Challenge League

Eine Runde der schönen Bestätigung

Lausanne-Sport ist nach dem 5:0 gegen Schaffhausen unbestritten die Nummer 1 der Challenge League. Der FCW aber lässt hoffen, er halte auf Dauer in der Spitzengruppe mit.

Der FCW hielt den Grasshoppers auch im zweiten Match stand: Hier setzt Roman Buess GC-Goalie Mirko Salvi unter Druck.

Der FCW hielt den Grasshoppers auch im zweiten Match stand: Hier setzt Roman Buess GC-Goalie Mirko Salvi unter Druck. Bild: Madeleine Schoder

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Zynisch veranlagte Menschen werden sagen, als erstes sei in den drei Tagen dieser 14. Meisterschaftsrunde bestätigt worden, Winterthur habe einen der schlechtesten Plätze in der Swiss Football League, wenn nicht den schlechtesten. Viel kann man dagegen nicht sagen, auch wenn beispielsweise eine Woche zuvor Servette und die Young Boys im Stade de Genève auf ebenso miesem Geläuf kämpfen mussten. Und dass der Match nie auf der Kippe stand, sei auch nochmals gesagt.

Interessanter aber sind die sportlichen Bestätigungen, die in der Challenge League geliefert wurden. Eben auch vom FCW: Er hielt auch im zweiten Match gegen die Grasshoppers stand. Er wartet zwar auch nach dem zweiten Derby mit auf den ersten Meisterschaftssieg gegen die Zürcher seit Jahrzenten; 47 Jahre nun auf der Schützenwiese, über 50 in Zürich. Aber er hat den nächsten beruhigenden Nachweis geliefert, abgekommen zu sein vom in den ersten Meisterschaftswochen so typischen Auf und Ab. Jetzt ist er schon seit acht Pflichtspielen ohne Niederlagen, sieben in der Liga, dazu im Cup gegen Thun. Seit dem 21. September hat er nicht mehr verloren, seit dem 0:3 gegen Wil. So lange ist es bei keinem der andern 19 Klubs aus Super oder Challenge League her, seit er letztmals geschlagen wurde.

Von 8:16 zu 10:4 Toren

Bestätigungen des FCW sind eben auch diese: Seit Trainer Ralf Loose Granit Lekaj als zweiten «Sechser» ins Mittelfeld vorgezogen hat, vorzugsweise an die Seite Ousmane Doumbias; seit Sead Hajrovic als Abwehrchef zurück ist, vorzugsweise an der Seite Mario Bühlers; und spätestens seit Davide Callà als Leader wieder fit ist, darf man sagen: Diese Winterthurer Mannschaft hat ein Gesicht. Nichts zeigt diese Entwicklung deutlicher auf als der Vergleich zwischen den ersten und den zweiten sieben Meisterschaftsrunden: nach sieben Runden (mit 8 Punkten) lautete das Winterthurer Torverhältnis 8:16, nicht nur wegen der sechs Gegentreffer gegen Lausanne, auch wegen der je drei gegen minder qualifizierte Teams wie Kriens und Wil. Aus der zweiten Tranche von sieben Runden aber holte der FCW nicht nur 15 Punkte. Er verbesserte sein Torverhältnis markant auf 10:4 – 8:16 auf 10:4. Ni mmt man den Cupmatch gegen Thun hinzu, sind es aus den letzten acht Auftritten je viermal ein Gegentor und gar keines!

Spiegel im Tor, ein Block mit Hajrovic und Bühler, Doumbia und Lekaj davor – das ist mal das eine. Es fiel aber auch auf, dass Tobias Schättin als Linksverteidiger in den letzten Wochen zur Konstanz auf einem erfreulichen Niveau fand. Das man, wie beizufügen wäre, aber schon länger von ihm erwarten durfte. Erwähnung verdient auch, von den Herren der Offensive, Nuno Da Silva. Er bereitete, um seine letzten bedeutenden Taten zu nennen, das Siegestor gegen Thun vor, er schoss das 1:0 gegen GC; er bringt, mehr als jeder andere, den Faktor Schnelligkeit ein. Allein, ein Mann für 90 Minuten ist er (noch) nicht; eher für eine gute Stunde.

Änderung an der «Idealelf»

Gegen Thun und zuletzt gegen GC stellte Loose gleichsam seine «Idealelf» auf. Aber damit kommt man im Fussball natürlich nicht durchs Leben. Gleich nach der Länderspielpause, wenn der SC Kriens auf die Schützenwiese kommt, muss Loose ändern, muss eine nächste Bestätigung geliefert werden: Nämlich, dass der FCW auch eine gute Bank hat, seit die Zahl der Absenzen nur noch sehr gering ist. Bühler wird nach seiner vierten Verwarnung gesperrt sein. Es lässt sich absehen, dass ihn Gabriel Isik im Abwehrzentrum ersetzt und für den Nils von Niederhäusern den rechten Aussenverteidiger gibt.

Mit Blick aufs Spiel gegen Kriens, auf dessen Kleinfeld der FCW beim 2:3 Ende August die bisher wohl enttäuschendste Leistung bot, sagte Sturmspitze Roman Buess übrigens schon gleich nach dem GC-Spiel: «Wir müssen schon schauen, dass wir den Platz wieder besser hinbekommen.» Sonst hätten sie gegen Mannschaften, die – anders als GC oder Thun – «nicht mitspielen», ein grösseres Problem. Das gilt später, im letzten Heimspiel des Jahres, auch noch gegen Stade Lausanne-Ouchy.

Nur in Bern mehr Zuschauer!

Zwei Wochen Zeit haben nicht nur die Platzwarte, die hat auch Loose, die Mannschaft auf Kriens vorzubereiten. Ein Freundschaftstermin ist in der kommenden Länderspielpause nicht vorgesehen, ein internes Testspiel mit elf gegen elf Mann aber schon. Was der Trainer aus Dortmund übrigens noch mit gewissem Abstand aufs Spiel gegen GC hervorhob: «Wir haben 9000 Zuschauern etwas geboten.» 9000 am Abend eines Regentags, das war schon bemerkenswert. Es war – nach den 28 645 beim Spitzenmatch des Meisters YB gegen St. Gallen – die beste Zahl des ganzen Wochenendes. Es waren mehr als selbst bei FCZ – Sion. Eine schöne Sache für den FCW.

Was am Wochenende der positiven Bestätigungen der Winterthurer aber auch festzustellen war: Wie schnell Serien gerade in dieser Liga zu Ende gehen – in beide Richtungen. So hat Chiasso nach sieben Niederlagen in Folge die letzten beiden Spiele, immerhin gegen Leader Lausanne und den Tabellendritten Wil, mit 7:3 Toren gewonnen; und es hat der bis Ende September für seine ungeahnte Konstanz gerühmte Neuling Stade Lausanne-Ouchy nun fünfmal in Folge verloren, mit 2:16 Toren! Der FC Wil aber, dank besserer Tordifferenz noch immer vor dem FCW, hat seine letzten beiden Matches gegen nominell bescheidene Gegner wie Vaduz und Chiasso mit sieben Gegentoren verloren. Und er hat das 1:4 gegen die Tessiner mit einem Saisonrekord garniert: mit drei Roten Karten. Das passierte in der Liga zuletzt, vor zwei Jahren, dem FC Winterthur. Beim Heim-0:1 gegen Rapperswil-Jona

Erstellt: 10.11.2019, 20:13 Uhr

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