieht sich auch in seiner jetzigen Funktion als Spielmacher.

Park-Hotel-Direktor Philipp Albrecht mag das vielfältige Kulturleben in Winterthur und sieht das als Standortvorteil.

Park-Hotel-Direktor Philipp Albrecht mag das vielfältige Kulturleben in Winterthur und sieht das als Standortvorteil. Bild: Madeleine Schoder

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Seit gut einem Jahr ist Philipp Albrecht Direktor des Park Hotel Winterthur. Am vergangenen 1. Januar 2019 gab es für ihn doppelten Grund zum Feiern: Mit Vollendung des ersten Jahres seiner neuen Funktion durfte er zugleich seinen 34. Geburtstag feiern. Kurz vor Weihnachten nahm er sich – obschon er alle Hände voll zu tun hatte – viel Zeit, um mit dem «Landboten» über seinen beruflichen Werdegang und die Zukunft des Hotels zu sprechen.

Philipp Albrecht wuchs in Rifferswil auf und absolvierte in Urdorf das mathematisch-naturwissenschaftliche Gymnasium. In seiner Freizeit betrieb er viel Sport, war Captain des Handballclubs Dietikon-Urdorf, und zwei Saisons lang spielte er in der Nationalliga B.

Die Tätigkeiten und der Umgang mit Menschen gefielen im so gut, dass er 2006 beschloss, die Hotelfachschule in Luzern zu besuchen.

Nach der Matura überbrückte er die Zeit bis zur Rekrutenschule mit einem eher zufällig gewählten sechsmonatigen Praktikum im Hotel Al Porto in Lachen (SZ), wo er die verschiedenen Bereiche wie Service, Küche und Housekeeping kennen lernte. Die Tätigkeiten und der Umgang mit Menschen gefielen im so gut, dass er 2006 beschloss, die Hotelfachschule in Luzern zu besuchen.

Während seiner Ausbildung absolvierte er verschiedene teils längere Stages, um Erfahrungen und Referenzen zu sammeln. So war er etwa an der Eröffnung des Restaurants Kohlmanns in Basel beteiligt und für eineinhalb Jahre dessen stellvertretender Geschäftsführer. Noch während seiner Lehr- und Wanderjahre fasste Philipp Albrecht den Entschluss, dereinst Direktor eines Hotels zu werden.

Nach seinem Schulabschluss im Jahr 2011 trat er zunächst im Congress Hotel Seepark in Thun die Stelle als Leiter Restaurants und Mitglied der Geschäftsleitung an. 2014 folgte eine 18-monatige Weltreise. Kurz nach seiner Rückkehr entdeckte er das Stelleninserat des Park Hotel Winterthur, das eine junge, dynamische Persönlichkeit als Direktor suchte. Als gehobenes, auf Geschäfts- und Freizeitreisende ausgerichtetes Stadthotel mit lebhaftem Gastrobereich entsprach es seinen Erwartungen und versprach viel Abwechslung. Er bewarb sich, wurde zu einem Vorstellunggespräch eingeladen und schaffte alle weiteren Bewerbungsrunden.

Mit knapp 33 Jahren hatte er sein Ziel erreicht; er wurde zum Hoteldirektor ernannt in einer Stadt, die er zuvor vor allem vom Handball her kannte. Inzwischen weiss er diese sehr zu schätzen.

Als Hoteldirektor hat Albrecht vieles im Auge zu behalten. Nicht nur das Angebot muss stimmen, auch die Betriebszahlen, die Gastfreundschaft oder wie er selber sagt, «die Seele des Hauses».

Wie der Dirigent eines Orchesters habe er dafür zu sorgen, dass die rund 50 Mitarbeitenden harmonisch zusammenspielen.

Die Frage nach der grössten Herausforderung beantwortet Albrecht mit einem bildhaften Vergleich: Wie der Dirigent eines Orchesters habe er dafür zu sorgen, dass die fünf verschiedenen Abteilungen mit rund 50 Mitarbeitenden harmonisch zusammenspielen. Sein langfristiges Ziel sieht er darin, dass der Betrieb so gut läuft, dass dieser eine Zeit lang auch ohne ihn auskäme. Weit oben auf der Prioritätenliste des jungen Hoteldirektors steht die interne Annäherung von Hotellerie und Gastronomie, wo zurzeit noch unterschiedliche Kulturen herrschen.

Unterbelegung der Betten an den Wochenenden durch eine Stärkung der Marke Winterthur und die neue All-in-One-Buchungsplattform, die bald vom House of Winterthur eingeführt wird, angegangen werden kann.

Das vielfältige Kulturleben in Winterthur sieht er als Standortvorteil. Die unmittelbare Nähe zu grossen kulturellen Institutionen wie dem Kunst Museum Winterthur und dem Musikkollegium hat unter anderem den Ausschlag dafür gegeben, dass sich das Park Hotel zukünftig in Verbindung mit Kunst und Design positionieren wird.

Philipp Albrecht bezeichnet sich selbst als Spielmacher, als einer, der es liebt, wenn immer etwas läuft. Das glaubt man ihm sofort. Auch wenn er gleich wieder auf dem Sprung ist, bietet er der Gesprächspartnerin zuvorkommend eine zweite Tasse Kaffee an. Comme il faut.

(Der Landbote)

Erstellt: 13.01.2019, 15:09 Uhr

Vom Gartenhotel zum Park Hotel mit Bloom

Ein Hotel für die Geschäftsreisenden

In den Fünfziger-Jahren blühte die Winterthurer Industrie. So begann man etwa 1956 mit dem Bau der grossen Sulzer-Giessereihalle in Oberwin­terthur (2006 abgebrochen). Zur selben Zeit entstand in unmittel­barer Nähe zum Stadthaus und zum modernen Verwaltungsgebäude der Winterthur Versicherungen (heute Axa) das Gartenhotel Winterthur. Zu dessen Gründervätern zählten Persönlichkeiten aus der hiesigen Wirtschaft wie Georg Sulzer (Gebr. Sulzer AG) und Georg Schoellhorn (Brauerei Haldengut AG). Alle grossen Firmen waren am Hotel beteiligt.
Am 11. April 1957 wurde das von Architekt Franz Scheibler geplante und vom Volksmund gerne als «GH» bezei­chnete Viersternhotel feierlich eröffnet. Der damalige Präsident des Schweizerischen Hotelier-Vereins, Franz Seiler, lobte es als «Zierde der schweizerischen Hotel­lerie». Die zeitgemässe Ausstattung mit Konferenzsaal und Bar sowie die Lage am oberen Ende des Stadtparks entsprachen dem Anspruch auf Gedie­genheit.
2005, kurz vor seinem fünfzig­jähri­gen Jubiläum, erhielt das «GH» ein umfassendes Redesign. Seither tragen die umge­bauten Gastrobereiche Restaurant und Bar den Namen «Bloom», während der Hotelbetrieb unter der Marke «Park Hotel Winterthur» läuft. Das Kernstück der Architektur, die runde Treppe im Hotelfoyer, verströmt noch heute die Eleganz der Fünfziger-Jahre. (lac)

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