Fussball

Ein nächster Festtag auf der Schützi?

FCW – GC ist das Meisterschafts-Topspiel dieses Herbsts auf der Schützenwiese. Mit einem Sieg können die Winterthurer den Tabellenzweiten einholen und sich weiter in der Spitzengruppe festsetzen.

Ousmane Doumbia (links, gegen Aleksandar Cvetkovic)wird wieder in der Startelf des FCW stehen.

Ousmane Doumbia (links, gegen Aleksandar Cvetkovic)wird wieder in der Startelf des FCW stehen. Bild: Keystone

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Der FCW ist, mit sieben Pflichtspielen in Folge ohne Niederlage, die erfolgreichste Challenge-League-Mannschaft seit Mitte September. Und die Grasshoppers sind noch immer der glanzvollste Name in der Liga. Gut eine Woche nach dem Cupsieg der Winterthurer gegen Thun aus der Super League steht also wieder ein Festtag an auf der Schützenwiese – auch wenn es wieder regnen und der Platz tief sein wird. Der FCW erlebt zurzeit die besten Wochen der Amtszeit des Trainers Ralf Loose, ja darüber hinaus. So lange ungeschlagen war eine Mannschaft des FCW nie mehr, seit er im April und Mai 2012 die letzten neun Matches der Saison (mit sechs Siegen und drei Unentschieden) ohne Niederlage überstand und dann im Juli auch die ersten zwei Spiele der neuen Saison gewann. Es war die Zeit, in der sich der FCW mit Boro Kuzmanovic auch für einen Cup-Halbfinal (gegen den FC Basel) qualifizierte. Und: seit dem 0:3 gegen Wil Mitte September hat der FCW mehr Punkte geholt als jedes andere Team, nämlich 14 in sechs Ligaspielen. Selbst die Topklubs aus Lausanne und Zürich gewannen «nur» elf.

Weg vom «Auf und Ab»

Es sei wiederholt: In diese Zeit fällt eben die Stabilisierung der Mannschaft, weg «vom Auf und Ab der ersten Runden», wie es Topskorer Luka Sliskovic formuliert. Hin zu mehr Konstanz, nicht zuletzt dank der nur sieben Gegentore, die der FCW in (inklusive Cup) sieben Pflichtspielen kassierte. Natürlich hängt das auch wesentlich damit zusammen, dass sich ein Verletzter nach dem andern zurückmeldete, zuletzt auch noch «Chef» Davide Callà. Dass der gegen Thun und dann zum 1:1 in Schaffhausen das Tor schoss, darf als deutlicher Hinweis auf seine Bedeutung gesehen werden. Aber den FC St. Gallen geschlagen und die Erfolgsserie eingeleitet hat der FCW auch ohne ihn. Auf dem Weg zur Stabilisierung war die Kreation einer neuen Doppelsechs, mit Granit Lekaj neben Ousmane Doumbia, ebenso wichtig.

Doumbias Bedeutung ist ja ohnehin nicht zu unterschätzen. Gegen Thun brillierte er. Aber es schaute zuletzt auch ein guter Punkt in Schaffhausen heraus, als Loose Doumbia 80 Minuten lang eine Pause gönnte – was man doch als leicht riskante Massnahme sehen konnte. Selbstredend wird Doumbia spielen. Seit Anfang 2018 ist er ein «Winterthurer», sieben Tore und drei Assists sind ein guter Wert für einen «Sechser». In dieser Rolle ist er wohl der beste Spieler der Liga. Es war ein guter Zug des Sportchefs Oliver Kaiser, ihn im vergangenen Januar eine Vertragsverlängerung um zwei Jahre schmackhaft zu machen. Noch bis 2021 läuft sein Vertrag nun. Es muss also zahlen, wer ihn verpflichten will. Anderseits überrascht doch, dass für ihn noch keine Angebote aus der Super League eingingen. Es scheint, als würden die Sportchefs dort in erster Linie auf den Jahrgang schauen – und es sei ihnen «Doumbi» dann mit seinen gut 27 Jahren zu betagt. Dem FCW kann’s nur recht sein. Sein Interesse wird sein, Doumbia länger zu binden.

Alves‘ bescheidene Rolle

Gegen GC steht der FCW vor einer sehr gehobenen Aufgabe, die er immerhin in Bestbesetzung angehen kann. Mit Platz 2 erwiesen sich die Zürcher bisher als ernsthafter Aufstiegskandidat, auch wenn die Konstanz noch zu wünschen übrigliess. Erstmals im Aufgebot stehen dürfte die letzte Neuerwerbung, Oliver Buff, mittlerweile 27 und ehedem Aushängeschild des Nachbarn FCZ. Eine unerwartet bescheidene Rolle spielte bisher Linksfuss Roberto Alves, der noch ein auffallendes Frühjahr für den FCW machte. Er stand zuerst fünfmal in Uli Fortes Startelf; dann nahm ihn der Trainer nach dem Platzverweis für Defensivspieler Allen Njie gegen den FCW nach 37 Minuten vom Feld; Alves reagierte darauf ungehalten; seither brachte er es noch auf 47 Spielminuten für drei kurze Teileinsätze.

Erwartet werden am Freitag rund 8000 Zuschauer – die Kulisse also wird festlich sein. Einholen kann der FCW die Zürcher nicht, aber überholen. Denn noch immer ist sein Torverhältnis negativ, Nachwehen des 0:6 gegen Lausanne.

Erstellt: 07.11.2019, 22:01 Uhr

Challenge League

FCW - GC. Schützenwiese, Freitag, 20 Uhr

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