Flughafen

Fünf Kat-Schmuggler innerhalb eines Monats verhaftet

Im letzten Monat wurden am Flughafen fünf Drogenkuriere verhaftet, die Kat in die Schweiz einführen wollten. Die Kantonspolizei Zürich glaubt aber nicht, dass es hierzulande zum grossen Handel mit der Droge kommt.

Die Kat-Pflanzen, in Ostafrika kultiviert und geerntet, werden mit Bündeln oder Säcken in Koffern geschmuggelt. Die Blätter und Triebe beginnen zu wirken, nachdem sie über Stunden hinweg eingespeichelt und gekaut wurden.

Die Kat-Pflanzen, in Ostafrika kultiviert und geerntet, werden mit Bündeln oder Säcken in Koffern geschmuggelt. Die Blätter und Triebe beginnen zu wirken, nachdem sie über Stunden hinweg eingespeichelt und gekaut wurden. Bild: Kapo Zürich

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Am Montagabend wurde am Flughafen ein Mann verhaftet, der zwei Koffer mit rund 40 Kilogramm Kat einführen wollte. Der 26-jährige Holländer reiste von Nairobi via Dubai nach Zürich. Als er und sein Gepäck einer Routinekontrolle von Zoll und Kantonspolizei unterzogen wurden, konnten in den beiden mitgeführten Koffern je zirka 20 Kilogramm Kat sichergestellt werden.

Der Verhaftete wird nun der zuständigen Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland zugeführt.Das ist kein Einzelfall: Im letzten Monat wurden am Flughafen vier weitere Kat-Schmuggler verhaftet. Allesamt europäische Staatsangehörige, die von Nairobi aus über Dubai, Abu Dhabi oder Doha nach Zürich geflogen sind. Ob die Schweiz ihr Ziel war oder ob sie sich hier nur auf der Durchreise befanden, ist nicht bekannt.

Nicht vergleichbar mit Heroin oder Kokain

Steigt in der Schweiz die Nachfrage nach der natürlichen Droge, die hauptsächlich in Kenia, Oman, Jemen und Äthiopien angebaut wird? «Ich denke nicht», sagt Stefan Oberlin, Mediensprecher der Kantonspolizei Zürich. Trotz der häufigen Kat-Aufgriffe in den letzten Wochen glaubt er, dass es hierzulande zu keinem grossen Handel kommen wird.

«Die Droge wird vermehrt von Leuten konsumiert, die aus den obengenannten Ländern stammen.» Dort gilt Kat nämlich als Alltagsdroge und ist legal. In der Schweiz ist Anbau, Herstellung, Handel, Verbreitung und Konsum gemäss Betäubungsmittelgesetz verboten.

Auffallend ist, dass es sich beim sichergestellten Kat um sehr grosse Mengen handelt. Die fünf Schmuggler wollten zusammen insgesamt 270 Kilogramm Blätter und Triebe der Pflanze einführen. Das Problem: Die Droge muss rasch konsumiert werden. Denn nach Aufbewahrung bei Raumtemperatur verliert Kat schon nach drei bis vier Tagen seine Wirkung.

Oberlin sagt: «es wäre möglich, dass die Lieferungen an irgendwelche Vereine mit Mitgliedern aus der Kat-Region übergeben werden sollten und diese die Drogen dann zusammen konsumiert hätten.»

Die fünf Kat-Schmuggler, die nun in Zürich in Haft sitzen, erwartet zwar eine Prozess und eine angemessene Bestrafung. Diese wird jedoch nicht so hart sein wie bei Delikten, bei denen zum Beispiel Heroin oder Kokain im Spiel sind. «Kat ist nicht mit diesen harten, chemischen Drogen zu vergleichen», erklärt Oberlin. (Zürcher Regionalzeitungen)

Erstellt: 20.09.2017, 16:52 Uhr

Eine natürliche Droge mit starker Wirkung

Substanz: Khat, Cat, Chat, Qat oder Kat, wie all die geläufigen Bezeichnungen heissen, sind die jungen Triebe und Blätter der Kat-Pflanze. Am Baum oder Strauch wachsen 3 bis 12 Zentimeter lange ovale Blätter. Die Pflanzen werden im Hochland ostafrikanischer Länder kultiviert und ganzjährig geerntet. Die Inhaltsstoffe Cathinon und Cathin sind natürliche Amphetamine respektive Stimulanzien, das heisst, sie wirken anregend auf den Organismus.

Konsumform: 100 bis 200 Gramm der frischen Blätter und Triebe der Kat-Pflanze werden im Mund über mehrere Stunden hinweg eingespeichelt und gekaut. Der Geschmack ist sehr bitter, sodass üblicherweise eine grosse Menge an kalten Getränken dazu konsumiert wird. In seltenen Fällen wird Kat auch in Teeform oder in Pasten mit Kräutern konsumiert oder wie Tabak geraucht.

Wirkung: Die Wirkstoffe werden beim Kauen des Pflanzenmaterials über die Mundschleimhaut aufgenommen. Sie wirken psychisch stimulierend und regen den Kreislauf an. Der Blutdruck steigt, und die Herzfrequenz nimmt zu. Müdigkeit und Hungergefühle verschwinden, und Zeit- und Raumgefühl gehen teilweise verloren. Ein erhöhter Rededrang, Hyperaktivität und Schlafstörungen treten gehäuft auf. Beim Abklingen der stimulierenden Wirkung gibt es eine Erschlaffungsphase. Dabei werden teils Depressionen und Angstzustände beobachtet. Lokal führen die Wirkstoffe auch zu einer Unempfindlichkeit. Die Wirkung erfolgt etwa 20 Minuten nach der Einnahme und hält zwei bis vier Stunden an.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.

Kommentare

Newsletter

Das Beste der Woche.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!