Eishockey

Keine Punkte für den EHCW gegen den Meister

Der EHCW verliert gegen Langenthal 2:5, weil er dem Meister der Swiss League zuviel zugesteht und die Chancen nicht nutzt, als er sie hat.

Der EHCW hatte seine Chancen: Hier scheitert Riley Brace an Langenthals Goalie Philip Wüthrich.

Der EHCW hatte seine Chancen: Hier scheitert Riley Brace an Langenthals Goalie Philip Wüthrich. Bild: Heinz Diener

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Zusammenfassung (Quelle: sihf.ch)

Richtig spannend war dieser Match nie, zu überlegen war Langenthal zu Beginn, zu klar wurde der Vorsprung schon früh. Allerdings sagt EHCW-Trainer Michel Zeiter zurecht: «Das Resultat trügt. Wir hatten unsere Chancen.» In der Tat zeigt das positive Schussverhältnis (35:33), dass der Abend für die Winterthurer auch einen anderen Ausgang hätte nehmen können.

Dass das nicht der Fall war, lag einerseits an ihnen selber. Sie waren in der Defensive nicht stabil genug, um Druckphasen Langenthals heil zu überstehen, und sie nutzten ihre Chancen nicht, als sie, vor allem im zweiten Drittel, am Drücker waren. Es lag aber auch an der Klasse des Gegners. Nicht umsonst realisierten die Langenthaler bereits ihren sechsten Sieg hintereinander. Unter dem neuen Trainer Jeff Campbell haben sie ihren Tritt schnell gefunden. Sie spielen schnell und gradlinig, sie schalten schnell um. Sie haben in Philip Wüthrich einen glänzenden Goalie, und doch sind sie in der Defensive nicht über alle Zweifel erhaben.

«Wir haben einen Riesenaufwand betrieben, aber dann die Tore zu einfach zugelassen.»EHCW-Trainer Michel Zeiter

Mühe hatten die Winterthurer vor allem in der Startphase, als sie das hohe Tempo des Swiss-League-Meisters der letzten Saison nicht ganz mithalten konnten. Goalie Tim Guggisberg musste mehrmals Fehler seiner Vorderleute ausbügeln und man muss sagen: Spieler wie die Langenthaler Stefan Tschannen oder Joey Benik nutzen es normalerweise aus, wenn sie alleine aufs Tor ziehen können. Diesmal nicht. Die beiden Tore der Langenthaler waren dann weniger zwingende Aktionen an sich, aber die Konsequenz des hohen Drucks, den sie machten: Luca Christen fiel vor dem 1:0 ein Abpraller direkt vor den Stock, und einen Schuss wie den zum 2:0 von Vincenzo Küng hat Guggisberg auch schon gehalten.

Schlecht belohnt im Mitteldrittel

Wesentlich besser trat der EHCW im zweiten Drittel auf. Da hätte das Anschlusstor fallen müssen. Torquato, zweimal Zahner oder Hess vergaben gute Chancen. Die Winterthurer spielten nun schneller, waren in den Zweikämpfen präsenter und brachten so auch ein Team wie Langenthal in Schwierigkeiten. Dessen Qualität bestand dann darin, einmal kurz Druck zu machen und gleich das 3:0 zu erzielen. Zwei Minuten nach dem Treffer Beniks erhöhte Sterchi auf 4:0, nachdem die Winterthurer den Puck im Aufbau verloren hatten. «Wir haben einen Riesenaufwand betrieben, aber dann die Tore zu einfach zugelassen», kritisierte Zeiter.

0:4 war nach knapp 30 Minuten ein hartes Verdikt für den EHCW. Gut war, dass Thibaut Monnet kurz nach dem 0:4 auf 1:4 verkürzen konnte. Dieser Treffer gab Zeiters Team den Mut zurück und man hatte im zweiten Drittel den Eindruck, ein zweites Winterthurer Tor könnte diesem Spiel nochmals Leben einhauchen. Der Treffer fiel nicht, und im Schlussdrittel war Langenthal dann wieder auf der Höhe seiner Aufgabe. Der Sieg der Oberaargauer kam nicht mehr in Gefahr, die Tore von Kelvin Walz für den Gast und Kevin Bozon fürs Heimteam nur noch von statistischem Wert.

