Bassersdorf

Die alte Sagi ist gerettet

Spenden ermöglichen, das in die Jahre gekommene Wasserrad der Sagi Bassersdorf zu ersetzen. Der Fortbestand des Jahrhunderte alten Betriebs ist gesichert

Das alte Wasserrad der Bassersdorfer Sagi kann ersetzt werden.

Das alte Wasserrad der Bassersdorfer Sagi kann ersetzt werden. Bild: Sibylle Meier

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Noch dreht es sich – das alte Wasserrad in der Bassersdorfer Sagi. Aber sein Ende ist absehbar. Im Oktober 1977, vor 40 Jahren, rotierte das mit 42 Blechschaufeln bestückte Rad zum ersten Mal. Zwei Jahre später konnte die Sagermannschaft, nach 7000 Frondienststunden und Kosten von 230 000 Franken, dem Publikum die renovierte Sagi vorführen.

Die Gesamtrenovation umfasste auch das Getriebe, dabei ersetzte die Sagermannschaft die aus Hagenbuchenholz gefertigten Zähne des grossen Kegel- und Kammrades. Nun zeigte eine neue Expertise, dass das Wasserrad, mit einem Durchmesser von 5,4 Meter, gefertigt aus Eichen- und Föhrenholz und verstärkt durch Metallstreben, nicht mehr genügend stabil ist und ersetzt werden muss.

Bassersdorfer geben Geld für ein neues Rad

Die 1975 gegründete Genossenschaft Pro Sagi sah sich gezwungen, mit einer Spendenaktion Geldmittel zu beschaffen, um ein neues Rad zu finanzieren. Kassier Peter Gmeiner ist mit dem Ergebnis äussert zufrieden. «Die Grosszügigkeit der Bassersdorferinnen und Bassersdorfer und des Gewerbes hat mich überrascht. Und auch die Gemeinde als Besitzerin der Liegenschaft trug mit 20 000 Franken zum guten Ergebnis bei.»

«Die Grosszügigkeit der Bassersdorferinnen und Bassersdorfer und des Gewerbes hat mich überrascht.Peter Gmeiner, 
Genossenschaft pro Sagi

Bis heute sind über 50 000 Franken eingegangen und weitere Spenden werden erwartet. Das neue Wasserrad kostet 45 000 Franken, aber für die Erneuerung des Zulauf- und Fallkanals sind weiter 14 000 Franken nötig. Sollte nach dem Wasserradersatz noch Geld übrig bleiben, wird es Gmeiner in einen Fond für zukünftige Renovationen anlegen.

Wasserräder sind nicht ab Stange zu kaufen. Die Gesellschaft Pro Sagi fand im Berner Oberland eine Firma, die in der Lage ist, Wasserräder zu bauen. Die Wagnerei Oehrli in Lauenen bei Gstaad stellt das neue Rad her. Am Sagibott, der jährlichen Gesellschaftsversammlung vom 19. August, wird der Firmeninhaber Oehrli über die Herstellung des neuen Wasserrades referieren. Der Termin für die Einweihung ist bereits festgelegt. Am 7. April 2018 dreht sich das neue Rad während eines Einweihungsfestes zum ersten Mal.

Wasserräder nutzen die Menschen schon lange. Bereits die Römer machten Gebrauch von ihrer Kraft. Und Wasserräder machten die Industrialisierung erst möglich. Im vergangenen Jahr erzeugten Wasserräder, heute hochentwickelte Turbinen, 59 Prozent der schweizerischen Stromproduktion von total 61,6 Milliarden KWh.

Das Wasserrad an der alten Sagi in Bassersdorf leistet dazu mit seiner Kraft von rund vier Kilowatt einen eher bescheidenen Beitrag. Und nach rund einer Stunde ununterbrochenem Sägebetrieb muss die Sagermannschaft eine Pause einlegen, damit sich der Sagiweiher wieder füllt.

Der Aufmarsch von Besuchern am Samstag zum Tag der offenen Sagi, war nicht überwältigend. Es ist aber immer wieder interessant, zuzuschauen, wie sich das Sägeblatt mit bis zu 150 Hüben pro Minute durch dicke Eichenstämme frisst, angetrieben durch das Wasserrad.

Dank den Spenden und dem Gemeindebeitrag ist die Zukunft der im 15. Jahrhundert erstmals erwähnten Sagi gerettet. Noch wichtiger als das Geld ist aber die aktive Sagermannschaft, die in vielen freiwilligen Arbeitsstunden den Unterhalt der Anlage besorgt und das alte Handwerk pflegt.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 06.08.2017, 17:05 Uhr

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