Winterthur

Einen Polizisten geschlagen und mit dem IS gedroht

«Allahu Akbar», rief er den Polizisten zu und bedrohte sie mehrfach mit dem Tod. Vor Gericht machte der Mann dafür eine Tablette verantwortlich.

Vor eineinhalb Jahren eskalierte eine Verkehrskontrolle auf der Zürcherstrasse. Bild: mas

Vor eineinhalb Jahren eskalierte eine Verkehrskontrolle auf der Zürcherstrasse. Bild: mas

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Am Donnerstag wurde im Bezirksgericht Winterthur ein Fall von Gewalt gegen Polizeibeamte verhandelt. Zugetragen hatte sich das ganze an einem April-Abend im Jahr 2018. Der Beschuldigte sass als Beifahrer in einem Auto, das an der Zürcherstrasse von der Kantons – und der Stadtpolizei kontrolliert wurde.

Laut der Anklageschrift eskalierte die Kontrolle, als der Beschuldigte das Auto verliess, um zu rauchen, und trotz mehrfacher Aufforderung nicht wieder einstieg. Stattdessen schlug er einem Beamten die Faust ins Gesicht. Bei der anschliessenden Festnahme spuckte er eine Beamtin an und drohte: «Ich bringe euch alle um», «Ich bringe eure Familien um» und «Der IS soll euch umbringen». Weiter soll er immer wieder «Allahu Akbar» gerufen haben.

«Wirkung nicht gekannt»

Vor Gericht erschien der Mann mit seinem Verteidiger, auch der betroffene Stadtpolizist und seine Kollegin waren anwesend. Der Beschuldigte zeigte sich geständig.

Dass es zur Eskalation gekommen sei, führte er auf die Einnahme einer Tablette zurück. So habe er kurz vor dem Vorfall Xanax konsumiert, ein Psychopharmakon, das gegen Angstzustände entwickelt wurde. Er habe Xanax zum ersten Mal genommen und die Wirkung nicht gekannt.

Mehrfach vorbestraft

«Ich war wie ein wildes Tier», führte er zudem aus. Dass er sich während der Verhaftung minutenlang nicht beruhigt habe, daran sei aber auch die Art der Festnahme schuld: «Ich ging auf die Knie und wurde trotzdem noch gewürgt.»

Der Richter wollte wissen, weshalb vom IS die Rede war: «Was ist denn ihre Einstellung zum Islamischen Staat und dessen Taten?» Das sei «nicht gut», war die knappe Antwort. Auch dass der Ausruf «Allahu Akbar» eine Bedeutung gehabt habe, verneinte der Mann.

Der Mann, der einen unregelmässigen Job und Schulden hat, ist sechsfach vorbestraft, auch wegen Gewaltdelikten. Der Schweizer sass auch schon im Gefängnis und nahm an einem Bewährungsprogramm teil.

Er muss ins Gefängnis

Sein Anwalt plädierte selber für eine Schuldigsprechung wegen mehrfacher Gewalt und Drohung gegen Beamte. Er beantragte für seinen Klienten eine bedingte Freiheitsstrafe von vier Monaten und ein Anti-Aggressions-Programm oder eine ambulante Massnahme. Die Staatsanwaltschaft forderte hingegen eine unbedingte Freiheitsstrafe von acht Monaten.

Der Einzelrichter verurteilte den Mann schliesslich zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von sechs Monaten, die er sofort antreten muss. «Die Tat erfolgte aus absolut nichtigem Anlass», erläuterte der Richter. Das Geständnis und die Reue würden zwar für den Beschuldigten sprechen, «aber auch nicht allzu stark». Die Prognose für den Mann sei «nicht günstig».

Erstellt: 15.08.2019, 16:16 Uhr

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