Unterschiede zu gross

Insgesamt ist dem EHCW gegen Langenthal ein wesentlich besserer Auftritt gelungen als in den vorangegangenen Heimspielen gegen Ajoie, die EVZ Academy und Kloten. Aber er war noch nicht auf dem Niveau, das es braucht, um ein Topteam zu schlagen. Zumindest nicht das ganze Team. Stark war die Linie mit Steve Mason als Center zwischen Bozon und Monnet, die ebenso eine positive Bilanz an Plus- und Gegentoren aufwiesen wie die jungen Verteidiger Marcel Raggi und Lucas Bachofner. Die dritte Linie mit Mark Lazarevs, Ramon Diem und Patrick Zahner kam phasenweise zwar schwer unter Druck, hielt aber die Null.

Bei minus zwei standen dagegen die Kanadier Zack Torquato und Riley Brace, die vier Tage vorher in Biasca noch die Entscheidung zugunsten des EHCW erzwungen hatten, gar mit Minus vier stand Verteidiger Michael Roos zu Buche. Das sind Momentaufnahmen und nicht immer sagen diese Zahlen etwas Konkretes über die Leistung einzelner Spieler aus. Aber um ein Team wie Langenthal zu schlagen, müssen diese Werte näher beieinander liegen.

Herantasten an die Topteams

Nicht zu vergessen: Der EHCW hat eine Niederlagenserie gegen Mannschaften wie Langenthal hinter sich, die beendet worden ist mit dem 4:3-Sieg in Biasca. Aber die Ticino Rockets und der Meister der Swiss League, das ist nicht das Gleiche. Die Winterthurer sind also auch daran, sich heranzutasten, was gegen Mannschaften dieses Zuschnitts funktioniert und was nicht; es ist ein Abwägen der Risiken, die eingegangen werden dürfen oder müssen. Beispielsweise monierte Zeiter: «In den Zweikämpfen waren wir für meinen Geschmack noch zu soft.» Das auch damit zu tun, was man sich zutraut und was nicht.

Das Gute ist: Der EHCW bekommt in nächster Zukunft reichlich Gelegenheit, das zu üben: Am Mittwoch tritt er zum Rückspiel in Langenthal an, am Freitag in Olten.

Michel Zeiter, Trainer EHCW (Quelle: sihf)

Pascal Blaser, Verteidiger EHCW (Quelle: sihf)

Erstellt: 12.10.2019, 21:43 Uhr

Swiss League

EHCW - SC Langenthal 2:5 (0:2, 1:2, 1:1)

Zielbau-Arena. – 700 Zuschauer. - SR Eichmann/Hungerbühler; Rebetez/Baumgartner. – Tore: 14. Christen (Vincenzo Küng, Kläy) 0:1. 19. Kläy (Vincenzo Küng) 0:2. 28. Benik (Clark) 0:3. 30. (29:39) Sterchi (Kummer) 0:4. 31. (30:50) Monnet (Bozon) 1:4. 48. Walz (Bircher) 1:5. 54. Bozon (Monnet, Bachofner) 2:5. – Strafen: 2-mal 2 gegen den EHCW, 4-mal 2 plus 1-mal 10 (Bircher) gegen Langenthal. – EHCW: Guggisberg; Roos, Pozzorini; Bachofner, Mike Küng; Schmutz, Blaser; Guerra, Raggi; Monnet, Mason, Bozon; Wieser, Torquato, Brace; Zahner, Ramon Diem, Lazarevs; Bleiker, Alihodzic, Hess. – Langenthal: Wüthrich; Christen, Müller; Pienitz, Weber; Maret, Bircher; Henauer; Derungs, clark, Benik; Sterchi, Kummer, Tschannen; Vincenzo Köng, Kläy, Melnalksnis; Gyger. – Bemerkungen: EHCW ohne Allevi, Hänggi, Kobach und Homberger (verletzt) sowie Forrer und Sigg (überzählig). Langenthal ohne Seydoux (krank). 29:39 Time-out EHCW. 42. Pfostenschuss Weber. 54. Pfostenschuss Bachofner.

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