Liebestrasse

Ein Verkauf ist kein Thema mehr

Das Hüst und Hott um das Kirchgemeindehaus Liebestrasse geht weiter. Die ominöse Stiftung, die das Haus hätte kaufen sollen, hat sich verflüchtigt. Nun soll eine Task Force die verbleibenden Zukunftsoptionen prüfen.

Wie weiter? Die Antwort für das Kirchgemeindehaus Liebestrasse soll nun eine Taskforce erarbeiten.

Wie weiter? Die Antwort für das Kirchgemeindehaus Liebestrasse soll nun eine Taskforce erarbeiten. Bild: Madeleine Schoder

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Vor vier Monaten war die Kirchgemeinde Stadt noch optimistisch, dass das Kirchgemeindehaus an der Liebestrasse bald verkaufen zu können. Eine Stiftung sei interessiert, sagte der damalige Kirchenpflegepräsident Andreas Schraft gegenüber dem «Landboten». Auch gab es bereits einen Studienauftrag, eine Neunutzung des Gebäudes zu prüfen. Alles sah so aus, als würde im Übergangsjahr 2018 eine Lösung für das denkmalgeschützte Gebäude gefunden. Die Stadt Winterthur hatte 70 000 Franken zur Verfügung gestellt, um den defizitären Betrieb während der Neuausrichtung zu ermöglichen. Dies auch angesichts der günstigen Prognose. «Wir hätten die 70 000 Franken nicht gegeben, nur um den Todeskampf zu verlängern», sagte Stadtpräsident Michael Künzle (CVP) im April. Die restlichen 140 000 Franken des Defizitrahmens hatten der Dachverband der reformierten Kirchgemeinden und die reformierte Kirchgemeinde Stadt als Eigentümerin je hälftig übernommen.

Jetzt sind zwei Drittel des Jahres um, und die reformierte Kirchgemeinde ist nicht weiter als vor einem Jahr. Die Stiftung, um deren Namen die Verantwortlichen stets ein Geheimnis gemacht hatten, ist abgesprungen und von einem Verkauf des Hauses ist keine Rede mehr.

Neues Betriebskonzept

Die Kirchgemeinde Stadt habe sich gegen den Verkauf entschieden, sagt Alfred Frühauf, der im Juli die Nachfolge von Schraft als Kirchgemeindepräsident angetreten hat. «Wir sind jetzt dabei eine möglichst breit abgestützte Task Force zu bilden, um ein Konzept für das Haus zu erarbeiten.» Es gehe darum, «das Potential» zu eruieren, als Grundlage für die Entscheidung, was das Kirchgemeindehaus künftig sein soll. Im Moment führe er Gespräche mit Personen «aus dem kulturellen und politischen Umfeld der Stadt», um die Task Force zusammenzusetzen.

Dass an der Kirchgemeindeversammlung im kommenden November schon ein Entscheid gefällt werden kann, sei unwahrscheinlich. Im Moment sei man daran, das Budget fürs nächste Jahr zu erarbeiten. Einen Lichtblick immerhin gibt es dabei: Das Defizit falle wohl weniger hoch aus als in den letzten Jahren, weil das Haus nicht mehr als Kongresshaus geführt werde und somit weniger Personalkosten anfielen, sagt Frühauf. «Wir gehen davon aus, dass wir das Haus so tragen können.»

Stadtrat wartet ab

Ob sich auch die politische Stadt noch einmal mit Geld am Weiterbetrieb beteiligen wird, ist offen. Man wolle erst die Pläne abwarten, bevor man entscheide, in welcher Art man das Haus weiter unterstütze, sagt Stadtpräsident Michael Künzle (CVP) auf Anfrage. «Ich hoffe und traue den Verantwortlichen zu, dass sie ein überzeugendes und zukunftsweisendes Konzept erarbeiten können – darin können wir sie auch mit Fachwissen unterstützen.»

Dass die Zusammenarbeit mit der Stiftung nicht zustandegekommen sei, bedaure er. Die Liebestrasse sei eine wichtige Infrastruktur inmitten der Stadt, die von Vereinen, Verbänden, Institutionen, Unternehmen, der Stadtverwaltung und kantonalen Verwaltung genutzt werde, sagt Künzle. «Sie soll auch in Zukunft erhalten bleiben».

(Der Landbote)

Erstellt: 27.08.2018, 18:06 Uhr

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