Winterthur

Die O-Bikes verschwinden auch aus Winterthur

Der Leihvelo- Anbieter O-Bike zieht sich Ende Juni aus Winterthur und Zürich zurück. Die beauftragte Firma braucht Hilfe beim Einsammeln der Fahrräder.

O-Bike scheint in der Schweiz am Ende zu sein.

O-Bike scheint in der Schweiz am Ende zu sein. Bild: Anna Berger

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Ende Monat ist Schluss: Der Leihveloanbieter O-Bike hat angekündigt, bis dann sämtliche 150 Velos in Winterthur und 600 Velos in der Stadt Zürich einzuziehen. Der Stadt Zürich hat O-Bike den Entscheid mitgeteilt. In Winterthur wusste niemand davon.

«Wir hatten im April das letzte Mal Kontakt mit O-Bike», sagt Stadtpolizei-Mediensprecher Michael Wirz. Die 60 O-Bikes, die die Stapo wegen Falschparkierens eingezogen hatte, wurden nach einiger Zeit Funkstille abgeholt, die Rechnungen bis jetzt bezahlt. Auf Anfrage dieser Zeitung bestätigt «Ric» Ye Yang, ein Sprecher von O-Bike jedoch: «Ja, wir sammeln unsere Fahrräder auch in Winterthur ein.»

Wir brauchen Hilfe

Bereits seit einem Monat ist die Firma Umzug-24 im Auftrag von O-Bikes in den beiden Städten unterwegs. Das Einsammeln gestaltet sich jedoch immer schwieriger: «O-Bike hat das System seit etwa zwei Monaten nicht mehr aktualisiert», erklärt Firat Kutal von Umzug-24. Sein Team könne die Fahrräder daher nicht mehr per App orten.

Das bedeute langwieriges Suchen und das Hoffen auf Zufallstreffer. Kutal schätzt, dass noch etwa 300 Velos in Winterthur und Zürich im Umlauf seien. «Um sie alle zu finden, sind wir auf die Hilfe der Bevölkerung angewiesen.» Wer ein O-Bike sehe, könne der Firma dies unter info@umzug-24.ch mitteilen.

Abgang mit Ankündigungen

Das Ende von O-Bike kommt nicht überraschend. Seit Monaten kommuniziert das Unternehmen nicht mehr, jegliche Anfragen bleiben unbeantwortet. Daniel Junge, seit letztem Oktober erster O-Bike-Geschäftsführer für die Schweiz, arbeitet nach eigenen Angaben seit April nicht mehr beim Unternehmen.

Die angekündigten besser verarbeiteten Drei-Gang-Fahrräder wurden in die Schweiz nie eingeführt. Und vor zwei Monaten wurden 7000 der in Hegi gelagerten Velos an einen Zürcher Schrotthändler verkauft, das blüht wohl auch den restlichen 1000 in Töss. Die meisten davon sollen in Osteuropa in Einzelteile zerlegt werden, eine geringe Zahl kommt auf die Strasse – mit weggeschmirgeltem O-Bike-Logo. (anb)

Erstellt: 22.06.2018, 11:22 Uhr

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